Ein Bibelübersetzer entdeckt ...

Autor: Uli Wößner (Seite 22 von 26)

siehe Beitrag "Über mich"

Auch Frauen sind „Brüder“

Auch Frauen sind „Brüder“, das ergibt sich aus der Betrachtung der griechischen Begriffe. Es ist eigentlich logisch, dass man als Übersetzer ein Wort nur dann richtig übersetzt, wenn man es in der richtigen Bedeutung übersetzt. Ein Wort der einen Sprache kann mehrere Bedeutungen haben, die man in der anderen Sprache nicht immer mit demselben Wort übersetzen kann. Daran scheitert auch immer der Versuch einer konkordanten Übersetzung, bei der man für ein griechisches Wort immer dasselbe deutsche Wort gebrauchen will.

Ich habe die konkordante Methode bei meiner Übersetzung eine Zeit lang versucht, bin aber recht schnell davon abgekommen. Wo es geht, übersetze ich ein griechisches Wort immer mit demselben deutschen. Aber es sind nicht viele Wörter, bei denen das durchgehend möglich ist. Das Wort „pneuma“ z.B. heißt zwar meistens „Geist“, aber an wenigen Stellen heißt es doch einfach „Wind“.

Ein wichtiger Fall in diesem Sinne ist das griechische „adelphós“, das in einer Bedeutung „Bruder“ heißt, aber nicht immer. Fangen wir im Plural an, da ist es zunächst einfacher. Es gibt in unserer Sprache „Brüder“, „Schwestern“ und dann auch noch das schöne Wort „Geschwister“. Im Griechischen heißt „adelphai“ eindeutig „Schwestern“. „Brüder“ sind „adelphoi“. Wenn es aber Männer und Frauen sind, also Geschwister, sagt der Grieche ebenfalls „adelphoi“. Dieses Wort muss also vom Zusammenhang her jeweils entweder mit „Brüder“ oder mit „Geschwister“ übersetzt werden. Wenn Paulus in seinen Briefen also „meine adelphoi“ anredet, dann muss man, da alle in der Gemeinde angesprochen sind, also auch die Frauen, ganz eindeutig mit „meine Geschwister“ übersetzen. „Meine Brüder“ wäre falsch. Also, auch Frauen sind „Brüder“.

Etwas komplexer wird die Sache im Singular. Da ist es im Griechischen im Prinzip dasselbe, aber wir haben im Deutschen kein Wort für ein einzelnes „Geschwister“, leider. Das griechische „adelphos“ heißt dann je nach Sinnzusammenhang entweder „Bruder“ oder „eines der Geschwister“ bzw. „Bruder oder Schwester“. Wenn ich also z.B. Römer 14,10 so übersetze: „Du aber, was richtest du deinen Bruder oder deine Schwester? Und du, was schätzt du denn deinen Bruder oder deine Schwester gering?“, dann habe nicht irgendeinem Zeitgeist entsprechend die Frauen mit hineingeflickt, sondern ich habe einfach richtig übersetzt.

Die bekannte „philadelphía“, wäre dann demnach auch nicht die „Bruderliebe“, sondern die „Geschwisterliebe“. Da „philia“ aber statt mit „Liebe“ treffender mit „Freundschaft“ zu übersetzen ist, ist „philadelphia“ dann die „Freundschaft mit den Geschwistern“.

Ja, wenn wir das doch recht begreifen würden – als Christen sind wir Geschwister, und wir sind Freunde …

Heiligen Geist haben

Heiligen Geist haben, das ist nach dem Neuen Testament eine Grundfrage bzw. ein Grundprinzip im Christenleben.

Röm 5,5: „Und die Hoffnung enttäuscht nicht. Denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unseren Herzen durch heiligen Geist, der uns gegeben ist.“ Als ich einmal die Übersetzung dieses Verses bearbeitete, fiel mir eine alte Diskussionen wieder ein, in die ich vor vielen Jahren verwickelt war. Es ging darum, ob Christen den Heiligen Geist haben oder ob es nicht hochmütig sei, zu sagen, man „habe“ ihn. Das würde wie ein Besitz klingen, und das sei unangemessen.

Paulus sagt: „Heiliger Geist ist uns gegeben.“ Das angesprochene Problem kann man lösen, wenn man Folgendes beachtet: Im Griechischen des Neuen Testaments gibt es zwei Arten, davon zu sprechen. Diese Unterscheidung wird in deutschen Bibelübersetzungen in der Regel nicht beachtet. Die neutestamentlichen Autoren schreiben zum einen „der Heilige Geist“, also mit Artikel, zum anderen „Heiliger Geist“ ohne Artikel. „Der Heilige Geist“ heißt es immer dann, wenn es sich um die göttliche Person handelt. Die göttliche Person ist die Gesamtheit des Geistes, das handelnde oder redende Subjekt. „Heiliger Geist“ ist im Unterschied dazu das, was wir von Gott bekommen. Wir bekommen einen Anteil am Geist, eine Anzahlung oder Erste Frucht vom Heiligen Geist.

In diesem Sinne haben wir also nicht „den Heiligen Geist“, den können wir nicht haben oder besitzen. Er kann höchstens uns haben oder besitzen, was im Christenleben ja der Normalzustand sein sollte. In diesem Zustand haben wir dann aber „Heiligen Geist“. Wir haben ein Geschenk Gottes, uns gegeben, durch das auch Jesus und der Vater in uns wohnen und wir „in Christus“ bzw. „im Messias“ sind.

Von dieser Redeweise her erhellt sich auch der Sinn jener eigentümlichen Geschichte, die uns in Apg 19,1-2 berichtet wird: Während Apollos in Korinth war, geschah es, dass Paulus durch die höher gelegene Gegend ging, hinunter nach Ephesus kam und (dort) einige Jünger traf. Er sagte zu ihnen: „Habt ihr Heiligen Geist bekommen, als ihr zum Glauben gekommen seid?“ Sie zu ihm: „Aber wir haben nicht einmal davon gehört, dass es Heiligen Geist (für uns) gibt!“

Für Paulus ist es offensichtlich eine sehr wichtige Frage, dass Menschen Heiligen Geist bekommen, wenn sie zum Glauben kommen. Die Antwort jener Jünger ist dann nicht, dass sie noch nie etwas von ihm gehört haben. Das geht ja von der ganzen biblischen Botschaft her gar nicht. Sie haben vielmehr als Johannesjünger noch nicht gehört, dass jetzt die Zeit da ist, in der es Heiligen Geist gibt. Gemeint in dem Sinne, dass man ihn bekommen kann, wenn man im Glauben an Jesus sein Leben auf Gott ausrichtet.

Ich weiß noch, wie hilfreich ich es empfunden habe, als ich diesen Unterschied in der Redeweise entdeckt und verstanden habe. Ich denke, es war David Pawson, durch den ich in einem seiner Bücher darauf aufmerksam geworden bin.

Was blieb bei Karpos zurück?

