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Kategorie: Zitate (Seite 6 von 6)

Gott ist leicht zu betrügen

(Gott ist leicht zu betrügen – ein Artikel von Sören Kierkegaard)

Zittere – denn Gott ist gewissermaßen so unendlich leicht zu narren!

Wenn die Rede auf derlei kommt (wiewohl es bald ganz außer Brauch sein wird, vom Zittern zu reden), so gibt man der Sache in der Regel die Wendung, dass man sagt: Zittere, denn es ist unmöglich, Gott, den Allwissenden, den Allgegenwärtigen, zu betrügen. Und das ist ja gewiss auch richtig. Indessen glaube ich, dass man, die Sache immer so gewendet, die beabsichtigte Wirkung nicht erreicht.

Nein, zittere – denn Gott ist gewissermaßen so unendlich leicht zu narren! O, mein Freund, er ist so unendlich erhaben und du gegen ihn so unendlich nichts; wendest du in Todesangst die schlafloseste Anstrengung deines ganzen Lebens auf, um ihm zu gefallen und auf jeden Wink von ihm zu achten, es ist doch unendlich zu wenig, um dir ein Recht zu geben, dir seine Aufmerksamkeit für einen einzigen Augenblick zu erbitten. Und ihn willst du hintergehen: o Menschenkind, das ist nur allzuleicht getan! Darum zittere, d. h. wache, wache!

Er hat eine Strafe, die in seinen eigenen Augen die entsetzlichste ist. Er allein hat ja auch die wahre Vorstellung von seiner Unendlichkeit! Diese Strafe besteht darin, dass er dich, das Nichts, das du bist, ignoriert. Das entspricht ihm als dem Erhabenen gewissermaßen auch wirklich. Für einen Allmächtigen muss es ja sozusagen die größte Anstrengung sein, nach einem Nichts zu sehen, von einem Nichts Notiz zu nehmen, sich um ein Nichts zu kümmern. Und da will dieses Nichts ihn narren: schaudre, o Mensch, denn das ist ja so unendlich leicht getan.

Ich will dir diesen Gedanken noch etwas verdeutlichen. Denke dir einen Bürgersmann: Wen dürfte dieser simple Bürger wohl am ehesten narren können? Etwa seinesgleichen? Gewiss nicht! Denn seinesgleichen liegt daran, sich von ihm nicht narren zu lassen. „Ich werde es mir wirklich nicht gefallen lassen, dass er mich für Narren hält“ usf. Einen sehr vornehmen Herrn kann der gemeine Mann bereits leichter narren, denn das kümmert den vornehmen Herrn nicht groß. Noch leichter den König, denn Seiner Majestät ist es ganz egal.

Du missverstehst mich nicht. Ich will ja nicht sagen, dass der sehr vornehme Herr, der König, es, wenn er sich darum kümmerte, nicht herausbringen könnte, dass der gute Mann ihn zum besten haben will. Aber der kümmert ihn eben gar nicht, dieser gute Mann. Denke an die Fabel von der Fliege und vom Hirsch. Die Fliege, die auf seinem Geweih saß, sagte zum Hirsch: „Ich falle dir doch nicht beschwerlich?“ „Ich wusste gar nicht, dass du da bist.“ Vernünftigerweise müsste der Bürger sich zur Aufgabe setzen, durch seine Redlichkeit, seine Rechtschaffenheit womöglich den Blick Seiner Majestät auf sich zu ziehen. Dagegen ist es unendlich dumm und geistlos, einen narren zu wollen, der zu erhaben ist, um davon Notiz zu nehmen. Das ist ja so unendlich leicht getan!

