Ein Bibelübersetzer entdeckt ...

Kategorie: Kirche – Gemeinde – Christentum (Seite 4 von 8)

Vom Interesse an meiner Sache

(Ein Artikel von Sören Kiekegaard aus seiner Zeitschrift „Der Augenblick“, erschienen im August 1855)

Vom Interesse, das meiner Sache bewiesen wird

In einer Hinsicht ist das Interesse an meiner Sache groß genug. Was ich schreibe, findet Verbreitung – in gewissem Sinne fast mehr, als mir lieb ist, obwohl ich ihm andererseits die weiteste Verbreitung wünschen muss. Doch ich tue natürlich nichts, was auch nur im geringsten den Kunstgriffen gleicht, wie sie Politiker, Marktschreier und Bauernfänger anzuwenden pflegen. Also, man liest, was ich schreibe. Viele lesen es mit Interesse, mit großem Interesse, das weiß ich.

Dabei bleibt es bei so manchen vielleicht aber auch. Nächsten Sonntag geht man zur Kirche, wie gewohnt. Man sagt: „Kierkegaard hat ja im Grunde Recht. Und seine Ausführungen über den ganzen offiziellen Gottesdienst, dass er Gott zum Narren mache und Gotteslästerung sei, sind äußerst interessant zu lesen. Allein wir sind nun einmal daran gewöhnt. Wir haben nicht die Kraft, das aufzugeben. Doch seine Artikel lesen wir wirklich mit Vergnügen. Man kann ordentlich gespannt und ungeduldig auf eine neue Nummer sein, um von dieser unleugbar interessanten Kriminalsache noch mehr zu erfahren.“

Doch diese Art von Interesse ist nicht eigentlich erfreulich. Es ist eher betrüblich, ein trauriges weiteres Zeugnis dafür, dass das Christentum nicht nur nicht da ist, sondern dass die Leute in unseren Zeiten, wie ich es ausdrücken möchte, nicht einmal in der Verfassung sind, Religion zu haben. Vielmehr ist ihnen diejenige Leidenschaft fremd und unbekannt, die jede Religion erheischt, ohne die man überhaupt keine Religion, am wenigsten das Christentum, haben kann.

Lass mich zur Darlegung meines Gedankens ein Bild benutzen. Ich verwende es einesteils sehr ungern, da ich von so etwas lieber nicht rede. Doch wähle und benutze ich es hier mit gutem Bedacht. Ja ich meine, es wäre unverantwortlich, wenn ich es nicht benutzen würde. Denn der Ernst der Sache erfordert, dass alles aufgeboten wird, um dem, der es nötig hat, seinen Zustand recht zu verleiden, recht ihm selbst zuwider zu machen.

Einem Manne ist seine Frau untreu, er weiß aber nichts davon. Nun hat er einen Freund, der – ein zweifelhafter Freundesdienst, wird vielleicht mancher sagen – ihn darüber aufklärt. Der Mann gibt zur Antwort: „Ich habe dir mit lebhaftem Interesse zugehört. Ich bewundere deinen Scharfsinn, mit dem du eine so vorsichtig verheimlichte Untreue, von der ich keine Ahnung hatte, aufgespürt hast. Dass ich mich aber nun, da ich die Sache weiß, von ihr scheiden lassen sollte, nein, dazu kann ich mich nicht entschließen. Ich bin meine Häuslichkeit nun einmal gewohnt und kann sie nicht entbehren. Zudem hat sie Vermögen, das kann ich auch nicht entbehren. Hingegen leugne ich nicht, dass ich jede weitere Mitteilung in der Sache mit dem lebhaftesten Interesse aufnehmen werde. Denn sie ist – ohne dir ein Kompliment machen zu wollen – doch sehr interessant.“

Auf diese Weise Sinn für das Interessante zu haben, ist ja fürchterlich. Und so ist es auch fürchterlich: es als „interessant“ zu wissen, dass der Gottesdienst, den man pflegt, Gotteslästerung ist, und dann bei demselben zu bleiben, weil man ihn nun einmal so gewohnt ist. Im Grunde heißt das nicht nur Gott, sondern auch sich selbst verachten.

Man findet es verächtlich, für einen Ehemann zu gelten und es eigentlich doch nicht zu sein. Und doch kann ein Mann ja ohne eigene Schuld durch die Untreue der Frau in diese Lage kommen. Man hält es vollends für jämmerlich, sich in ein solches Verhältnis zu finden und darin zu bleiben. Aber in solcher Weise Religion zu haben, dass man selbst weiß, der eigene Gottesdienst ist Gotteslästerung (und das begegnet niemandem ohne eigene Schuld); das also zu wissen, und es dann doch fortdauernd gelten lassen zu wollen, dass man diese Religion hat: das heißt im tiefsten Grunde sich selbst verachten.

Ja, es gibt doch etwas, das noch trauriger ist. Trauriger, als was die Menschen gern für das Traurigste ansehen, das einem Begegnen kann, nämlich vom Verstande zu kommen. Es gibt etwas noch Traurigeres! Es gibt einen sittlichen Stumpfsinn, einen Schmutz der Charakterlosigkeit, der schrecklicher, vielleicht auch unheilbarer ist, als die Zerrüttung des Verstandes. Dass aber ein Mensch nicht mehr gehoben werden kann, dass sein eigenes Wissen ihn nicht mehr zu heben vermag: das ist vielleicht das Traurigste, was man einem Menschen nachsagen kann. Dem Kinde gleich, das seinen Drachen steigen lässt, lässt er sein Wissen steigen. Es ist ihm intersssant, ungeheuer interessant, ihm nachzusehen, mit den Augen ihm zu folgen, allein – ihn erhebt es nicht. Er bleibt im Schmutz, mehr und mehr krankhaft nach dem Interessanten schmachtend.

Wer du daher auch seist: Wenn es so bei dir steht, so schäme dich, schäme dich, schäme dich!

Was man so einen Christen nennt

(Was man so einen Christen nennt – ein Artikel von Sören Kierkegaard, im August 1855)

Da ist ein junger Man – so stellen wir es uns vor; die Wirklichkeit weist zahlreiche Beispiele auf. Da ist also ein junger Mann, sogar mit mehr als gewöhnlichen Gaben und Kenntnissen. Er ist eingeweiht in die Begebenheiten des öffentlichen Lebens, Politiker, und hat als solcher selbst schon eine Rolle gespielt.

Was Religion betrifft, so ist seine Religion die, dass er gar keine hat. An Gott zu denken, fällt ihm nie ein, die Kirche zu besuchen ebensowenig. Und dass er dies unterlässt, hat gewiss kein religiöses Motiv. Daheim Gottes Wort zu lesen: damit fürchtete er, sich lächerlich zu machen. Wenn es sich einmal so fügt, dass die Verhältnisse ihn dazu veranlassen, in einem etwas gefährlichen Fall sich über die Religion zu äußern, so wählt er den Ausweg, dass er der Wahrheit gemäß sagt: „Ich habe in Sachen der Religion überhaupt keine Meinung; derlei hat mich nie beschäftigt.“

Selbiger junge Mann, der kein religiöses Bedürfnis verspürt, verspürt dagegen ein Bedürfnis – Vater zu werden. Er verheiratet sich; nun hat er ein Kind; er ist – Kindsvater; und was geschieht?

