Harmagedon ist nach Offb 16,16 der Platz, an dem die dämonischen Mächte die Könige der Welt zur letzten Schlacht versammeln. Deshalb spricht man auch von der „Schlacht von Harmagedon“. Das Wort Harmagedon ist ein hebräischer Ausdruck, der in griechischen Buchstaben „Harmagedóon“ lautet, mit einem langen betonten offenen O am Ende. Die einzig naheliegende Erklärung des Wortes im Herbräischen ist „Berg von Megiddo“. „Har“ heißt auf jeden Fall „Berg“, und „Magedon“ klingt nach der Stadt Megiddo. Megiddo war in alttestamentlichen Zeiten eine Stadt mit einer wichtigen Festung in Zentralisrael auf einem Berg, der an der Ebene Jesreel liegt. Und dort haben in der Geschichte Israels tatsächlich schon etliche bedeutende Schlachten stattgefunden. Dazu würde es gut passen, wenn dort auch die letzte Schlacht stattfände.
Die Versammlung der Könige zum Har Magedon ist der Inhalt der sechsten Schale der Wut Gottes, die auf die Erde ausgegossen wird. Nach dieser Schlacht ist dann mit der siebten Schale die Zeit dieser Wut-Gerichte vorbei. Zuvor war die Entrückung der Gläubigen geschehen, und sie standen vor dem Thron Gottes im Himmel (Offb 15). Dann wurden auf die gerichtsreife Erde die Schalen der Wut Gottes ausgegossen (Offb 16). Und die dämonisch verführte Menschheit erhebt sich trotz (oder wegen?) dieser Gerichte ein letztesmal gegen Gott. Nur dass Offb 16,16 den Ausgang der Schlacht gar nicht mehr berichtet. Es ist wohl selbstverständlich, wie sie endet.
Wenn mit dieser Schlacht die Schalen-Gerichte vorbei sind, wie es Offb 16,17 zum Ausdruck bringt, dann findet das anschließend geschilderte große Erdbeben tatsächlich nicht hinterher, sondern gleichzeitig statt. Während der Schlacht fallen also gleichzeitig auf der ganzen Welt die Städte ein. (Auch die Kirchtürme fallen ein, auch die Sagrada Familia, alles umsonst gebaut …)
Wer mehr über Verlauf und Ausgang der Schlacht von Harmagedon lesen will, muss dann den Einschub über die große Hure Babylon in den Kapiteln 17 und 18 überblättern bis zum 19. Kapitel. Dort preist zuerst die Menge im Himmel Gott für sein Gericht über die große Hure. Dann erfolgt im Himmel die Hochzeit des Lammes. Danach kommt der Messias in Gestalt eines Reiters als Anführer der Truppen des Himmels auf die Erde. Und dann erfolgt keine eigentliche Schlacht, sondern zunächst die Verhaftung und Entsorgung der an- und verführenden Dämonen im Feuersee. Alle anderen werden einfach getötet. Nicht in einer wirklichen Schlacht werden sie getötet, sondern durch das Schwert, das aus dem Mund des Messias in Gestalt des Reiters kommt. Das heißt, er spricht ein Wort, und sie sind tot.
Die Beschreibung des Reiters in Offb 19,15 hat eine Parallele an einer weiteren Stelle der Offenbarung. Die „Weinkelter der Wut des Zornes Gottes“, die er tritt, erscheint auch schon im 14. Kapitel. Dort wird zuerst in den Versen 14-16 im Bild einer Getreideernte die Entrückung der Gläubigen geschildert. Danach kommt in den Versen 17-20 im Bild einer Weinernte das Gericht Gottes über die Erde. Die in den Kapiteln 15 und 16 geschilderten Gerichte der Wut-Schalen gehören alle zum letzten Gericht Gottes über die irdische Welt. Und das Treten dieser „Kelter der großen Wut Gottes“ ist nach Offb 19,15 die Aufgabe des Messias-Reiters, der kommt.
Somit ist diese Schlacht von Harmagedon der Höhepunkt und Abschluss der letzten Gerichte Gottes über die Menschen dieser Welt. Die Entrückung der gläubigen Gemeinde hatte davor stattgefunden. Und die Entrückung beinhaltet die Auferstehung der im Herrn zuvor schon Verstorbenen. Die sichtbare Ankunft des Messias auf der Erde geschieht dann laut dem Propheten Sacharja auf dem Ölberg bei Jerusalem (Sach 14,4). Die dazugehörige Vernichtung der Nationen, die gegen Jerusalem herangezogen sind, hat auch Sacharja schon von Gott gehört (Sach 12,9). Die ausführlichste prophetische Sicht dieser letzten Schlacht ist aber beim Propheten Hesekiel in den Kapiteln 38 und 39 zu finden