Und denke nun dran, wie unendlich Gott erhaben ist, und welch ein Nichts du bist. Und dann zittere bei dem Gedanken, wie unendlich leicht es für dich ist, Gott zu narren! Weil du ihn duzest, weil du ihn von Kind auf sehr gut kennst, und weil du leichtfertig seinen Namen bei allen anderen Bagatellen im Munde hast, denkst du vielleicht, Gott sei dein Kamerad. Du stehest zu ihm wie Gevatter Schneider und Handschuhmacher zueinander. Er werde also sofort Lärm schlagen, sobald er merkt, dass du ihn zum besten haben willst, seine Worte verdrehst, dich dumm stellst usf. Und wenn er nichts macht, so müsse es dir wohl geglückt sein, ihn aufzuziehen. Ja, Menschenkind, schaudere nur – es ist dir geglückt!

Ja, in seiner Erhabenheit wendet Gott das Verhältnis so, dass es für einen Menschen so leicht als nur immer möglich ist, wenn er will, Gott zu narren. Er fügt es nämlich so, dass die wenigen, die er liebt und die ihn lieben, in dieser Welt schrecklich zu leiden bekommen. Daran kann dann jeder sehen, dass sie (angeblich) von Gott verlassen sind. Die Betrüger hingegen machen glänzende Karriere, worin jeder sehen kann, dass Gott (angeblich) mit ihnen ist. Und darin werden sie auch selbst mehr und mehr bestärkt.

So vornehm ist Gott. So wenig erschwert er es, so unendlich leicht macht er es, ihn zu betrügen. Er setzt sogar selbst Preise für die Betrüger aus, belohnt sie mit allem Irdischen: o Mensch, zittere!

Kurt Marti

Kurt Marti hat dieses Gedicht geschrieben:

Hochzeit

Die Glocken dröhnen ihren vollsten Ton

und Fotografen stehen knipsend krumm.

Es braust der Hochzeitsmarsch von Mendelssohn.

Ein Pfarrer kommt. Mit ihm das Christentum.

Im Dome knien die Damen schulternackt,

noch im Gebet kokett und fotogen,

indes die Herren, konjunkturbefrackt,

diskret nach ihren Armbanduhren sehn.

Sanft wie im Kino surrt die Liturgie

zum Fest von Kapital und Eleganz.

Nur einer flüstert leise: Blasphemie!

Der Herr. Allein, ihn überhört man ganz.

Quellenangabe:

Das Gedicht ist zitiert aus dem Heft von Rudolf Bohren:

„Unsere Kasualpraxis – eine missionarische Gelegenheit?“

Matthias Claudius

(Matthias Claudius hat zur Problematik der Bibelauslegung in seiner humorvollen Art die folgenden zwei Parabeln verfasst:)

Eine Parabel vom Schlüssel

Es war einmal ein Edler, dessen Freunde und Angehörige um ihre Freiheit gekommen und in fremdem Lande in eine harte Gefangenschaft geraten waren. Er konnte sie in solcher Not nicht wissen und beschloss, sie zu befreien.

Das Gefängnis war fest verwahrt und von inwendig verschlossen, und niemand hatte den Schlüssel.

Als der Edle sich ihn, nach vieler Zeit und Mühe, zu verschaffen gewusst hatte, band er dem Kerkermeister Hände und Füße und reichte den Gefangenen den Schlüssel durchs Gitter, dass sie aufschlössen und mit ihm heimkehrten. Die aber setzten sich hin, den Schlüssel zu besehen und darüber zu ratschlagen. Es ward ihnen gesagt: der Schlüssel sei zum Aufschließen, und die Zeit sei kurz. Sie aber blieben dabei, zu besehen und zu ratschlagen; und einige fingen an, an dem Schlüssel zu meistern und daran ab- und zuzutun.

Und als er nun nicht mehr passen wollte, waren sie verlegen und wussten nicht, wie sie ihm tun sollten. Die andern aber hatten’s ihren Spott und sagten: der Schlüssel sei kein Schlüssel, und man brauche auch keinen.

Eine Parabel vom Ackerbau

Es war eine Zeit, wo die Menschen sich mit dem, was die Natur brachte, behelfen und von Eicheln und anderer und harter und schlechter Kost leben mussten.