Ja, unser junger Mann ist, wie man sagt, wegen dieses Kindes „in Verlegenheit“. Er wird genötigt, als – Kindsvater eine Religion zu haben. Und es ergibt sich, dass er die evangelisch-lutherische Religion hat.

Wie kläglich, auf diese Weise Religion zu haben! Als Mann hat man keine Religion. Wo es mit Gefahr verbunden sein könnte, auch nur eine Meinung über Religion zu haben, da hat man keine Religion. Allein als – Kindsvater hat man (risum teneatis!*) die christliche Religion, die just den ehelosen Stand empfiehlt.

So schickt man denn nach dem Geistlichen. Die Hebamme rückt mit dem Kindlein an. Eine junge Dame hält kokett das Häubchen. Etliche junge Männer, die auch keine Religion haben, erweisen dem Vater den Dienst, als Gevatter die evangelisch-lutherische Religion zu haben und die Bürgschaft für die christliche Erziehung des Kindes zu übernehmen. Ein Geistlicher im seidenen Ornat sprengt mit Grazie dreimal Wasser über das süße kleine Wesen, trocknet sich dann graziös mit einem Handtuch die Hände …

Und das wagt man unter dem Namen „christliche Taufe“ Gott zu bieten. Die Taufe! Durch diese heilige Handlung wurde der Heiland der Welt zu seinem Lebenswerk geweiht. Und nach ihm die Jünger, Männer, die längst die Unterscheidungsjahre erreicht hatten und in gutem Alter waren. Und die nun, diesem Leben abgestorben (daher tauchten sie unter, zum Zeichen, dass sie zur Todesgemeinschaft mit Christus getauft wurden), gelobten, in dieser falschen und argen Welt als Geopferte leben zu wollen.

Doch die Geistlichen, diese heiligen Männer, verstehen sich auf ihr Geschäft nur zu wohl. Und nicht minder verstehen sie, dass es um ihren Erwerb übel stünde, wenn der Mensch (wie das Christentum, wie jeder vernünftige Mensch unbedingt fordern muss) erst im mündigen Alter sich für die Religion, die er haben will, entscheiden dürfte.

Darum dringen diese heiligen Wahrheitszeugen in die Wochenzimmer ein und benutzen diesen zarten Augenblick, da die Mutter nach überstandenen Kindsnöten schwach und der Vater – in seinen Nöten ist. Und dann wagt man unter dem Namen der „christlichen Taufe“ Gott eine Handlung wie die beschriebene zu bieten. Wobei in diese doch ein klein wenig Wahrheit hineingebracht werde könnte, wenn die junge Dame, statt sentimental über dem Kindlein das Häubchen zu halten, dem Vater desselben zum Spott eine Nachtmütze über den Kopf hielte. Denn in der Weise Religion zu haben, ist, geistlich betrachtet, ein klägliches Possenspiel. Man hat keine Religion. Allein aufgrund der Umstände: weil nämlich zuerst die Mutter in Umstände kam und infolge davon der Vater wiederum in Umstände kam, hat man aufgrund der Umstände mit dem kleinen süßen Herzchen – auf Grund dessen hat man die evangelisch-lutherische Religion.

*Haltet das Lachen zurück!

Wem gelten die Verheißungen?

(Wem gelten die Verheißungen? – Ein Artikel von Sören Kierkegaard)

Wir, die „Christenheit“, können uns Christi Verheißungen gar nicht zueignen. Denn wir, die „Christenheit“, stehen nicht da, wo ein Christ nach der Forderung Christi und des Neuen Testaments stehen soll.

Denke dir, ein mächtiger Geist hätte einigen Menschen seinen Schutz zugesagt. Er hätte das jedoch unter der Bedingung getan, dass sie sich an einem bestimmten Ort einfänden, der nur mit Gefahr zu betreten wäre. Gesetzt nun, diese Menschen stellten sich an diesem Orte nicht ein. Sie gingen vielmehr heim in ihre Wohnungen und rühmten es in begeisterten Worten untereinander, dass der Geist ihnen seinen mächtigen Schutz zugesagt habe, durch den sie gegen jeglichen Schaden gesichert wären. Das ist so doch lächerlich!

So ist’s mit der Christenheit. Christus und das Neue Testament verstehen unter dem Glauben etwas ganz Bestimmtes. Glauben heißt, sich so entscheidend, als es für einen Menschen immer möglich ist, hinauszuwagen, brechend mit allem, was ein Mensch von Natur liebt. Es heißt, sein Leben dadurch zu retten, dass man mit allem bricht, worin ein Mensch von Natur lebt. Denen aber, die glauben, wird auch Beistand wider alle Gefahren verheißen.

Aber wir in der „Christenheit“, wir spielen „Glaube“ und spielen „Christsein“. Wir sind so weit wie möglich davon entfernt, mit dem zu brechen, was der natürliche Mensch liebt. Wir bleiben vielmehr daheim in unserem gemütlichen Heim, im Bereich der Endlichkeit. Und da schwatzen wir miteinander über alle die Verheißungen des Neuen Testaments. Oder wir lassen uns von den Geistlichen darüber vorschwatzen, dass niemand uns schaden könne, dass die Pforten der Hölle uns, die Kirche nicht überwältigen werden usw.

„Dass die Pforten der Hölle seine Kirche nicht überwältigen sollen“, diese Worte aus dem Munde Christi sind in der letzten Zeit meiner Behauptung, das Christentum sei gar nicht da, wiederholt entgegengehalten worden.

Hierauf ist meine Antwort: Jene Verheißung hilft uns nicht das Allermindeste. Denn das Geschwätz, worin wir leben, als wären wir damit Christen, ist gar nicht das, was Christus und das Neue Testament darunter verstehen, ein Christ zu sein.

Wage dich so entscheidend hinaus, dass du mit der ganzen Zeitlichkeit brichst. Dass du brichst mit allem, worin und wofür sonst ein Mensch lebt. Wage dich so entscheidend hinaus, um Christ zu werden. So wirst du erstens (das ist die Lehre des Christentums) dadurch in den Kampf mit dem Teufel und den höllischen Mächten kommen. (Was dieser putzigen Christenheit freilich entgeht). Dann aber wird auch Gott, der Allmächtige, dich nicht fallen lassen, sondern dir wunderbar helfen. Und – du darfst überzeugt sein: Die Pforten der Hölle werden Christi Kirche nie überwältigen.

Aber die „Christenheit“ ist gar nicht Christi Kirche. Auch ich behaupte durchaus nicht, dass die Pforten der Hölle die Kirche Christi überwältigt haben. Nein, ich sage, die „Christenheit“ ist ein Geschwätz. Und dieses hat sich an das Christentum fest angeklammert wie das Spinngewebe an eine Frucht und ist nun so gut, sich mit dem Christentum verwechseln zu wollen. Als ob das Spinngewebe sich für die Frucht halten wollte, weil es ja nicht so selten der Frucht anhängt.