Durch eine Darlegung im Buch von Carsten Peter Thiede „Ein Fisch für den römischen Kaiser“ wurde ich angeregt, eine Stelle in meiner Übersetzung des Neuen Testaments noch einmal zu überdenken. Es geht um die Frage: Was blieb bei Karpos zurück, als Paulus von Troas weiterreiste? Es geht um 2 Tim 4,13, was in den meisten Übersetzungen so ähnlich heißt wie z. B. in der Einheitsübersetzung: „Wenn du kommst, bring den Mantel mit, den ich in Troas bei Karpos gelassen habe, auch die Bücher, vor allem die Pergamente!“

Die Situation in Troas, auf die hier zurückgeschaut wird, hat uns Lukas in Apg 20,13 erzählt: „Wir gingen weiter aufs Schiff und liefen aus nach Assos, wo wir Paulus aufnehmen sollten. Denn so war es (von ihm) angeordnet, weil er selbst zu Fuß gehen wollte.“

Auf dem Weg von Troas nach Assos sollten Paulus‘ Reisegefährten mit dem Schiff fahren, er selbst wollte zu Fuß gehen. Ich finde das einen interessanten kleinen Einblick in Paulus‘ Leben und Dienst. Er brauchte hier wohl einfach einmal seine Ruhe und wollte allein sein. Sicherlich ging es auch darum, auf diesem Fußmarsch Zeit für eine ungestörte Gemeinschaft mit Gott zu haben.

Natürlich wollte er dabei kein Gepäck mitschleppen. Und da gab es etwas, was er auch nicht seinen Gefährten auf dem Schiff mitgeben wollte, sondern einfach bei einem uns ansonsten unbekannten Bruder mit Namen Karpos in Troas deponierte. Er rechnete damals noch damit, dass er nach dem bevorstehenden Besuch in Jerusalem bald wieder hier vorbeikommen und seine Sachen wieder mitnehmen könnte.

Aber so kam es ja nicht, denn Paulus wurde in Jerusalem festgenommen und saß zwei Jahre lang in Cäsarea in römischer Haft. Hier hat er dann doch seine Sachen vermisst, und so schrieb er an Timotheos. Was blieb bei Karpos zurück? Ich schreibe es hier jetzt einmal in meiner eigenen Übersetzung, aber mit drei unübersetzten Wörtern: „Wenn du kommst, bring den Phailónes mit, den ich in Troas bei Karpos gelassen habe, mit den Bíblia, besonders den Membránas!“

Von diesen drei griechischen Wörtern kommen zwei nur an dieser einen Stelle im Neuen Testament vor. Am einfachsten sind die „Biblia“, das sind Schriftrollen, wie wir sie auch aus anderen Bibelstellen kennen. Sie waren aus Papier, das aus der Papyrus-Staude hergestellt wurde, wurden auf einer Seite beschrieben und dann zur Aufbewahrung zusammengerollt. Leider wissen wir nicht, welchen Inhalt die genannten Schriftrollen hatten.

Zu den Schriftrollen kommen dann noch „Membranas“. Dieses Wort ist nicht griechisch, sondern lateinisch, mit griechischen Buchstaben geschrieben. Es bezeichnet also etwas, wofür es kein griechisches Wort gab, so dass man die lateinische Bezeichnung nehmen musste. In der Tat waren es die Römer, die zuerst die Technik entwickelten, aus Tierhaut ein neuartiges, erheblich dauerhafteres Schreibmaterial herzustellen, das Pergament. Es hatte neben der Dauerhaftigkeit auch den Vorteil, dass man beim Schreiben, wenn man einen Fehler machte, den noch abwischen konnte, bevor die Tinte trocken war, was beim Papyrus nicht ging. Das Pergament benutzten die Römer zunächst für einfache Notizbücher, welche die vorher üblichen Wachstäfelchen ablösten, später dann auch zum Schreiben und Herausgeben richtiger Bücher, die uns heute unter dem Namen „Kodex“ bekannt sind.

Die christlichen Schriften wurden zuerst auf Schriftrollen geschrieben, was vor allem auch die jüdische Form heiliger Schriften war. Später ging man dann aber zunehmend zum Kodex über, weil er praktischer zu handhaben war. Es war ja einfacher, anstatt z. B. Matthäus, Markus, Lukas, Johannes und die Apostelgeschichte in fünf einzelnen Rollen zu haben, die man jeweils extra auf- und zurollen musste, sie alle fünf in einem Buch zu haben, das man an jeder Stelle aufschlagen konnte.

Die Anweisung von Paulus nimmt uns genau in diese Übergangszeit hinein. Er besitzt noch Schriftrollen aber auch schon die modernen Pergamentbücher. Leider wissen wir auch hier nicht, was drinstand. Waren es erst persönliche Notizen, oder Kopien seiner eigenen Briefe? Oder hatte er schon ein Matthäus- oder Markusevangelium dabei, was damals schon möglich gewesen wäre? Wir sehen jedenfalls, dass der Besitz mehrerer Büchern durchaus üblich war.

Bleibt noch der etwas rätselhafte „Phailones“. Im griechischen Lexikon steht dafür zwar „Mantel, Reisemantel“, aber auch, dass das Wort nur im späten antiken Griechisch vorkam, dazu selten. Und vor allem lässt sich keine Ableitung von anderen griechischen Wörtern erkennen. Man könnte also auch hier von einem Fremdwort aus einer anderen Sprache ausgehen, zumal es andernorts auch verdreht als „Phainoles“ auftaucht.

Gegen die Bedeutung „Mantel“ sprechen nun an unserer Stelle aber zwei Dinge. Zum einen gibt es ein griechisches Wort für Mantel, das Obergewand, das auch im Neuen Testament an etlichen Stellen vorkommt. Zum anderen hätte Paulus, der sich auf einen mehrtägigen einsamen Fußmarsch freute, keinen Mantel zurückgelassen. Er hätte ihn unterwegs beim Übernachten als Zudecke gebraucht. Wenn also kein Mantel für einen Menschen gemeint war, was war es dann? Im Zusammenhang mit Schriftrollen und Büchern können wir ja an eine andere Arrt von „Ummantelung“ denken, an eine Art Behältnis. Ein solches Behältnis könnten wir als Futeral, Tasche, Koffer, oder Ähnliches bezeichnen. Jedenfalls würde es sinngemäß gut passen, dass Paulus seinen Schriftenkoffer für einige Zeit dort zurückließ.

Achten wir nun genau auf die Anweisung, diesen Koffer „mit den Schriftrollen, besonders den Pergamentbüchern“ mitzubringen. Sicherlich darf man aus dieser Formulierung schließen, dass die Schriften nicht einfach im Koffer lagen. Sie waren vielmehr in der Gemeinde in Troas leihweise im Umlauf und wurden benutzt. Es erscheint ja auch logisch, dass man so wichtiges Lesematerial nicht in einem Koffer liegen lässt. Man liest, liest vor und kopiert durch Abschreiben. Also musste Timotheos darauf achten, den Phailones mit den Biblia, besonders den Membrana mitzubringen. Er sollte alles einsammeln und sicherstellen, dass Paulus wiederbekam, was er der Gemeinde geliehen hatte.

Der Vers heißt nun in meiner Übersetzung – 2 Tim 4,13: „Wenn du kommst, bring den Koffer mit, den ich in Troas bei Karpos gelassen habe, mit den Schriftrollen, besonders den Pergamentbüchern!“

Der Zehnte von Küchenkräutern?