Da kam ein Mann mit Namen Osiris von ferne her und sprach zu ihnen: „Es gibt eine bessere Kost für den Menschen und eine Kunst, sie immer reichlich zu schaffen. Ich komme, euch das Geheimnis zu lehren.“ Und er lehrte sie das Geheimnis und richtete einen Acker vor ihren Augen zu. Und er sagte: „Seht, das müsst ihr tun! Das Übrige tun die Einflüsse des Himmels!“ Die Saat ging auf und wuchs und brachte Frucht. Und die Menschen waren des sehr verwundert und erfreuet und baueten den Acker fleißig und mit großem Nutzen.

In der Folge fanden einigen von ihnen den Bau zu simpel, und sie mochten die Beschwerlichkeiten der freien Luft und Jahreszeiten nicht ertragen. „Kommt“, sprachen sie, „lasst uns den Acker regelrecht und nach der Kunst mit Wand und Mauern einfassen und ein Gewölbe darüber machen und denn da drunter mit Anstand und mit aller Bequemlichkeit den Ackerbau treiben. Die Einflüsse des Himmels werden so nötig nicht sein, und überdies sieht sie kein Mensch.“

„Aber“, sagten andere, „Osiris ließ den Himmel offen und sagte: Das müsst ihr tun! Und das Übrige tun die Einflüsse des Himmels!“. „Das tat er nur“, antworteten sie, „den Ackerbau in Gang zu bringen. Auch kann man doch den Himmel an dem Gewölbe malen.“

Sie fassten darauf ihren Acker regelrecht und nach der Kunst mit Wand und Mauern ein, machten ein Gewölbe darüber und malten den Himmel daran. Und die Saat wollte nicht wachsen! Sie bauten und pflügten und düngten und ackerten hin und her. Und die Saat wollte nicht wachsen! Sie ackerten hin und her.

Und viele von denen, die umher standen und ihnen zusahen, spotteten über sie! Am Ende auch über den Osiris und sein Geheimnis.

(Eine Parallele zu diesen Parabeln von Matthias Claudius gibt es bei Sören Kierkegaard. Sie befindet sich in seinem Vergleich mit dem Gebot des Königs.)

Kernsätze zum Nachdenken

Dem Autor fällt ab und zu eine prägnante Aussage ein zum Leben als Christ in der Welt. Hier sind Kernsätze zum Nachdenken von Ulrich Wößner:

Man kann das ganze Vaterunser mit der Veränderung eines einzigen Buchstabens ruinieren: „Mein Wille geschehe …“.

Ein echter Christ hat Zeit, denn er lebt im Ewigen und hat in dieser Welt nichts mehr zu verpassen und nichts mehr zu verlieren.

Wenn Jesus dir genügt, dann ist dein Glück nicht mehr von Menschen und von äußeren Umständen abhängig.

Was bei Menschen hoch ist, ist vor Gott ein Gräuel (Lk 16,15b). Also komm runter!

Das biblische Gebot heißt nicht „Mehr beten!“, es heißt auch nicht „Viel beten!“, es heißt „Beten!“. Und es ist ein Geschenk.

Das Wichtigste scheint dem modernen Menschen gänzlich gleichgültig zu sein: dass Gott ihn unendlich wichtig nimmt.

Wenn du begonnen hast, an Gott hinaufzuschauen, kannst du nicht mehr an Menschen hinaufschauen. Sie sind klein geworden und keinesfalls mehr größer als du.

Wenn ich die Wunder der Schöpfung betrachte, entdecke ich unendliche Weisheit, nicht unendliche Zufälle.

Dein Wille erfüllt erst seinen Zweck, wenn er will, was Gott will.

Wenn ich täglich davon lebe, dass Jesus für mich gestorben ist, wozu brauche ich einen Feiertag zum Gedenken an seinen Tod?