Die Art Existenzen, wie sie die Millionen der Christenheit ausweisen, haben gar keine Beziehung zum Neuen Testament, sind eine Unwirklichkeit. Denn wahre Wirklichkeit ist nur da, wo ein Mensch in so entscheidendem Sinne gewagt hat, wie Christus es fordert. Und dann gelten ihm sofort auch die Verheißungen. Die „Christenheit“ aber ist dieser ekelhafte Jux, voll und ganz in der Endlichkeit zu bleiben und dann – die Verheißungen des Christentums mitzunehmen.

Wäre die Kontrolle nicht so leicht, würden diese Legionen Christen oder die Pfaffen, die ihnen vorschwatzen, vermutlich auch den Anspruch erheben, die Christen könnten Wunder tun. Denn Christus hat es ja den Gläubigen verheißen. Er hat die Erde mit den Worten verlassen (Mrc. 16, 17.18), dass denen, die da glauben, diese Zeichen folgen sollen: „In meinem Namen werden sie Teufel austreiben, mit neuen Zungen reden, Schlangen vertreiben, und so sie etwas Tödliches trinken, wird’s ihnen nicht schaden. Auf die Kranken werden sie die Hände legen, so wird’s besser mit ihnen werden.“

Ganz so verhält es sich auch mit der Verheißung, dass die Pforten der Hölle die Kirche Christi nicht überwältigen sollen. Beides geht nur die an, die im Sinne des Neuen Testaments glauben. Nicht aber den Priesterbetrug mit diesen Bataillonen von Christen, die man, so wie zwischen Sonntagsjägern und wirklichen Jägern unterschieden wird, Sonntagschristen nennen kann. Derlei Geschöpfe nimmt nicht einmal der Satan aufs Korn. Er sieht ja sehr gut, dass sie bereits dem Geschwätz zur Beute verfallen sind. Insofern ist es sogar lächerlich, wenn sie sich im Vertrauen auf Christi Verheißung vor den Pforten der Hölle sicher wähnen.

Die in langen Kleidern gehen

(Die in langen Kleidern gehen – Aus einem Artikel von Sören Kierkegaard, erschienen in seiner Zeitschrift „Der Augenblick“.)

„Hütet euch vor denen, die gerne in langen Kleidern gehen!“ (Mt 12,38; Lk 20,46) – 15. Juni 1855.

Hütet euch vor denen, die in langen Kleidern gehen! Man braucht wohl nicht besonders zu sagen, dass Christus mit diesen Worten natürlich nicht die Kleidung der Betreffenden kritisieren will. Denn dagegen, dass die Kleider lang sind, hat er gewiss nichts einzuwenden. Wenn die Sitte den Geistlichen vorgeschrieben hätte, kurze Kleider zu tragen, hätte Christus gesagt: Hütet euch vor denen, die in kurzen Kleidern gehen! Und ich will auch noch die letzte Möglichkeit ausschöpfen, um zu zeigen, dass es sich nicht um eine Kritik der Kleider handelt. Hätte die Sitte von den Geistlichen verlangt, ohne Kleider zu gehen, hätte Christus gesagt: Hütet euch vor denen, die ohne Kleider gehen! Der Stand ist es, den er treffen will. Denn er hat einen ganz anderen Begriff von dem, was ein Lehrer ist. Und den Stand bezeichnet er nach seiner besonderen Tracht.

Hütet euch vor denen, die gerne in langen Kleidern gehen! Eine verwässernde Bibelerklärung wird sich sofort des Wortes „gerne“ bemächtigen. Und sie wird herausfinden, dass Christus nur auf einzelne im Stand zielte, auf diejenigen, die eine eitle Ehre darein setzten, in den langen Kleidern zu gehen usw.. Nein, mein lieber, langgekleideter Freund, das kannst du vielleicht Einfältigen von der Kanzel herunter mit großer Feierlichkeit einbilden. Das entspricht ja auch ganz dem Christusbild, das im Sonntagsgottesdienst vorgestellt wird. Mir wirst du das aber nicht weismachen; und der Christus des Neuen Testaments redet nicht so. Er redet stets von dem ganzen Stand. Und er kommt nicht mit dem nichtssagenden Geschwätz, dass es in ihm einige verdorbene Subjekte gebe. Denn das gilt ja zu allen Zeiten von allen Ständen, und folglich wäre damit lediglich nichts gesagt.

Nein, er fasst den Stand als ein Ganzes auf. Er sagt, dass er als Ganzes demoralisiert ist. Dass er als Ganzes auch die verderbliche Sitte hat, in langen Kleidern gehen zu wollen. Und dieses Urteil hat zum Grunde, dass der offizielle Geistliche gerade das Gegenteil von dem ist, was Christus unter einem Lehrer versteht. Denn der Lehrer nach Christi Sinn ist als solcher leidend. Offizieller Geistlicher sein heißt aber, im Genuss des Irdischen zu stehen und dabei noch raffinierterweise für einen Repräsentanten Gottes gelten zu dürfen. Und so ist es auch kein Wunder, dass sie gerne in langen Kleidern gehen. Denn alle anderen Stellungen im Leben werden nur mit Irdischem gelohnt. Die offizielle Geistlichkeit aber nimmt sich zum Raffinement auch noch etwas von dem Himmlischen.

Also: An und für sich ist es völlig gleichgültig, ob der Stand lange oder kurze Kleider trägt. Die Sache ist vielmehr die. Sobald der Lehrer den Ornat bekommt, eine besondere Tracht, eine Standeskleidung, so hast du offiziellen Gottesdienst. Und das will Christus nicht haben. Lange Kleider, prachtvolle Kirchenbauten usw., all dies hängt zusammen. Und es bildet zusammen die menschliche Verfälschung des neutestamentlichen Christentums. Diese nützt in schändlicher Weise den Umstand aus, dass die Masse sich nur zu leicht von sinnlichen Eindrücken betören lässt und darum (ganz gegen das Neue Testament) nach Sinneseindrücken über die Wahrheit des Christentums zu urteilen geneigt ist. Dies ist die menschliche Verfälschung des neutestamentlichen Christentums.

Und es verhält sich mit dem geistlichen Stand nicht wie mit anderen Ständen, dass an dem Stand selbst an und für sich nichts Böses ist. Nein, ein „geistlicher Stand“ ist, christlich betrachtet, an und für sich vom Bösen. Er ist eine Demoralisation, ist ein Produkt menschlicher Selbstsucht, welche die Richtung, die Christus dem Christentum gab, geradezu umgekehrt hat.

Da nun aber einmal lange Kleider zur Amtstracht der Geistlichen geworden sind, so kann man auch versichert sein, dass das seinen Sinn hat. Ich glaube, dass man das Wesen oder Unwesen des offiziellen Christentums äußerst bezeichnend bestimmen kann, wenn man darauf achtet, was darin liegt:

Lange Kleider bringen unwillkürlich auf den Gedanken, dass man etwas zu verstecken habe. Wenn dies der Fall ist, so sind lange Kleider äußerst zweckmäßig. Und das offizielle Christentum hat außerordentlich viel zu verdecken. Denn es ist von A bis Z eine Unwahrheit, die man am besten verdeckt – durch lange Kleider.