Zur Zeit von Jesus hatten die Pharisäer ihr System der Ablieferung des zehnten Teils aller ihrer Einnahmen weit entwickelt. Es war so verfeinert, dass sie sogar von selbst geernteten oder eingekauften Küchenkräutern penibel genau den zehnten Teil abgaben. Diese Praxis spricht Jesus zweimal in Stellungnahmen gegen die Pharisäer an. Ich zitiere die Stellen zunächst nach der Elberfelder Bibel:

Mt 23,23: „Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, Heuchler! Denn ihr verzehntet die Minze und den Anis und den Kümmel und habt die wichtigsten Dinge des Gesetzes beiseite gelassen: das Gericht und die Barmherzigkeit und den Glauben; diese hättet ihr tun und jene nicht lassen sollen.“

Lk 11,42: „Aber wehe euch Pharisäern! Denn ihr verzehntet die Minze und die Raute und alles Kraut und übergeht das Gericht und die Liebe Gottes; diese Dinge hättet ihr tun und jene nicht lassen sollen.“

Was mir an diesen Stellen schon immer eigenartig erschien, ist, dass Jesus hier zwar das Einhalten der wichtigen Dinge des Gesetzes verlangt, aber daneben auch weiterhin das Verzehnten der Küchenkräuter. Zumal diese Stellen dann gerne von Auslegern herangezogen werden als Beleg dafür, dass angeblich auch von der neutestamentlichen Gemeinde das Abgeben des zehnten Teils der Einkünfte verlangt wird, was sonst nirgends im Neuen Testament belegt ist.

Aber manchmal hilft dann der nochmalige Blick ins Lexikon. Ich benutze das Griechischlexikon von Hermann Menge, dem Bibelübersetzer. Da entdeckte ich zuerst eine alternative Bedeutung (von „pareínai“) für den Umgang mit den Kräutern an der Stelle bei Lukas. Die heißt jetzt so:

„Aber wehe euch Pharisäern: Ihr gebt den zehnten Teil von der Pfefferminze, der Raute und jeglichen Küchenkräutern und umgeht das Recht und die Liebe Gottes. Diese müsstet ihr aber ausüben – und (dürftet) euch nicht bei jenen aufhalten!“

Sich nicht bei solchen Kleinigkeiten aufhalten, das klingt doch schon viel besser. Davon ermutigt, schaute ich auch nochmal nach für die Matthäus-Stelle „jene nicht lassen“. Das griechische Wort („aphiénai“) heißt wirklich „lassen“, mit verschiedenen Bedeutungen. Wie erstaunt war ich aber, dass es nicht nur so etwas heißt wie „loslassen“, „erlassen“ oder „zurücklassen“. Es kann auch „zulassen“ heißen im Sinne von „erlauben, gestatten“. Mit dieser Bedeutung wendet sich die Aussage von Jesus ins genaue Gegenteil:

„Wehe euch, Theologen und Pharisäer, ihr Heuchler: Ihr gebt den zehnten Teil von der Pfefferminze, vom Dill und vom Kümmel und habt die gewichtigeren Dinge des Gesetzes verlassen: das Recht und das Mitgefühl und den Glauben! Diese müsste man aber ausüben – und jene (dürfte man) nicht zulassen!“

Nun heißt es nicht nur, man müsste sich an die wichtigen Dinge des Gesetzes halten. Es heißt auch, man dürfte Lehren über solche Kleinigkeiten – wie den Zehnten von Küchenkräutern – nicht einmal zulassen.

Beide Möglichkeiten sind von den Wortbedeutungen her legitime Übersetzungen. Der Übersetzer muss in einem solchen Fall vom Zusammenhang her die am ehesten richtige Übersetzung wählen. Das war in diesem Fall nun aber nicht mehr schwer. Sich auf gesetzliche Art bei Kleinigkeiten aufhalten, das ist pharisäischer Geist. Beständig und wahrhaftig in den wesentlichen Dingen leben, das ist der Geist von Jesus.

Wer kennt Julius?

Wer kennt Julius? Die Apostelgeschichte beschreibt den spannenden Übergang der Botschaft Gottes aus der jüdischen in die griechisch-römische Welt. Dabei tauchen auch immer wieder besondere Römer auf. Einer von ihnen ist der römische Offizier Julius. Aber wer kennt Julius? Der Titel von Julius ist auf Griechisch „Kenturion“, was natürlich der lateinische „Centurio“ oder „Zenturio“ ist. Vielleicht kennen wir den noch aus dem Geschichtsunterricht, aber zumindest aus den Asterix-Heften.

Ein Zenturio ist ein Offizier der römischen Armee, der eine „Zenturie“, d.h. eine Abteilung von ca. 80 Soldaten unter sich hat. Sechs Zenturien bilden zusammen eine Kohorte, die unter dem Befehl eines Generals steht. Ein General begegnet uns auch in der Apostelgeschichte, Claudius Lysias, der Kommandeur der Kohorte in Jerusalem, der Paulus aus einer aufgebrachten jüdischen Menge rettete.

Als Paulus zwei Jahre später als Häftling zusammen mit anderen Gefangenen nach Rom transportiert werden sollte, vertraute man die Durchführung dieser Aufgabe dem Zenturio bzw. Offizier Julius an, der dazu sicherlich die Soldaten seiner Zenturie dabeihatte. Er war also für mehrere Monate ein sehr wichtiger Mann im Leben von Paulus und seinen Mitarbeitern Lukas und Aristarchos.

Dass die Erlebnisse auf der gemeinsamen Seereise auf Julius einen tiefen Eindruck gemacht haben, darf man wohl annehmen. Es gibt sogar einen Hinweis darauf, dass er dadurch Christ geworden ist. Nach der Landung in Italien heißt es in Apg 28,13-14: „Und als nach einem Tag Südwind aufkam, fuhren wir in zwei Tagen nach Puteoli, wo wir Geschwister fanden und von ihnen eingeladen wurden, sieben Tage zu bleiben.“ Dieser Einladung konnte das christliche Team („wir“) nur nachkommen, wenn der verantwortliche Offizier es erlaubte, oder, wie man wohl annehmen darf, mit eingeladen war, weil er inzwischen dazugehörte. Die Geschichte ist zu lesen in Apg 27 und 28, die Vorgeschichte dazu beginnt schon in Apg 21.

Philippus der Botschafter

Philippus der Botschafter ist einer von zwei Männern mit Namen Philippus im Neuen Testament.

Einer der zwölf Jünger von Jesus hieß Philippus, aber innerhalb des Neuen Testaments hören wir nichts darüber, wie dessen persönlicher Weg und Dienst als Gesandter von Jesus weiterging. Aus späteren Quellen erfahren wir, dass er sein Missionsgebiet in den Regionen um die heutige Halbinsel Krim gehabt haben soll.

In der Apostelgeschichte taucht dann noch ein anderer Philippus auf, den wir hier näher betrachten wollen. Der Name heißt eigentlich „Phílippos“, das ist Griechisch und bedeutet „Pferdefreund“. Die Lateiner haben ihn zum „Philippus“ umbenannt, die Deutschen dann zum „Philipp“. In Apg. 6 erscheint er zum erstenmal in der Jerusalemer Urgemeinde. Er war einer der sieben Männer, die die unparteiische Versorgung der armen Witwen sicherstellen sollten. Das war ein bis zwei Jahre nach der Gründung der Gemeinde dort an Pfingsten im Jahr 30 n. Chr..

Als etwa ein Jahr später nach der Steinigung von Stephanus die erste Verfolgung ausbrach und ein Großteil der Gemeinde über das Land zerstreut wurde, war auch Philippus unterwegs. Jetzt entfaltete sich seine Gabe, die dazu führte, dass man ihn den „Evangelisten“ bzw. „Botschafter“ nannte.

Erst wurde er zum Urheber einer Erweckung unter den Samaritern in Samaria und Umgebung, dann wurde er von Gott auf die einsame Straße nach Süden geschickt, wo er dem Finanzminister von Äthiopien, einem Eunuchen, die Botschaft von Jesus erklärte. Er erklärte sie so, dass der Minister sich auch gleich im Wasser in den Namen Jesus eintauchen lassen wollte.

