Ein Bibelübersetzer entdeckt ...

Monat: Juli 2026

Der goldene Becher

Der goldene Becher erscheint in Offb 17,4b in der Hand der großen Hure Babylon. „Sie hatte einen goldenen Becher in ihrer Hand, voll mit Gräueln und dem Unreinen ihrer Unzucht.“ Das griechische Wort „potérion“ meint ganz allgemein ein Trinkgefäß. Es kann die Form eines Bechers oder eines Kelchs haben, es kann aus Keramik, Glas oder Metall bestehen. Der Becher in der Hand der Hure ist aus Gold.

Nun haben wir ja schon gesehen, dass in der Offenbarung diese große Hure das Gegenbild der Braut des Lammes ist. Sie reitet auf dem Tier, das wir als den dämonischen Antichristen kennen. Wie der Messias Jesus eine reine Braut hat, so hat der Antichrist eine gräuliche Hure. Und wie sich der Antichrist als „Messias“ ausgibt, so gibt sich die Hure als „Gemeinde“ aus, als „christliche“ Kirche. In ihrer Hand sieht Johannes den goldenen Becher.

Und bei genauem Hinsehen ist dann auch dieser goldene Becher ein Gegenbild. Denn auch die Gemeinde des Messias hat einen Becher. Sinnbildlich hat Jesus von diesem Becher schon im Garten Getsemani gesprochen, als er darum bat, wenn es irgend möglich wäre, dass er an ihm vorbeigehen solle. Wir kennen die Geschichte: Er musste ihn austrinken bis zum letzten Tropfen, den Becher des Leidens und Sterbens am Kreuz.

Konkret hat Jesus diesen Becher dann seinen Jüngern gereicht bei seinem letzten Mahl mit ihnen. „Dieser Becher ist die neue Bestimmung in meinem Blut, das für euch und für viele vergossen wird zur Vergebung von Sünden. Tut das, sooft ihr (von ihm) trinkt, um an mich zu denken!“ (Mt 26,28; Mk 14,24; Lk 22,20; 1 Kor 11,25). In diesem Becher des Leidens und Sterbens ist symbolisch Jesus selbst enthalten. Mit dessen Trinken sollten sie immer daran denken, dass Gott eine neue Bestimmung getroffen hat, wie er nun Menschen durch den Glauben an das Sühnopfer von Jesus am Kreuz retten und zu sich ziehen wollte. Der Inhalt dieses Bechers ist also das reinste und heiligste, was die christliche Botschaft zu bieten hat. Es ist die Botschaft vom Lamm Gottes, das geopfert wurde für die Sünden der Welt.

Dass wir mit Brot und Wein beim Mahl des Herrn nichts von Jesus abbeißen oder wegtrinken, habe ich an anderer Stelle schon deutlich gemacht. Auch dieser Becher gehört zur prophetischen Symbolsprache, mit der uns im Neuen Testament reichlich Gottes Geheimnisse aufgeschlossen werden. Das wirkliche In-uns-Aufnehmen von Jesus mit all seinen Gaben geschieht nach dem einhelligen Zeugnis des Neuen Testaments durch dem Empfang des heiligen Geistes. In ihm wohnt der Messias Jesus in uns.

Der Becher, den Jesus seinen Jüngern gab, war nicht aus Gold. Auch seine Gemeinde hat nach seinem Vorbild ganz sicher nicht mit goldenen Gefäßen hantiert. Andererseits ist der goldene Mess- bzw. Abendmahlskelch das zentrale Symbol des kirchlichen Gottesdienstes. Oder sollten wir nicht besser sagen „Götzendienstes“? Denn der goldene Becher in der Hand der Hure Babylon ist „voll mit Gräueln und dem Unreinen ihrer Unzucht“. In der Hand einer weltlichen, sündigen, unreinen Kirche ist auch der Becher des Opfers von Jesus zum Symbol grenzenloser Unreinheit geworden. Den Jesus, den man mit allen kirchlichen Strukturen und Gebräuchen von vorne bis hinten leugnet, den will man im goldenen Becher verehren und „austeilen“.

Von diesem goldenen Becher willst du noch weiterhin (evangelisch) trinken oder (katholisch) essen? Da ist das übliche „Wohl bekomms!“ dann doch fehl am Platz …

Kain und Abel

Der Bericht über Kain und Abel (1 Mo 4,1-16) in eigener Übersetzung:

1 Der Adam war aber mit Eva, seiner Frau, ehelich zusammen,
und sie wurde schwanger.
Und sie brachte den Kain zur Welt und sagte:
„Ich habe einen Mann erschaffen durch Gott!“
2 Und sie bekam noch einmal ein Kind, seinen Bruder, den Abel.
Abel wurde dann ein Hirte von Schafen und Ziegen,
Kain aber wurde einer, der den Erdboden bearbeitet.
3 Und nach einiger Zeit,da brachte Kain von den Früchten des Erdbodens
dem Herrn eine Opfergabe.
4 Und auch Abel brachte (eine Opfergabe)
von den Erstgeborenen seiner Schafe und Ziegen, von ihren Fettstücken.
Und Gott blickte hin auf Abel und auf seine Gaben.
5 Auf Kain und auf seine Opfer blickte er aber nicht.
Das ärgerte Kain sehr, und sein Blick senkte sich.
6 Gott sagte aber zu Kain:
„Warum bist du verärgert, warum hat sich dein Blick gesenkt?“
7 Ist es nicht so: Wenn du das Richtige tust, ist (dein Blick) erhoben,
wenn du aber nicht das Richtige tust, lagert Sünde vor der Tür?
Und gegen dich (geht) ihr Begehren, du aber sollst herrschen über sie!“

8 Und Kain sagte zu Abel, seinem Bruder: „Lass uns aufs Feld gehen!“
Und als sie auf dem Feld waren,
da stellte sich Kain gegen seinen Bruder Abel und brachte ihn um.
9 Gott sagte dann zu Kain: „Wo ist Abel, dein Bruder?“
Der aber sagte: „Ich weiß es nicht!
Bin ich denn der Aufpasser meines Bruders?“
10 Und Gott sagte: “Was hast du getan?
Die Stimme des Blutes deines Bruders schreit zu mir vom Erdboden.
11 Und jetzt: Verflucht bist du –
weg vom Erdboden, der seinen Mund geöffnet hat,
um das Blut deines Bruders von deiner Hand aufzunehmen!
12 Wenn du den Erdboden bearbeitest,
wird er dir nicht weiterhin seine Kraft geben.
Heimatlos und unsicher sollst du sein auf der Erde!“
13 Und Kain sagte zum Herrn:
„Meine Schuld ist größer, als ich sie tragen kann!
14 Wenn du mich heute vom Anblick des Erdbodens vertreibst,
ich mich vor deinen Augen verstecken muss,
und ich heimatlos und unsicher sein soll auf der Erde,
dann wird es so sein, dass jeder, der mich findet, mich tötet!“
15 Doch der Herr sagte zu ihm: „So nicht:
Jeder, der Kain tötet, soll siebenfach gerächt werden!“
Und der Herr gab Kain ein Zeichen,
damit nicht jeder, der ihn fände, ihn erschlüge.
16 Kain aber ging weg von Gott und wohnte im Land Nod im Osten von Eden.