Hütet euch darum vor denen, die gerne in langen Kleidern gehen! Nach Christus (der doch, da er selbst der Weg ist, am besten über den Weg Bescheid wissen musste) ist die Pforte eng, der Weg schmal – und wenige sind, die ihn finden. Was vielleicht am allermeisten bewirkt hat, dass die Anzahl dieser wenigen so gar klein und im Lauf der Jahrhunderte verhältnismäßig immer geringer geworden ist, das ist die ungeheure Sinnestäuschung, welche durch das offizielle Christentum eingetreten ist. Verfolgung, Misshandlung, Blutvergießen hat durchaus nicht in dieser Weise geschadet. Nein, das hat genützt, unberechenbaren Nutzen gestiftet im Vergleich mit diesem Grundschaden: einem offiziellen Christentum, das darauf berechnet ist, der menschlichen Bequemlichkeit und Mittelmäßigkeit zu Hilfe zu kommen, indem es den Menschen einbildet, dass Bequemlichkeit und Mittelmäßigkeit und Lebensgenuss Christentum sei. Man schaffe das offizielle Christentum ab und lasse eine Verfolgung kommen: im selben Augenblick ist das Christentum wieder da.

Gefallen ist Babylon

Gefallen ist Babylon – mit dieser Botschaft taucht das Thema „Babylon“ schon bei seiner ersten Erwähnung in der Offenbarung auf. „Gefallen, gefallen ist Babylon, die große, die vom Wein ihrer wütenden Unzucht alle Völker getränkt hat!“ So sagt es der Engel in Offb 14,8 im Blick auf das kommende Ende.

Auch die zweite Erwähnung – noch vor ihrer ausführlichen Darstellung in Kap. 17 – geht direkt auf ihr Ende. Am Schluss der Ausgießung der sieben Schalen der Wut Gottes, die mit dem großen Erdbeben endet, heißt es – Offb 16,19: „Die große Stadt wurde zu drei Bruchstücken, und die Städte der Völker fielen ein. – An Babylon die Große war vor Gott gedacht worden, ihr den Weinbecher der Wut seines Zornes zu geben. -„

Gott ist also wütend auf Babylon, und ihr Ende ist beschlossen und vorprogrammiert. Ausführlich schildert dieses dann Kap. 18. Und hier werden auch noch einmal ihre Sünden genannt:

Zum einen geht es um die Verwirrung und Verführung der ganzen Welt – 18,3: „Denn vom Wein ihrer wütenden Unzucht sind alle Völker betrunken, die Könige der Erde haben Unzucht mit ihr getrieben, und die Großhändler der Erde sind reich geworden aus den Möglichkeiten ihres Luxus.“

Zum anderen geht es um die Unterdrückung und Verfolgung der Leute Gottes und auch vieler anderer – 18,24: „Und in ihr wurde Blut von Propheten und Heiligen gefunden und von allen Getöteten auf der Erde.“

Dazwischen kommt noch ein deutlicher Aufruf – 18,4: „Und ich hörte eine andere Stimme aus dem Himmel: ‚Geht hinaus aus ihr, mein Volk, damit ihr euch nicht beteiligt an ihren Sünden, und hinaus aus ihren Plagen, damit ihr sie nicht bekommt!'“ Mit diesem Babylon kann es für Christen offenbar keine Gemeinschaft und keine Kompromisse geben. Wenn doch, wird sich das bitter rächen.

Mit dem Ende von Babylon hat es aber eine eigenartige Bewandtnis. Einerseits zerfällt die große Stadt beim letzten großen Erdbeben in drei Teile – ihr totales Ende.

Andererseits steht in Kap. 17 eine eigenartige Aussage auch schon aus der Zeit davor – Vers 16: „Die zehn Hörner, die du gesehen hast, und das Tier, die werden die Hure hassen und sie verwüstet machen und nackt und werden ihre Fleischstücke fressen und sie im Feuer verbrennen.“ Auch die große Klage der der Könige, der Großhändler und der Seeleute in Kap. 18 ist ja nur denkbar, solange diese selbst noch nicht unter das Gericht gefallen sind.

Wir stehen hier vor dem Phänomen eines Bruchs in der antichristlichen Welt. Die zehn Könige und das Tier im Sinne der weltlichen antichristlichen Macht, auf der die Hure Babylon sitzt und sich tragen lässt, wenden sich plötzlich gegen sie, um sie zu zerreißen. Hier ist einerseits ein Ende Babylons beschrieben, obwohl andererseits offensichtlich auch etwas von ihr weiterexistiert bis zu den großen Gerichten am Ende.

Auch hier kann man im Rückblick in die Geschichte einen Erklärungsversuch machen. Der Beginn war ja das Kaisertum im alten Rom. Mit dieser Staatsmacht arrangierte sich das päpstliche Christentum. Mit dem Ende des weströmischen Kaisertums übernahm der Papst den Kaisertitel „Pontifex Maximus“, übernahm auch provisorisch die Regierung Roms und richtete von dort aus den Kirchenstaat ein, den Vatikanstaat.

An Weihnachten 800 ergriff er die Gelegenheit und krönte den fränkischen König Karl den Großen zum römischen Kaiser. Und so war das römische Kaisertum wieder da. Und auch weiterhin mussten alle nachfolgenden Kaiser wieder vom Papst gekrönt werden. Daraus leitete sich dann der päpstliche Anspruch der Oberhoheit über Kaiser und Könige in der „Christenheit“ ab, die 1000 Jahre lang bestand.

Unter dieser Herrschaft geschah im Übrigen auch die jahrhundertelange größte Christenverfolgung aller Zeiten. Unter dem Zeichen des Kreuzes (!) versuchte die Kirche mit Hilfe der weltlichen Macht, jeden Ansatz von biblischem Christentum mit brutaler Gewalt auszurotten. Auch Andersgläubige bekamen diese Gewalt zu spüren: Heiden, Juden und Muslime. „In ihr wurde Blut von Propheten und Heiligen gefunden und von allen Getöteten auf der Erde.“

Einen ersten Bruch dieser Herrschaft gab es in der Reformationszeit, als lutherische, reformierte und anglikanische Länder von Rom abfielen. Über den Rest regierte der Papst aber weiterhin mit eiserner Hand und ließ auch nichts unversucht, verlorenes Gebiet zurückzugewinnen.

Erst im Zuge der französischen Revolution wurde der Bann gebrochen. Die französischen Revolutionäre identifizierten die Kirche richtigerweise als integralen Bestandteil des adeligen Unterdrückungsystems, das sie beseitigten. Und so marschierte ein französisches Revolutionsheer bis nach Rom, holte den Papst aus seiner Burg und führte ihn ins Exil.

Damit war dieser Teil der Geschichte beendet. Gefallen ist Babylon. Weltliche Mächte hatten tatsächlich dieses Joch zerbrochen. Seither gibt es zwar noch den Kirchenstaat mit seinen diplomatischen Kanälen, aber die einstige Macht ist dahin.

Etwas ist also am Ende, und etwas existiert weiter. Die politischen Heilsbringer und die kirchlichen Würdenträger marschieren jetzt auf getrennten Wegen. Und sie lassen sich weiterhin von ihren Gefolgsleuten und Anhängern bewundern und feiern und führen sie ins Verderben.

Aber auch darüber ist bei Gott das Ende beschlossen …

Babylon die Große

Babylon die Große ist ein Thema, das in der Offenbarung zwei ganze Kapitel einnimmt, ihre Beschreibung steht in Kap. 17, ihr Ende in Kap. 18.