Die Geschichte endet auf sehr ungewöhnliche Art – Apg 8,39-40: „Als sie aus dem Wasser heraufkamen, holte der Geist des Herrn Philippus weg, und der Eunuch sah ihn nicht mehr. Er fuhr jedoch seinen Weg und freute sich. Philippus fand sich aber in Aschdod. Er ging durch alle Städte und brachte die gute Nachricht, bis er nach Cäsarea kam.“

Dass er nach Cäsarea kam, ist für lange Zeit das letzte, was wir von ihm hören. Erst im Jahr 57, also etwa 25 Jahre später, taucht sein Name wieder auf, als nämlich Paulus mit seinen Begleitern einschließlich Lukas bei der Rückkehr von der dritten Missionreise bei ihm einkehrte – Apg 21,8-9: „Am nächsten Tag gingen wir los und kamen nach Cäsarea. Wir gingen in das Haus von Philippus dem Botschafter, der einer von den Sieben war, und blieben bei ihm. Er hatte vier Töchter, Jungfrauen, die prophetisch sprachen.“

Der ursprünglich reisende Botschafter ist also nach 25 Jahren immer noch in Cäsarea. Was ist da passiert? Philippus ist offenbar in Cäsarea „hängengeblieben“, d. h. er hat eine Frau gefunden und eine Familie gegündet. Wenn er 25 Jahre später 4 Töchter hat, die Jungfrauen sind und prophetisch sprechen, dann sind das keine kleinen Kinder mehr. Sie führen ein sauberes Leben (Jungfrauen), sind mit Heiligem Geist erfüllt und dienen Gott und der Gemeinde mit ihren Gaben. Philippus hat offensichtlich auch als Vater vieles richtig gemacht. Und die aktive Beteiligung von Frauen in der Gemeinde hat hier in der Apostelgeschichte ganz nebenbei eine interessante Bestätigung.

Die Apostelgeschichte

Die Apostelgeschichte ist die Fortsetzung des Lukasevangeliums, sozusagen der zweite Band. Das darin Berichtete folgt dem Grundmuster „von Jerusalem nach Rom“. Sie hat zwei Schwerpunktthemen: Zum einen ist da die Geschichte der Urgemeinde in Jerusalem mit ihrer Ausbreitung bis nach Antiochia und dem Übergang zu den Nichtjuden. Zum anderen berichtet sie die Geschichte des Gesandten (Apostels) Paulus und seines Dienstes mit seinem Weg bis nach Rom.

So haben wir exemplarisch wenigstens die Geschichte eines der Gesandten von Jesus überliefert. Die anderen Gesandten haben sicherlich ähnlich interessante Geschichten, Thomas zum Beispiel ging bis nach Indien. Aber die Informationen aus frühen christlichen Schriften darüber sind eher spärlich. Es wäre eine interessante Aufgabe, das einmal zusammenzustellen.

Die Apostelgeschichte lässt sich mit den Angaben von Lukas auch gut datieren. Sie beginnt im Jahr 30 n. Chr. mit der Himmelfahrt des am Kreuz hingerichteten und auferstandenen Herrn. Am darauffolgenden Pfingstfest geschah die Gründung der christlichen Gemeinde mit der Ausgießung des Heiligen Geistes. Besonders mit Hilfe der von Lukas genannten Regenten, König Agrippa in Jerusalem, Gallio in Korinth, Felix und Festus in Cäsarea bzw. Judäa, kann man auch die weitere Apostelgeschichte gut datieren. Sie endet mit dem zweijährigen Hausarrest von Paulus in Rom von 60 bis 62 n. Chr.. Sie umfasst also einen Zeitraum von ca. 30 Jahren.

Die Apostelgeschichte gibt uns auch die einzige ausführliche Erzählung einer spannenden Abenteuergeschichte im Neuen Testament. Bei der Reise von Paulus als Gefangener von der Verhaftung in Jerusalem bis nach Rom, mit einem schweren Sturm auf See und einem Schiffbruch bei der Anlandung am Strand der Insel Melite, war Lukas selbst dabei und konnte uns so einen authentischen Augenzeugenbericht liefern.

Sehr erhellend war für mich dazu das Buch von Heinz Warneke: „Die tatsächliche Romfahrt des Apostels Paulus“. Warneke, der sich mit Seefahrt und Meteorologie auskennt, zeigt darin, wie die von Lukas geschilderte Fahrt tatsächlich abgelaufen sein muss, wo die genannten Orte an den griechischen Küsten tatsächlich zu finden sind, und vor allem, dass die von Lukas genannte Insel „Melite“als Ort der Anlandung nicht die Insel Malta sein kann. Der Ort muss nach der Fahrtbeschreibung von Lukas in der Adria zu finden sein. Und der einzige Ort, der dort einen zum Bericht passenden flach ansteigenden Meeresgrund hat, ist die Halbinsel von Argostoli an der großen westgriechischen Insel Kephallenia, die damals auch Melite genannt wurde.

Malta ist weit weg von der Adria und hat keinen zur Beschreibung passenden Strand. Die lokalen Traditionen von der Landung des Paulus dort sind also nicht ursprünglich. Aber natürlich lässt sich auf Malta mit der Tradition von Paulus, der in Wirklichkeit gar nie dort war, mit entsprechenden Pilgern ganz gut Geld verdienen.

Der Stern von Betlehem

Der Stern von Betlehem ist ein weiteres Thema im Umfeld von „Weihnachten„. Der Stern hatte ja die persischen Weisen veranlasst, nach Israel zu reisen, um den Messias zu begrüßen.

Es gibt dazu gängige Theorien über einen Kometen oder die Annäherung zweier Planeten, die zusammen einen hellen Stern ergeben haben sollen. Diese Theorien haben zwei große Nachteile. Zum einen gab es zwar Annäherungen von Planeten aneinander, aber nie ein Zusammentreffen, das man als einen Stern sehen konnte. Zum anderen stimmen die Theorien nicht mit dem Bibeltext überein. In Mt 2 ist eindeutig von einem Stern zu lesen (griechisch „astér“). Matthäus spricht weder von einem Kometen („kométes“) oder einem Planeten („planétes“). (Da sieht man wieder, woher manche deutschen Wörter kommen …)

Wir nehmen ja an, dass Matthäus alles so gemeint hat, wie er es schreibt. Und dann ist die einzig überzeugende Erklärung (wenn man nicht einfach eine Art „Leuchtwunder“ am Himmel annehmen will) die von Werner Papke, die er in seinem Buch „Das Zeichen des Messias“ dargelegt hat. Sein Buch hat leider auch spekulative Anteile, aber da, wo er als Fachmann für Astronomie und Alten Orient spricht, darf man seinen Argumenten folgen.

Ein am Himmel plötzlich erscheinender Stern kann nur das Phänomen sein, das die Astronomie als „Supernova“ bezeichnet. Ein ausbrennender Stern, der zuletzt in einer riesigen Explosion auf das Vielfache seiner Größe anwächst und einige Wochen lang mit einer Leuchtkraft von bis zu 200 Millionen Sternen leuchtet, bis er in sich zusammenfällt und aus dem Gesichtsfeld verschwindet. Am Himmel sieht man in diesem Fall da, wo vorher mit bloßem Auge vielleicht ein kleiner oder auch gar kein Stern zu sehen war, plötzlich einen unübersehbaren sehr hellen Stern, der dann nach einigen Wochen wieder verschwindet.

Erscheinungen solcher „Supernovae“ sind historisch aus verschiedenen Jahrhunderten gut bezeugt, z.B. hat Kepler zu seiner Zeit eine beobachtet. Unten ein Beispiel aus unseren Tagen, allerdings nur mit einem Superteleskop zu sehen. Eine solche Supernova ist die einfachste und beste Erklärung für den Stern von Betlehem.