Doch das Stichwort „Babylon“ taucht schon im ersten Petrusbrief auf. Petrus richtet dort am Ende (5,13) auch Grüße von der Mitauserwählten (Gemeinde) in Babylon aus. Die damalige Christenverfolgung hatte ja ihre Wurzel in Rom. Und daraus kann man schließen, dass Babylon in dieser Situation zum Codenamen für Rom geworden war. Petrus war tatsächlich dort, wo er dann auch zum Märtyrer wurde. So hat es u. a. Tertullian bezeugt, der in solchen historischen Ausagen sehr zuverlässig ist.

Die Deutung auf Rom bestätigt sich dann in Offb 17,9: „Die sieben Köpfe sind sieben Berge, auf denen die Frau sitzt“. Dass Rom die Stadt auf den sieben Hügeln ist, ist sprichwörtlich. Und auch in Offb 17,18: „Die Frau, die du gesehen hast, ist die große Stadt, die ein Königreich hat über die Könige der Erde.” Diese Beschreibung passt zu den damaligen Zeiten exakt zur Hauptstadt des römischen Imperiums.

Dass Babylon einerseits als Stadt und andererseits als Frau beschrieben wird, passt gut zusammen. In der Antike wurden Städte gerne weiblich gesehen, z. B. auch als „Töchter“ ihres jeweiligen Landes. Jerusalem war ja auch die „Tochter“ Zion. Und Rom heißt auf lateinisch bzw. italienisch bis heute „Roma“, das ist eine weibliche Form.

„Roma“ war in der heidnischen Zeit allerdings auch der Name der Stadtgöttin, Patronin und Schutzheiligen von Rom. Unterworfene Völker mussten zum Zeichen ihrer Untertänigkeit in ihren Hauptstädten entsprechende Tempel errichten. In diesen mussten die Statuen des göttlichen Kaisers und der göttlichen Roma verehrt werden. Dieser Kult war den damaligen Christen natürlich vor Augen. Sie kannten sich aus mit dem Geheimnis von Offb 17,5: „Auf ihrer Stirn (war) ein Name geschrieben, ein Geheimnis: ‚Babylon die Große, die Mutter der Hurer und der Gräuel der Erde‘.“

Zum Verständnis hilft uns auch die Gegenüberstellung mit dem Gegenstück zur Babylon, der Gemeinde. Sie erscheint in den folgenden Kapiteln 19-22. Auch hier sehen wir eine Frau, die eine Stadt ist:

„Die Hochzeit des Lammes ist gekommen, seine Frau hat sich vorbereitet.“ (19,7)

„Ich sah die heilige Stadt, ein neues Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, vorbereitet wie eine Braut, geschmückt für ihren Mann.“ (21,2)

„Und es kam einer von den sieben Engeln, die die sieben Schalen gehabt hatten, die voll gewesen waren mit den letzten sieben Plagen, und sprach mit mir: ‚Komm, ich zeige dir die Braut, die Frau des Lammes!‘ Und im Geist brachte er mich weg auf einen großen und hohen Berg, und er zeigte mir die heilige Stadt Jerusalem, die von Gott aus dem Himmel herabkam.“ (21,9-10)

Gegenüber dem irdischen Babylon bzw. Roma steht das himmlische Jerusalem, gegenüber der Hure die Braut, die durch die Hochzeit zur Ehefrau des Lammes wird, gegenüber der Unzucht die Reinheit. Die Gemeinde des Herrn, diejenigen, die dem Lamm gefolgt sind, wo immer es hingeht, sind seine Frau, seine Stadt.

Da wir es bei Jerusalem abseits vom prophetischen Bild real mit einer Gruppe von Menschen zu tun haben, dürfen wir annehmen, dass es auch bei Babylon so ist. Wenn das Tier, auf dem die Hure sitzt, einerseits eine dämonische Macht ist, dann ist die Hure die in Menschen sichtbare Ausprägung dieser Macht. Und wenn das Tier andererseits in Gestalt des Kaisers Nero das Antichristentum im politischen Bereich darstellt, dann haben wir es bei der Hure mit dem Antichristentum im religiösen Bereich zu tun. Götzendienst war ja auch schon im Alten Testament belegt mit dem Urteil der Hurerei.

Nun müssen wir noch eine etwas eigenartige Rechnung aufdröseln, das Tier betreffend – 17,9-11: „Die sieben Köpfe sind sieben Berge, auf denen die Frau sitzt, und es sind sieben Könige: Fünf sind gefallen, einer ist da, ein anderer noch nicht gekommen. Wenn er kommt, muss er ein wenig bleiben. Das Tier, das war und nicht ist, ist auch selbst der achte und einer von den sieben und geht ins Verderben.“ Das ist eine noch ausführlichere Version von Vers 8: „Das Tier, das du gesehen hast, ist gewesen und ist nicht da und wird aus der Unterwelt heraufkommen und geht ins Verderben.“

Die Liste der römischen Kaiser, wie sie in Wikipedia dargestellt ist, beginnt mit dem Kaiser Augustus. Der fünfte ist dann Nero. Wenn fünf gefallen sind, dann ist jetzt auch Nero gestorben. Wir befinden uns im sogenannten Vierkaiserjahr 68-69 n. Chr.. Nach Nero kamen politische Wirren mit vier Kaisern in einem Jahr. Auf Nero folgten Galba, Otho und Vitellius, bis der Kaiser Vespasian die Stabilität im Reich wieder herstellte.

Nach Nero (dem fünften) ist jetzt also einer da (der sechste) und ein anderer noch nicht gekommen (der siebte). Das Tier, das war und nicht ist, ist sicherlich Nero. Den haben wir ja als erste Ausprägung des Antichristen identifiziert. Er ist einer von den sieben (der fünfte) und soll dann als achter wiederkommen und ein wenig bleiben.

Es gab damals wohl tatsächlich Gerüchte, Nero sei nicht tot, sondern in den Osten zu den Parthern geflohen. Von dort solle er mit einem großen Heer zurückkommen um sich die Herrschaft wieder zurückzuholen. Aber die Offenbarung spekuliert ja nicht mit menschlichen Gerüchten, sondern gibt prophetische Information.

Betrachten wir die Sache aus heutiger Sicht von hinten her. Der achte Kaiser, der „ein wenig“ bleiben soll, ist dann das Kaisertum an sich. Es kehrt nach den Wirren im Jahr 68/69 zurück und bleibt. Wenn das Tier am Ende „ins Verderben“ geht, kann „ein wenig bleiben“ nur die ganze Endzeit meinen, bis zum Ende.

Nach der Verlegung der römischen Hauptstadt als Ost-Rom nach Konstantinopel, dem späteren Byzanz und heutigen Istanbul, regierten dort noch 1000 Jahre lang christliche Kaiser mit einem kirchlichen Patriarchen an ihrer Seite. Nachdem die muslimischen Türken im 15. Jahrhundert die Stadt erobert hatten, wanderte der Kaisertitel als „Zar“ weiter nach Moskau. Und auch heute noch regiert dort so etwas wie ein Zar mit einem Patriarchen an seiner Seite.