So haben die Weisen in Persien während einer Himmelsbeobachtung einen Stern „beim Aufscheinen“ gesehen. Sie haben „zufällig“ das Erscheinen eines neuen Sterns beobachtet. Und sie haben ihre Schlüsse daraus gezogen: „Wo ist der König der Juden, der geboren ist? Wir haben nämlich seinen Stern gesehen, beim Aufscheinen, und wir sind gekommen, ihm unsere Verehrung darzubringen.“

(Beispiel einer Supernova mit umgebenden „normalen“ Sternen:)

(Die Aufnahme des James-Webb-Teleskops im Nahinfrarot-Bereich zeigt die Supernova 1987A, die sich 168.000 Lichtjahre entfernt befindet. Quelle: web.de – Update vom 6. September 2023.)

Nun kommt dazu, dass es Werner Papke in seiner wissenschaftlichen Arbeit gelungen ist, die Sternbilder des alten Orients zu rekonstruieren. Diese sind von den heute üblichen recht verschieden. Es gab damals am Himmel auch noch Bilder aus der biblischen Urgeschichte. Darunter waren Noah, die Arche, ein Rabe und auch eine Frauengestalt, die in Keilschrifttexten ERUA genannt wird. Sie bezieht sich auf die Verheißung an Eva, dass einer ihrer Nachkommen der Schlange der Kopf zertreten würde. ERUA ist das Bild der Nachkommin Evas, die diesen Schlangenzertreter gebären würde. (Ein Teil dieser ERUA ist heute das Sternbild „Jungfrau“.)

Dieses Sternbild ERUA war den persischen Weisen, die auch Überlieferungen vom weisen Daniel in Babylon hatten, wohl bekannt. Als nun genau im Schoß dieser ERUA am Himmel der neue helle Stern erschien, wussten sie Bescheid und packten ihre Sachen. Der Stern schien ja noch, als sie in Betlehen vor dem Haus der Familie Josef ankamen.

Zu dieser Sichtweise muss ich noch einen Gedanken ergänzen: Sterne sind im Weltall sehr weit von uns weg. Der nächste Stern ist zwei Lichtjahre von uns entfernt, das Zentrum unserer Milchstraße bzw. Galaxis etwa 15 000 Lichtjahre. Ich nehme als Beispiel einmal als zufällige Zahl 1000. Wenn die Supernova, die man zur Zeit der Geburt Jesu im Sternbild ERUA sehen konnte, 1000 Lichtjahre entfernt war, dann war die Sternenexplosion 1000 Jahre früher geschehen, als man sie von der Erde aus sehen konnte. So lange brauchte das Licht von dort bis hierher.

Das heißt, Gottes Zeitplan war so genau, dass er 1000 Jahre früher an der richtigen Stelle eine Sternexplosion geschehen ließ. Dann konnte man, „als die Zeit erfüllt war und Gott seinen Sohn sandte“ punktgenau deren Licht hier auf der Erde sehen. Für mich ein großartiger Gedanke, wie Gottes Pläne auch über Jahrtausende exakt ablaufen und sich durch nichts stören lassen …

Natürlich müssen wir uns von der pseudochristlichen Legende verabschieden, nach der der Stern von Betlehem die Weisen „geführt“ habe und sie ihm „gefolgt“ seien. Das ist nicht das, was Matthäus erzählt. Geleitet wurden die Weisen von der Botschaft des Sterns, die sagte: „Der neue (und endgültige) König der Juden ist geboren!“ Deshalb gingen sie ja zunächst in die Königsstadt Jerusalem. Nach Betlehem führte sie dann erst die Aussage der Schriftgelehrten, dass dort der Messias geboren würde. Also wurden sie vom Wort Gottes dorthin „geleitet“.

Matthäus sagt, dass der Stern auf dem Weg dorthin „vor“ ihnen ging, nicht dass er „vor ihnen her“ ging. Es ist so zu verstehen, dass sie während der nächtlichen Reise nach Betlehem den Stern vor sich hatten. Der Stern ging gegen Mitternacht im Osten auf und wanderte während der zweiten Nachthälfte am Himmel nach oben. So stand er gegen Morgen, als sie ankamen, genau im Zenith über dem Haus, in dem das Kind war mit Maria, seiner Mutter.

Wann ist Jesus geboren?

Zur Frage „Wann ist Jesus geboren?“ wollen wir zunächst einen Blick auf ein paar Fakten zum Thema „Weihnachten“ werfen. Das fällt einem ja als erstes dazu ein. Das Wort „Weihnachten“ ist kein biblischer Begriff. Es kommt aus dem heidnisch-germanischen Vorfeld, in dem man die „geweihten Nächte“ feierte. Wenn mit der Wintersonnwende der Abwärtstrend der Sonne am Himmel und das Kürzerwerden der Tage gestoppt waren, war es natürlich ein Grund zum Feiern, dass sich der Trend jetzt umkehrte und die Tage ganz langsam wieder länger wurden.

Von diesem Ursprung her ist Weihnachten also nicht direkt ein heidnisches Fest, sondern ein Jahreszeitenfest. Dass es in Zeiten ohne elektrischen Strom ein Grund zum Feiern war und man es in der dunkelsten Zeit des Winters natürlich mit Feuer und Lichtern gefeiert hat, ist einleuchtend. Alle antiken Völker haben, soweit man weiß, die Wintersonnwende auf die eine oder andere Art gefeiert. Die ursprüngliche „Weihnachtsbotschaft“ heißt also: Wir haben den Wendepunkt überschritten, die Sonne steigt wieder höher, die Tage werden wieder länger und heller!

Dass Jesus nicht an Weihnachten geboren ist, ist den geschichtlich Gebildeten schon lange bekannt. Dass es irgendwann im Sommer gewesen sein muss, verraten uns die Hirten auf dem Feld bei Betlehem. Wann Hirten bei Betlehem auf dem Feld draußen waren, ist nämlich eine Frage der Jahreszeit. In Israel ist im Sommer Dürrezeit und im Winter Regenzeit. Die Zeit zum Säen ist im Herbst vor Beginn der Regenzeit. Dann kommt der „Frühregen“ und lässt das Getreide auf dem Feld keimen und wachsen. Im Frühjahr kommt dann der „Spätregen“, der das Getreide ausreifen lässt bis zur Ernte im April/Mai.

Die Hirten sind mit ihren Herden während der Regenzeit im Winterhalbjahr draußen in der Steppe. Dort wächst dann genug Futter, und sie halten sich mit ihren Schafen wohlweislich von den Getreidefeldern fern. Nach Beginn der Dürrezeit, wenn die Steppe abgeweidet ist und vertrocknet, kommen sie dann in das landwirtschaftlich genutzte Land. Hier dürfen die Tiere die abgeernteten Felder vollends kahlfressen und auch gleich düngen. Um Betlehem herum hat man viel Getreide angebaut. Das kann man schon im Buch Rut nachlesen. Und so kann die Zeit, in der dort Hirten mit ihren Herden auf dem Feld waren, nur im Sommer gewesen sein.

Jesus ist also irgendwann im Sommer geboren, aber wann genau? Lange dachte ich, man könne das eben nicht mehr wissen. Aber dann stieß ich in dem Buch von Bargil Pixner „Wege des Messias und Stätten der Urkirche“ auf die Information, dass es tatsächlich einen von den Anfängen her überlieferten Termin für die Geburt des Messias gibt, nämlich den 15. August.