Nach dem Untergang des weströmischen Reichs durch die germanischen Eroberungen im 5. Jahrhundert übernahm in Rom der Papst den heidnischen Kaisertitel „Pontifex maximus“. Und mit der Krönung von Karl dem Großen zum Kaiser des heiligen römischen Reiches an Weihnachten im Jahr 800 fing es an, dass der Papst im westlichen Europa und später bis in dessen überseeische Kolonien 1000 Jahre lang über Kaiser und Könige regierte. Und auch heute noch sitzt dort ein Papst, der als Staatsoberhaupt des Vatikanstaats mit seinen diplomatischen Kanälen den Regierungen der Welt gerne sagen möchte, was sie tun sollen. Nur klappt es nicht mehr so ganz.

Wenn das Kaisertum (die weltliche Macht) das Tier ist, auf der die Hure sitzt, dann ist Babylon (als religiöse Macht) das dazugehörige abgefallene Christentum. Dieses stützt sich auf die staatliche Macht, und begleitet, infiltriert und – wenn möglich – regiert diese auch. Diese weltlich und dämonisch pervertierte Form des Christentums ist natürlich dazu da, Menschen vom wahren Christentum abzuhalten. Sie sollen abgehalten werden von der wahren Beziehung zu Gott durch Jesus den Messias. Die beste Bezeichnung für diese Perversion ist bis heute immer noch „Kirche„.

Die gravierenden Unterschiede zwischen der Brautgemeinde des Herrn und der Hure Babylon beschreibe ich in meinem Buch „Die Gemeinde des Messias„.

Sie verteidigten das Christentum

(Sie verteidigten das Christentum – ein Beitrag von Sören Kierkegaard)

Sie verteidigten das Christentum. Von seiner Macht war nie die Rede noch machte man Gebrauch davon. Sein „Du sollst“ war nie zu hören, damit kein Gelächter entstünde. Sie verteidigten das Christentum und sagten: „Verschmäht das Christentum nicht, es ist doch eine milde Lehre. Es enthält alle die milden Trostgründe, die jeder Mensch im Leben leicht noch einmal nötig haben kann. Ach Gott, das Leben lächelt uns ja nicht immer. Wir haben alle einen Freund nötig, und so ein Freund ist Christus. Verschmäht ihn nicht, er meint es so gut mit euch.“

Und es gelang; man hörte wirklich aufmerksam auf diese Rede, man schenkte diesem Bettler Herrn Jesus Christus Gehör. (Denn wenn er auch selbst nicht der Bettler war, so war er doch der, in dessen Namen man bettelte.) Man fand, dass etwas dran sei. Es kitzelte die Ohren der herrschsüchtigen Christenheit, dass es ja beinahe war, als solle abgestimmt werden – gut, unter der Bedingung nehmen wir das Christentum an. Gerechter Gott, und die Szene war die Christenheit, wo alle Christen sind, und da wurde das Christentum unter der Bedingung angenommen!

So ging es mit dem Christentum abwärts. Und nun lebt in der heutigen Christenheit, wo freilich von Strenge nie die Rede ist, ein verwöhntes, stolzes und doch feiges, trotziges und doch weichliches Geschlecht, das manchmal diese milden Trostgründe vortragen hört, aber kaum weiß, ob es Gebrauch davon machen will, selbst wenn das Leben am schönsten lächelt, und das sich in der Stunde der Not, wo man sehen kann, dass sie eigentlich doch nicht so milde sind, ärgert. Gerechter Gott, und die Szene ist die Christenheit!

Der Abfall vom Christentum

Ein Aufruhr im Trotz – ein Aufruhr in Heuchelei oder der Abfall vom Christentum. (Ein Artikel von Sören Kierkegaard.)

Dass der Mensch ein trotziges Geschöpf ist, weiß man wohl. Dass er aber ein äußerst kluges Geschöpf ist – sobald es Fleisch und Blut und irdisches Wohlsein gilt – darauf ist man nicht immer aufmerksam. Trotzdem ist es so. Und damit ist ja ganz wohl verträglich, dass man ganz richtig auch genug über die menschliche Dummheit klagt.

Behagt also dem Menschen etwas nicht, so sieht er zuerst klüglich nach, ob die Macht, die es ihm gebietet, nicht zu gewaltig ist, als dass er ihr Trotz bieten, ihr seine Macht entgegen stellen könnte. Ist sie nicht zu übermächtig, so empört er sich mit Trotz.

Ist aber die Macht, die ihm etwas Missfälliges gebietet, so übermächtig, dass ein Aufruhr im Trotz völlig aussichtslos ist – so greift er zur Heuchelei.

Dies gilt auch vom Christentum. Dass der Abfall vom Christentum längst eingetreten ist, das hat man nicht bemerkt. Denn der Abfall, der Aufruhr, geschah in und durch Heuchelei. Eben die Christenheit ist der Abfall vom Christentum.

Im Neuen Testament ist nach Christi eigener Lehre das Dasein des Christen, bloß menschlich geredet, eitel Qual. Eine Qual, gegen die alle anderen menschlichen Leiden fast nur Kinderspiel sind. Christus redet ganz offen davon, dass seine Jünger das Fleisch kreuzigen, sich selbst hassen, für die Lehre leiden müssen, dass sie weinen und heulen werden, während die Welt sich freut. Er stellt dem Jünger die Leiden in Aussicht, die das Herz am tiefsten verwunden: dass er Vater und Mutter, Weib und Kind hassen müsse, dass er ein Wurm sein werde und kein Mensch. So beschreibt die Schrift ja das Vorbild, und ein Christ sein heißt dem Vorbild gleichen. Daher auch diese unablässigen Ermahnungen, dass man sich nicht ärgern solle – daran nämlich, dass die allerhöchste, die göttliche Rettung und Hilfe für den Menschen ein solches Schrecknis sein solle.

Diese Bewandtnis hat es mit dem Christsein. Sieh, das ist nichts für uns Menschen. Von derlei Dingen möchten wir am liebsten dispensiert sein. Ja, wenn irgend welche menschliche Macht auf solches verfallen wäre, so hätten sich die Menschen sofort im Trotz gegen dieselbe empört.

Aber zum Unglück ist Gott eine Macht, gegen die man sich nicht im Trotz empören kann.

Da griff „der Mensch“ zur Heuchelei. Es gab nicht einmal Mut und Redlichkeit und Wahrhaftigkeit genug, um geradeheraus zu Gott zu sagen: „Darauf kann ich mich nicht einlassen“. Man griff zur Heuchelei und glaubte, dadurch vollkommen sichergestellt zu sein.

Man griff zur Heuchelei; man verfälschte den Begriff des Christen. Ein Christ zu sein, sagte man, ist eitel Glück und Seligkeit. „Was wäre ich, ach, was wäre ich, wenn ich kein Christ wäre! Welch unschätzbares Glück, ein Christ zu sein! Ja, ein Christ zu sein, das gibt dem Leben erst die rechte Bedeutung. Das gibt der Freude Geschmack und Linderung für das Leiden.“

Auf diese Weise wurden wir alle Christen. Und nun ging die Sache flott: die Künstler, die man hierfür besoldete, troffen von gesalbten Worten und hochtrabenden Redensarten, sandten verzückte Blicke zum Himmel und ließen die Tränen in Strömen fließen. Sie konnten Gott gar nicht überschwänglich genug für das große Glück danken, dass wir alle Christen sind usf.. Und das Geheimnis ist: Wir haben den Begriff des Christen verfälscht und hoffen nun, durch spitzbübische, heuchlerische Schmeichelei, durch süßlichen, ewig wiederholten Dank dafür – dass wir das Gegenteil von dem sind, was er unter einem Christen versteht, dadurch hoffen wir, ihm eine wächserne Nase zu drehen, wie wir dadurch auch uns selbst betrügen. Durch den inbrünstigen Dank dafür, dass wir Christen sind, hoffen wir dem zu entgehen, dass wir es werden sollen.

Sieh, darum ist die Kirche der zweideutigste Ort, den es gibt. Es sind ja gewiss andere Orte, die man gewöhnlich so nennt. Aber diese sind eigentlich nicht zweideutig, da sie ganz eindeutig sind, was sie sind. Und die eigentliche Zweideutigkeit wird eben dadurch aufgehoben, dass sie so genannt werden. Eine Kirche dagegen, ja sie ist ein zweideutiger Ort. Die vom Staat geschützten Kirchen in der „Christenheit“ sind das zweideutigste, das je existiert hat.

Denn Gott für Narren zu haben, ist nicht zweideutig. Zweideutig ist es dagegen, das für einen Gottesdienst auszugeben. Das Christentum abschaffen zu wollen, ist nicht zweideutig. Zweideutig ist es aber, die Abschaffung Ausbreitung zu heißen. Geld zum Kampf gegen das Christentum zu geben, ist nicht zweideutig. Zweideutig aber ist es, dafür Geld zu nehmen, dass man dem Christentum entgegenarbeitet – unter dem Vorgeben, dafür zu wirken.

Ekklesia

Ekklesia (Betonung auf dem „i“) ist das griechische Wort, das üblicherweise mit „Gemeinde“ übersetzt wird, so auch in meiner Übersetzung. Es mit „Kirche“ zu übersetzen, wäre angesichts dessen, was man sich üblicherweise unter „Kirche“ vorstellt, falsch.

Im Griechischen ist Ekklesia ursprünglich kein Wort aus dem religiösen Bereich. Es bezeichnet sowohl die Gesamtheit als auch die Versammlung der mündigen Bürger eines politischen Gemeinwesens. Die wörtliche Übersetzung „Herausgerufene“ bezieht sich wohl auf die Versammlung, zu der man die Bürger aus ihren Häusern „herausruft“. Im griechischen Alten Testament bezeichnet der Begriff auch die Versammlungen des Volkes Israel.

Im Neuen Testament korrespondiert das Wort mit dem Begriff „Reich Gottes“. In den Evangelien, also vor der Geburtsstunde der Gemeinde an jenem Pfingstfest im Jahr 30 n. Chr., ist sehr viel vom kommenden und in Jesus bereits anwesenden Reich Gottes die Rede, aber nur zweimal von der Ekklesia bzw. Gemeinde. Nach der Geistausgießung an Pfingsten ist sehr viel von der Ekklesia bzw. Gemeinde die Rede und nur noch an wenigen Stellen vom Reich Gottes.

Offensichtlich ist die Gemeinde der auf der Erde verwirklichte und sichtbare Teil des Reiches Gottes. Das wesentliche Kennzeichen des Reiches Gottes ist, dass in diesem Reich uneingeschränkt der Wille Gottes geschieht. Das heißt, dass überall, wo Menschen sich dem Willen Gottes unterstellen und ihn tun, das Reich Gottes da ist. Und das ist die Realität der Gemeinde. Die „Ekklesia“ ist sowohl die Gesamtheit als auch die Versammlung der mündigen Bürger des Reiches Gottes.

Das erstemal ist von der Ekklesia in Matthäus 16 die Rede. Jesus selbst hat hier die Bezeichnung eingeführt. Petrus sprach das Bekenntnis aus – Vers 16: „Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes“. Und Jesus sagte dazu – Vers 18: „Auf diesem Felsgrund werde ich meine Gemeinde bauen, und die Tore der Totenwelt werden sie nicht bezwingen.“ Jesus ist demnach: Fundament der Gemeinde („Auf diesem Felsgrund“), Baumeister der Gemeinde („werde ich bauen“) und Herr der Gemeinde („meine Gemeinde“).

Die Ekklesia des Neuen Testaments existiert in drei Größenordnungen. Zum einen wird die Gesamtheit der universalen christlichen Gemeinde so bezeichnet, zum anderen die Gemeinde in einer Stadt, dann aber auch die Gemeinde in einem Haus. Alle drei Ebenen sind im vollen Sinne „Ekklesia“. Das zahlenmäßige Minimum hat Jesus in Mt 18,20 benannt: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, dort bin ich in ihrer Mitte.“

Die christliche Gemeinde ist die Gemeinde, in der Jesus regiert bzw. der Wille Gottes geschieht. Umgekehrt ist dann eine „Gemeinde“, in der nicht Jesus regiert bzw. nicht der Wille Gottes geschieht, keine christliche Gemeinde. Das Vorbild für die Gemeinde, die das Reich Gottes auf Erden verkörpert, haben wir im Neuen Testament. Das ist der Maßstab.

Die ausführliche Argumentation zur Unterscheidung von „Kirche“ und „Gemeinde“ sollte man in meinem Buch „Die Gemeinde des Messias“ nachlesen.

Die 144.000 auf dem Berg Zion

Die 144.000 auf dem Berg Zion begegnen uns zweimal in der Offenbarung. In Offb 7,1-8 sind es die zwölf Stämme, die auf der Erde versiegelt werden. Hier ist noch kein konkreter Ort angegeben, wo sie stehen. Aber wir sehen hier ein Bild für das neue Israel, die Gemeinde, die auf der Erde gesammelt und mit Heiligem Geist versiegelt wird.

In Offb 14,1-5 stehen die 144.000 dann auf dem Berg Zion, zusammen mit dem Lamm. Sie singen dort einen neuen Gesang, und sie werden mit ihren markanten Eigenschaften beschrieben.

Doch zunächst zur Zahl 144.000. Dazu müssen wir uns kurz mit der biblischen Zahlensymbolik beschäftigen. Diese ist in der Bibel selbst zwar so nirgends beschrieben, aber überall, wo die Zahlen auftauchen, passt die folgende Deutung: 3 ist die Zahl für Gott bzw. den Himmel. Darin wird auch das Geheimnis der göttlichen Dreiheit angedeutet. Die Zahl 4 steht für die Erde bzw. die Menschen. In der Bibel ist immer von den 4 Enden der Erde die Rede.

Wenn man diese Zahlen 3 und 4 dann addiert, erscheint in der Zahl 7 die Gesamheit von Himmel und Erde. Da es nicht mehr als das gibt, ist 7 auch die Zahl der Gesamtheit bzw. Vollkommenheit. Das Gleiche gilt aber auch, wenn man 3 und 4 multipliziert, für die Zahl 12. Hier ist es noch deutlicher: die 12 Stämme Israels, die 12 Gesandten von Jesus. Man kann diese Vollkommenheitszahl noch steigern, wenn man sie verdoppelt auf 24. So viele Ältere sitzen um den Thron Gottes.