Für die Qualität dieses Termins spricht die Tatsache, dass er auch dann erhalten blieb, als die römische Kirche (Papst) aus kirchenpolitischen Gründen die Feier der Geburt des Herrn 300 Jahre später auf die römische Sonnwendfeier am 25. Dezember verlegte. Man wollte so den Anhängern des Sonnenkultes eine „christliche“ Alternative bieten. Offensichtlich war der Termin 15. August aber so fest verankert, dass man ihn nicht einfach abschaffen konnte. Man musste ihn irgendwie umdeuten. Und so feiert man jetzt am 15. August nicht mehr, dass Maria da ihren Sohn Jesus geboren hat, sondern ihre angebliche „Himmelfahrt“ – ebenfalls eine Erfindung des römischen Stuhls.

(Das Schicksal einer Umdeutung hat übrigens auch den 6. Januar getroffen: Am Dreikönigstag bzw. Erscheinungsfest wurde ursprünglich der an diesem Tag geschehenen Taufe von Jesus im Jordan gedacht.)

Dass unsere Zeitrechnung nach „Christi Geburt“ nicht stimmt, ist den Informierten ebenfalls bekannt. Nur in welchem Jahr er wirklich geboren ist, ist umstritten. Im Jahr 28, als er mit seinem Werk anfing, war er nach Lukas 3,23 „etwa dreißig Jahre alt“. Das ist alles, was wir im Neuen Testament dazu erfahren. Jedenfalls hat zur Zeit seiner Geburt der König Herodes noch gelebt, der, wie man in allen Zeittabellen nachlesen kann, im Jahr 4 vor Christus starb. Dieses scheinbar sichere Datum wurde anhand einer Mondfinsternis festgelegt. Denn eine solche fand, wie Josephus berichtet, in dem Jahr statt, in dem Herodes starb.

Nun hat Werner Papke mit seinen astronomischen Kenntnissen in dem Buch „Das Zeichen des Messias“ recht einleuchtend Folgendes dargelegt: Die Mondfinsternis im Jahr 4 vor Chr. war nur eine Teilfinsternis. Im Jahr 2 v. Chr. gab es in Israel aber eine totale Mondfinsternis. Daher eignet sich dieses Jahr sehr viel besser als Todesjahr des Herodes. Und es passt insgesamt besser in die biblische Geschichte.

(Man hat hier auch ein Lehrbeispiel dafür, wie in der „Wissenschaft“ eine einmal aufgestellte falsche Hypothese fraglos immer wieder weitergegeben und abgedruckt wird, es steht ja in der Zeittafel …)

Der passendste Zeitpunkt für die Geburt von Jesus ist demnach der 15. August im Jahr 2 v. Chr.. Also war er im Jahr 28 tatsächlich „etwa dreißig Jahre“ alt. Bei seiner Taufe im Jordan am 6. Januar 28 war er dann 29 Jahre und knapp 5 Monate alt.

Kernsätze von Ulrich Wößner

Dem Autor fällt ab und zu eine prägnante Aussage ein zum Leben als Christ in der Welt. Hier sind Kernsätze zum Nachdenken von Ulrich Wößner:

Dass Gott mich liebt, ist das größte Wunder von allen.
Dazu gehört, dass er mich voll und ganz ernst nimmt.

Liebe ist im Gegensatz zum landläufigen Verständnis nicht bedingungslos.
Gott hat die Bestimmung getroffen, dass seine Liebe in Jesus zu finden ist.

Wenn du am Herzen Gottes bist, ist alles in Ordnung für dich.
In der biblischen Sprache heißt dieser Zustand „Friede“.

Wer an Jesus glaubt, tut, was er sagt.
Wer nicht tut, was Jesus sagt, glaubt nicht an ihn.

Echter Sport ist nur der, den man selber praktiziert.
Genauso ist es mit dem Glauben.

Wenn einem Menschen das Irdische mehr wert ist als das Ewige,
dann ist er es nicht wert, das Ewige zu bekommen.

Eine der charakteristischen Eigenschaften eines Christen ist die Demut.
Alles, was zur Demütigung dient, sollte uns daher willkommen sein.

Ein Christ hat auch im Alter das Ziel immer noch vor sich.

In der frühesten Zeit des Christentums konnte man das Neue Testament noch recht einfach verstehen, doch dann machten sich die Ausleger ans Werk …

Eine christliche Kunst:
Sich in Gottes Hand fallen lassen und ihn machen lassen, was er will.

Eine christliche Kunst:
Sich demütigen vor Gott, zu jeder Zeit, in jeder Lage, mit jeder Frage.

Wenn jemand Gottes Eigentum wird, nennt ihn die Bibel einen Sklaven Gottes. Und das ist das Höchste, was man im Leben in dieser Welt erreichen kann.

Neutestamentliche Gemeinde heißt:
Gott ist unser Vater, Jesus unser Pastor, der heilge Geist hat die Leitung,
und wir sind Geschwister, Heilige, Zeugen, Priester und Propheten.

Man kann das ganze Vaterunser mit der Abänderung eines einzigen Buchstabens ruinieren: „Mein Wille geschehe …“.

Ein echter Christ hat Zeit, denn er lebt im Ewigen und hat in dieser Welt nichts mehr zu verpassen und nichts mehr zu verlieren.

Wenn Jesus dir genügt, dann ist dein Glück nicht mehr von Menschen und von äußeren Umständen abhängig.

Was bei Menschen hoch ist, ist vor Gott ein Gräuel (Lk 16,15b). Also komm runter!

Das biblische Gebot heißt nicht „Mehr beten!“, es heißt auch nicht „Viel beten!“, es heißt „Beten!“. Und es ist ein Geschenk.

Das Wichtigste scheint dem modernen Menschen gänzlich gleichgültig zu sein: dass Gott ihn voll und ganz ernst nimmt.

Wenn du begonnen hast, an Gott hinaufzuschauen, kannst du nicht mehr an Menschen hinaufschauen. Sie sind klein geworden und keinesfalls mehr größer als du.

Wenn ich die Wunder der Schöpfung betrachte, entdecke ich unendliche Weisheit, nicht unendliche Zufälle.

Dein Wille erfüllt erst seinen Zweck, wenn er will, was Gott will.

Wenn ich täglich davon lebe, dass Jesus für mich gestorben ist, wozu brauche ich einen Feiertag zum Gedenken an seinen Tod?

Wenn ich täglich in der Gemeinschaft mit dem auferstandenen Jesus lebe, wozu brauche ich einen Feiertag zum Gedenken an seine Auferstehung?

Wer nicht an Gott glaubt, aber meint, man solle Kindern von ihm erzählen, der stellt den allmächtigen Gott auf eine Stufe mit dem Weihnachtsmann und dem Osterhasen.

Das Internet hat eine erstaunliche Wirkung darin entfaltet, die Sünde der Menschen ans Licht zu bringen.

Die Bibel zu verstehen, ist letztlich eine Lebensaufgabe. Und lass dir diese Aufgabe ja von niemandem abnehmen! (aus „Die Gemeinde des Messias„).

Wenn sich jemand für ein Säugetier hält, das aus einer nahezu endlosen Reihe sinnloser Zufälle entstanden ist, wie ernst muss man ihn dann nehmen?

Prophetisch ist etwas nicht, weil jemand behauptet, es sei prophetisch. Prophetisch ist etwas, wenn es von Gott kommt.

Ich soll nicht die Welt ändern, ich soll mich ändern. Wie sich das auf die Welt auswirkt, darf ich Gott überlassen.