Das Maximale erreicht man aber, wenn man sie mit 1000 und mit sich selbst multipliziert. Und so kommen mit 12 mal 12.000 die 144.000 zustande. Das zeigt natürlich, dass diese Zahl, wie die anderen Zahlen in der Offenbarung, symbolisch zu verstehen ist. So viele sind es, die sich durch die Botschaft von Jesus rufen und retten lassen. Und wenn diese Zahl voll ist – Gott kennt sie ja -, dann ist das Ende da.

Wenn in Offb 14 nun die 144.000 mit dem Lamm auf dem Berg Zion stehen, dann müssen wir fragen, was der Berg Zion ist. Von der Antwort darauf wird es mit abhängen, ob wir die 144.000 in Kap. 14 noch auf der Erde oder schon im Himmel zu verorten haben.

„Zion“ war ursprünglich der Name der Burg in der Jebusiterstadt Jerusalem. Der König David eroberte sie mit seinen Kriegern und machte Jerusalem zur Hauptstadt Israels. Durch seine Eroberung galt sie als sein Privateigentum und wurde „Stadt Davids“ genannt. So gehörte sie zu keinem Stammesgebiet in Israel und war der ideale Platz für die Hauptstadt. Keiner der zwölf Stämme war Besitzer der Hauptstadt und somit gegenüber den anderen privilegiert.

Der Name Zion wanderte im Sprachgebrauch dann aber zu dem ganzen Berg, auf dem die Stadt Davids lag und auf dem Salomo später den Tempel baute. Und mit dem Tempel wurde der Zion zum Wohnplatz Gottes: Gott wohnt auf dem Zion. Und die Stadt am Berg, Jerusalem, wurde zur Tochter des Zionsberges, zur Tochter Zion.

Zur Zeit der frühen christlichen Gemeinde wanderte der Name aber noch weiter. Bis heute nennt man in Jerusalem nicht den Tempelberg, sondern den Südwesthügel der Altstadt, der im südwestlich gegenüber dem Tempelberg liegt, den Zionsberg.

Durch die Ablehnung des Messias mittels der Hinrichtung am Kreuz verlor der Tempel seine Funktion als Wohnplatz Gottes. Gott selbst entweihte ihn durch das Zerreißen des Vorhangs zum Allerheiligsten. Ein neues und ewig gültiges Opfer hatte den alten Opferkult abgelöst. So stellt es am eindrücklichsten der Hebräerbrief dar. Zum neuen Wohnplatz Gottes wurde nun die von Heiligem Geist erfüllte Gemeinde.

Die Gründung dieser Gemeinde durch die Ausgießung des heiligen Geistes geschah auf dem Südwesthügel der Stadt. Hier hatte Jesus auch mit seinen Jüngern das Abendmahl begangen. Hier war der ursprüngliche Versammlungsort der Gemeinde, und so konnte sich der Name Zion im christlichen Sprachgebrauch auf diesen Hügel übertragen, gegenüber dem Tempelberg. In der Anfangsphase der Gemeinde war der Zion als Wohnplatz Gottes nun hier.

In Wirklichkeit war der Wohnplatz Gottes aber dann überall da, wo seine Gemeinde sich versammelte. Zion als Wohnplatz Gottes war dann nicht mehr ein geographischer Ort, sondern eine Gruppe von Menschen.

Unterstützt wurde diese Sichtweise durch ein prophetisches Wort in Jes 28,16, das bildlich den Messas als Stein bezeichnet, den Gott im Zion einbaut. Paulus zitiert es in Rö 9,33: „Ich lege hier in Zion einen Stein des Anstoßes, einen Fels des Ärgernisses, und wer an ihn glaubt, wird sich nicht schämen müssen.” Das gleiche zitiert auch Petrus in 1 Pe 2,6. Wo Jesus der Eckstein ist, ist nun auch der Zion.

Und Heb 12,22-24 stellt den neuen Zion in Gegensatz zum alttestamentlichen Sinai. „Ihr seid vielmehr zum Zionsberg gekommen, zur Stadt des lebendigen Gottes, dem himmlischen Jerusalem, zur Festversammlung von Zehntausenden von Engeln, zur Gemeinde der Erstgeborenen, eingetragen in den Himmeln, zu Gott als Richter von allen, zu den Seelen der vollendeten Gerechten, zum Vermittler der neuen Bestimmung, Jesus, und zur Reinigung durch (sein) Blut, das stärker spricht als das von Abel.“

Wenn der Zion nun eine Bezeichnung der Gemeinde als Wohnplatz Gottes auf Erden ist, dann dürfen wir annehmen, dass auch die 144.000 auf dem Berg Zion in Offb 14 die irdische Gemeinde darstellen. Dafür gibt es weitere Indizien:

In der Parallelstelle in Offb 7 sind die Hundertvierundvierzigtausend eindeutig auf der Erde.

Das Geräusch der Musik kommt „aus dem Himmel“, und das ist im Bild ein Ort, der vom „Berg Zion“ verschieden ist.

In Vers 4 steht ein eindeutiges Präsens: „Es sind die, die dem Lamm folgen, wo immer es hingeht.“ Diese Aussage ist nur für die irdische Gemeinde sinnvoll; im Himmel gibt es Nachfolge in diesem Sinne nicht mehr.

Im Textzusammenhang steht zuvor in Kap. 13 die Art von Menschen, die sich auf der Erde von dem Tier aus der Unterwelt und dem anderen Tier verführen lassen. Die Hundervierundvierzigtausend in Kap. 14 sind das Gegenbild zu ihnen.

Danach kommen in Kap. 14 drei Engel, die vom bevorstehenden Ende berichten. Einer davon spricht vom Fall Babylons. Auch die Hure Babylon ist wiederum ein Gegenbild zur irdischen Gemeinde.

Und in Kap. 14 wird dann ab Vers 14 im Bild der Ernte tatsächlich die Entrückung beschrieben. Auch das spricht dafür, dass die Beschreibung der 144.000 auf dem Berg Zion davor auch in der zeitlichen Reihenfolge stimmt.

Wenn diese Beschreibung als irdische Gemeinde so richtig ist, dann muss man in dem Textabschnitt aber ein paar Verben, die im griechischen Aorist stehen, anders übersetzen. Wenn kein Rückblick auf eine Vergangenheit der Gemeinde gemeint ist, sondern eine Beschreibung ihrer Gegenwart auf der Erde, dann sind die Aussagen der Verben als Erfahrungstatsachen zu verstehen, die man im Deutschen mit Präsens übersetzt:

Vers 1: „Da steht das Lamm auf dem Berg Zion und mit ihm Hundertvierundvierzigtausend, …“

Vers 4: „Es sind die, die sich nicht mit Frauen beflecken, …“ (Gemeint ist Götzendienst.)

Vers 5: „In ihrem Mund findet man keine Lüge, …“

Überlegen kann man natürlich, warum die irdische Gemeinde dann ihren Gesang – begleitet von himmlischer Musik – vor dem Thron Gottes singt. Aber das ist kein Problem. Die Gebete der Heiligen steigen nach Offb 5,8 ebenfalls vor dem Thron Gottes auf.

Das ist die bekannte Doppelexistenz der Gemeinde: Als Zeugen Gottes und Ausländer auf der Erde, als Beter und Anbeter bereits im Himmel, ihrer wahren Heimat.

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