Im Christentum geht es nicht darum, dass Gott und Mensch sich irgendwie näher kommen. Es geht darum, dass der Mensch Gott in sich wohnen lässt – mit allen Konsequenzen.

Echte Heiligkeit erwächst aus Heiligem Geist im Herzen des Christen. Gespielte Heiligkeit ist Betrug.

Wenn du deine Sache Gott übergeben hast, geht sie gut aus – egal wie sie ausgeht.

Die christliche Freiheit: Ich kann alles tun, was ich will – außer sündigen. Und sündigen will ich nicht mehr.

Es geht weniger darum, dass du dich irgendwann bekehrt hast, sondern darum, ob du bekehrt bist.

Es ist nicht die Frage, ob ich den Willen Gottes tun muss, sondern ob ich ihn tun will. Die freie Beziehung zu Gott beruht auf dem freien Willen.

Ein weiser Mensch redet, a) wenn er etwas zu sagen hat, und b) wenn jemand da ist, der hören will, was er zu sagen hat.

Soviel steht fest: Gott wird sich von Menschen nicht beirren lassen.

Wenn Gott die Sache eines Menschen in seine Hand nimmt, wird alles richtig. Wenn ein Mensch die Sache Gottes in seine Hand nimmt, wird alles verkehrt.

Wer im Glauben an Jesus wiedergeboren ist, lebt im Reich Gottes, im Königreich der Himmel. Das heißt, er lebt in einer anderen Welt, in der alles anders ist. Und das muss er lernen.

Ein Gläubiger macht sich keine Sorgen, denn er ist in Gott geborgen und weiß, dass für ihn „alles zum Guten zusammenwirkt“ (Rö 8,28). Macht er sich dennoch Sorgen, ist er ein Kleingläubiger.

Nur das zählt, was bei Gott zählt.

Das Reich Gottes besteht, wie Paulus sagt (2 Ko 4,20), „nicht in Worten, sondern in Kraft“. Also ist alles, was nur in Worten besteht, nicht das Reich Gottes.

Wenn der Glaube eines Gläubigen keine Konsequenzen in seinem Leben zur Folge hat, wie gläubig ist dann der „Gläubige“?

Sünde ist das, wofür Gott seinen Sohn Jesus am Kreuz geopfert hat. Wer Sünde nicht ernst nimmt, nimmt auch den Kreuzestod von Jesus nicht ernst, nimmt also Gott nicht ernst.

Ob die Gemeinde des Herrn wohl bereit ist für seine Ankunft? Ganz sicher ja. Denn die, welche nicht bereit sind, sind nicht seine Gemeinde.

Der Grundkonflikt: Gott setzt alles daran, dass Menschen sich ändern, während der Mensch mit aller Kraft darum kämpft, zu bleiben, wie er ist. Das Geheimnis der Sünde ist nicht, dass ein Mensch sich nicht ändern kann, sondern dass er sich nicht ändern will.

Die Gelehrten des Evolutionsglaubens lehren die Menschen, die unzähligen genialen Konstruktionen in der Natur seien alle durch Zufall von alleine entstanden. Und keiner lacht.

Die Staatsform der Demokratie hat zwei große Schwachstellen: Zum einen die Wähler, zum anderen die Gewählten. In Wahrheit ist es nur eine: die menschliche Natur.

Vor dem allmächtigen Gott ist man klein und bescheiden. In seinem Reich gibt es keinen Platz für aufgeblasene Wichtigtuer.

Die Weltlage könnte manchem humanistisch geprägten Mitchristen vielleicht doch noch die Augen öffnen für die Wahrheit: dass wir in einer feindlichen Welt leben.

Der einzige Ruhepol in dieser Welt ist Gott. Alles andere ist im Fluss und vergeht.

Der Gegensatz zur Kirchlichkeit ist Heiligkeit: die Reinigung von der Sünde, die ganze Übergabe an Gott und die stetige Verwandlung in das Wesen Gottes.

Wenn du auf die Frage, was Jesus dir bedeutet, nicht etwas antwortest wie „Einfach alles!“, hast du den Kern des Christseins nicht verstanden.

Wenn Menschen meinen, einen allmächtigen Gott unterstützen, schützen oder verteidigen zu müssen, ist das auch eine Art Gotteslästerung.

In Bezug auf das Reich Gottes kann man den sprichwörtlichen Hund nicht zum Jagen tragen. Ein Mensch will, oder er will nicht. Es ist seine Entscheidung.

Das Grundprinzip der „Auslegung„: Gottes Wort so lange und so weit auslegen, bis es dem Menschen passt.

Wenn Gott nicht ernst genommen und sein Wort nicht befolgt wird, dann wird der Lobpreis Gottes zu einer Lästerung.

Eine kirchliche Art der Gotteslästerung ist die: den lebendigen Gott und sein Wort zu einem Unterhaltungsprogramm zu machen.

Eines der vielen Dinge, die Gott von den Menschen unterscheidet, ist, dass er den Menschen voll und ganz Ernst nimmt.

Zum Verkünden seiner Botschaft hat Jesus Zeugen gesandt. Das Kennzeichen eines Zeugen ist die Verpflichtung zur Wahrheit. Wenn ein Unglaubwürdiger das Wort Gottes verkündet, ist er kein Zeuge. Und es ist nicht das Wort Gottes.

Das Bestreben des modernen Menschen ist, lange zu leben. Ewig zu leben – das interessiert ihn weniger.

Was der Mensch sät, das wird er ernten. Wenn er Aufregung und Empörung sät, wird er Aufregung und Empörung ernten. Wo bleiben die Friedensstifter?

Dein Gebet muss echt sein, deine Anbetung muss echt sein, deine Nachfolge von Jesus muss echt sein. Alles, was nicht echt ist, hat vor Gott keinen Wert.

Wenn ein Christ nicht das Sehnen hat, heimzugehen um beim Messias zu sein, was ist er dann für ein Christ?

Es ergibt ein falsches Bild, sich die Menschheit Gott gegenüber als Masse vorzustellen. Vor Gott ist jeder Mensch ein Einzelner – frei und verantwortlich.

Beim Blick auf die Entwicklung der Menschheit wäre Verzweiflung die angemessene Reaktion. Aber Verzweiflung ist in der humanistischen Welt nicht erlaubt – sie wird therapiert. Dabei könnte sie dem einen oder anderen vielleicht doch noch die Tür zu Gott öffnen.

Jesus sagt: „Wenn jemand Erster sein will, soll er letzter von allen und Diener von allen sein!“ Das klingt einfach, das geht leicht, da ist keiner im Weg.

Entweder ist die Selbstoffenbarung Gottes an die Menschen wahr, wie die Bibel sie berichtet, oder es weiß kein Mensch auf der Welt etwas Sicheres von Gott – eine grauenhafte Vorstellung.

Die Bestimmung des Menschen war, ein Ebenbild Gottes zu sein. Das hat er verloren. Deshalb heißt die Bestimmung jetzt, ein Ebenbild Gottes zu werden. Das ist Gottes Angebot in Jesus dem Messias.

Der größte Verlust des Menschen ist der Verlust des Ewigen. Damit kann er gut leben. Der Verlust von irdischen Dingen kann ihn aber zum Verzweifeln bringen. Dann braucht er psychologische Betreuung.

Über die Tatsache, dass er sterben muss, täuscht sich der Mensch damit hinweg, dass er jetzt noch nicht sterben muss. Intellektuell ist das eine schwache Leistung.

Es gibt im Neuen Testament Briefe, die ausdrücklich an Heilige adressiert sind: 1.Korinther, 2.Korinther, Römer, Philipper, Kolosser und Epheser.

Für die Frage nach Gott seien die Theologen zuständig? Nein, dafür bist du zuständig. Und es ist deine Lebensaufgabe.

Jesus ist der Gesandte Gottes in dem Sinne, dass sich der unsichtbare Gott den Menschen in einer sichtbaren Gestalt offenbart hat. Wie man mit Jesus umgeht, geht man mit Gott um.

Die Wahrheit ist bei Gott. Je näher bei Gott, desto näher bei der Wahrheit. Je ferner von Gott, desto tiefer in Verwirrung, Irrtum und Lüge.

Der Mensch will, dass die Welt sich ändert. Gott will, dass der Mensch sich ändert. Die Welt zu ändern, ist unrealistisch. Den Menschen zu ändern, ist Gottes realistisches Angebot.

Der Mensch will den Weltfrieden, den kriegt er nicht. Jesus bietet ihm den Frieden mit Gott an, den will er nicht.

Gott dienen ist etwas anderes als meinen, Gott zu dienen. Ob du meinst, Gott zu dienen, entscheidest du selbst. Ob du Gott dienst, entscheidet Gott.

Das Gegenteil von Furcht ist in der Bibel nicht Mut, sondern Glaube. Jesus sagte ihnen: „Warum seid ihr furchtsam? Warum habt ihr keinen Glauben?“

Wer für Gott keine Bedeutung hat, hat überhaupt keine Bedeutung.

Der Glaube an Jesus ist kein Spiel, sondern Ernst. Er erfordert die ganze Hingabe des ganzen Menschen. Wie sagte man früher: Sei ganz sein, oder lass es ganz sein!

Die aktuelle Weltlage aus biblischer, das heißt realistischer Sicht: Die Einschläge kommen näher, die Schlinge zieht sich zu. Kopf hoch: Der Herr kommt bald.

Die aktuelle Weltlage aus evolutionstheoretischer Sicht: Eine hochentwickelte Säugetier-Spezies, die zufällig aus einer langen Reihe sinnloser Zufälle hervorgegangen ist, zerstört durch ihr artspezifisches Verhalten ihren natürlichen Lebensraum auf dem Planeten Erde, der durch eine noch viel längere Reihe sinnloser Zufälle entstanden ist. – Wie sagte doch Jesus: Euch geschehe nach eurem Glauben!

Es gibt keine überzeugenden Gründe dagegen, Gott in allen Dingen zu gehorchen.

Wer Gottes Reden hören will, der muss schweigen. Redende, quatschende, quasselnde Menschen können Gott nicht hören.

Im Reich Gottes gibt es erfahrene, reife, erwachsene Christen, aber keine Profis.

Wer Jesus nachfolgen will, muss zu Fuß gehen, nicht auf dem hohen Ross sitzen. Du musst absteigen und ein einfacher Christ werden.

Es gibt drei sichtbare Dinge in der Welt, durch die Gott sich bezeugt: Die Schöpfung, die Bibel und das Wirken des Heiligen Geistes in der Gemeinde. Kein Wunder, dass der Satan gerade diese drei zu verdunkeln sucht – durch die Evolutionstheorie, die Bibelkritik und das klerikale System.

Allegorische Auslegung ist die fromme Version der Bibelkritik. Sie bringt nicht die Aussage des Bibeltextes zum Ausdruck, sondern die fromme Sichtweise des frommen Auslegers. Für das Verständnis der Bibel ist sie wertlos.

Was ist der größte Betrug? Einem Menschen, der keine ewige Rettung hat, einzureden, er habe sie.

Die Grundsatzfrage in der Seelsorge ist die, ob der alte Mensch gepflegt oder getötet wird.

Leider meinen viele, die Kirche habe etwas mit Gott zu tun. Damit hat die Verwirrung schon begonnen.

Mach einen Christen zu einem Pastor, und er fängt an, eine Rolle zu spielen.

Die entscheidende Frage im Leben ist, wie es zwischen dir und Gott steht. Sie entscheidet über Zeit und Ewigkeit.

Was sich in deinem Herzen zwischen dir und Gott abspielt, das ist der Kern des wahren Christseins.

Die christliche Gemeinde ist eine Gemeinschaft von Menschen, in der keiner sich wichtig nimmt, keiner sich wichtig macht, keiner sich über den andern erhebt. Das ist das neutestamentliche Prinzip. Und obendrein sehr entspannend.

Alles, was von Gott kommt, kommt aus der Ruhe und aus der Kraft. In seinem Reich gibt es keine Hektik. In der Gegenwart Gottes bist du nicht in der Zeit, sondern in der Ewigkeit.

Wenn Gott konkurrenzlos wichtig ist in deinem Leben, wenn alles ihm untergeordnet ist, dann ist jegliches Tun und Handeln in deinem Leben Gottesdienst.

Wenn Gott Gott ist und kein Hampelmann, dann ist er das Zentrum der Welt, der Mittelpunkt des Lebens, das Ein und Alles. Jeder Versuch, etwas mit ihm auszuhandeln oder ihm etwas vorzumachen, ist dann eine Lästerung.

Jede Tendenz, neben Gott noch etwas anders wichtig zu nehmen, ist Götzendienst. Ihn ernst zu nehmen (zu fürchten), ist dagegen der Anfang der Weisheit und des Lebens.

Du musst dich entscheiden, ob du menschlich oder geistlich denken und handeln willst. Beides zusammen geht nicht.

Wenn manche wüssten, dass sie dem Verderben entgegengehen, hätten sie es vielleicht nicht so eilig.

Im Reich Gottes gehört Gott allein die Ehre, wird unter Menschen weder Ehre gegeben noch Ehre angenommen. Heilige kann man nicht verehren, sie nehmen keine Verehrung an. Wenn sie es doch tun, sind sie keine Heiligen.

Wenn Gott und du verschiedener Meinung sind, wer hat dann wohl Recht?

Die größte Gefahr im Christentum ist, es nur zu spielen.

Der Kern des Christentums ist die Freundschaft mit Gott.

Die Hauptkrankheit der „christlichen“ Lehrer- und Leiterschaft ist die: sich selbst wichtig nehmen und wichtig machen. Paulus nennt das „sich aufplustern“ und „meinen, etwas zu sein“. Geistlich gesehen ist da der Tod im Topf.

Das Problem der Bibeltreuen ist, dass sie nur bibeltreu sind, soweit es ihnen passt.

Du kannst dein Leben entweder von Gott oder von Menschen bestimmen lassen. Beides zusammen geht nicht.

Im Reich Gottes ist alles Einfachheit, Echtheit, Wahrheit, Klarheit, Reinheit, Durchsichtigkeit, Qualität und Kraft.

Wer die Wahrheit nicht verträgt, ist nicht geeignet für das Reich Gottes.

Wenn du Frieden willst, musst du ihn mit deinen Feinden schließen.

Du kannst nicht Jesus folgen, wenn du nicht bereit bist, dich abgrundtief in Frage stellen zu lassen.

Humor ist eine Gabe Gottes. Ich weiß nicht, wie man humorlos Christ sein kann.

Ein eigenartiges Gefühl: Leben in einer untergehenden Welt …

Zur modernen Theologie: Entweder sind die biblischen Autoren Lügner und Betrüger, oder ihre modernen Ausleger. Die Entscheidung darüber ist einfach.

Alles, was sich christlich nennt, aber nicht christlich ist, ist antichristlich.

Kernsätze zum Nachdenken sind nicht nur zum Nachdenken. Aus dem Denken kommt das Reden und das Handeln.

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