Wenn ich täglich in der Gemeinschaft mit dem auferstandenen Jesus lebe, wozu brauche ich einen Feiertag zum Gedenken an seine Auferstehung?

Wer nicht an Gott glaubt, aber meint, man solle Kindern von ihm erzählen, der stellt den allmächtigen Gott auf eine Stufe mit dem Weihnachtsmann und dem Osterhasen.

Das Internet hat eine erstaunliche Wirkung darin entfaltet, die Sünde der Menschen ans Licht zu bringen.

Die Bibel zu verstehen, ist letztlich eine Lebensaufgabe. Und lass dir diese Aufgabe ja von niemandem abnehmen! (aus „Die Gemeinde des Messias„).

Wenn sich jemand für ein Säugetier hält, das aus einer nahezu endlosen Reihe sinnloser Zufälle entstanden ist, wie ernst muss man ihn dann nehmen?

Prophetisch ist etwas nicht, weil jemand behauptet, es sei prophetisch. Prophetisch ist etwas, wenn es von Gott kommt.

Ich soll nicht die Welt ändern, ich soll mich ändern. Wie sich das auf die Welt auswirkt, darf ich Gott überlassen.

Im Christentum geht es nicht darum, dass Gott und Mensch sich irgendwie näher kommen. Es geht darum, dass der Mensch Gott in sich wohnen lässt – mit allen Konsequenzen.

Echte Heiligkeit erwächst aus Heiligem Geist im Herzen des Christen. Gespielte Heiligkeit ist keine Heiligkeit, sondern Betrug.

Wenn du deine Sache Gott übergeben hast, geht sie gut aus – egal wie sie ausgeht.

Die christliche Freiheit: Ich kann alles tun, was ich will – außer sündigen. Und sündigen will ich sowieso nicht mehr.

Es geht weniger darum, ob du dich irgendwann bekehrt hast, sondern darum, ob du bekehrt bist.

Es ist nicht die Frage, ob ich den Willen Gottes tun muss, sondern ob ich ihn tun will. Die freie Beziehung zu Gott beruht auf dem freien Willen.

Ein weiser Mensch redet nur, wenn a) er etwas zu sagen hat und b) jemand da ist, der hören will, was er zu sagen hat.

Soviel steht fest: Gott wird sich von Menschen nicht beirren lassen.

Wenn Gott die Sache eines Menschen in seine Hand nimmt, wird alles richtig. Wenn ein Mensch die Sache Gottes in seine Hand nimmt, wird alles verkehrt.

Wer im Glauben an Jesus wiedergeboren ist, lebt im Reich Gottes, im Königreich der Himmel. Das heißt, er lebt in einer anderen Welt, in der alles anders ist. Und das muss er lernen.

Ein Gläubiger macht sich keine Sorgen, denn er ist in Gott geborgen und weiß, dass für ihn „alles zum Guten zusammenwirkt“ (Rö 8,28). Macht er sich dennoch Sorgen, ist er ein Kleingläubiger.

Nur das zählt, was bei Gott zählt.

Das Reich Gottes besteht, wie Paulus sagt (2 Ko 4,20), „nicht in Worten, sondern in Kraft“. Also ist alles, was nur in Worten besteht, nicht das Reich Gottes.

Wenn der Glaube eines Gläubigen keine Konsequenzen in seinem Leben zur Folge hat, wie gläubig ist dann der „Gläubige“?

Sünde ist das, wofür Gott seinen Sohn Jesus am Kreuz geopfert hat. Wer Sünde nicht ernst nimmt, nimmt auch den Kreuzestod von Jesus nicht ernst, nimmt also Gott nicht ernst.

Ob die Gemeinde des Herrn wohl bereit ist für seine Ankunft? Ganz sicher ja. Denn die, welche nicht bereit sind, sind nicht seine Gemeinde.

Der Grundkonflikt: Gott setzt alles daran, dass Menschen sich ändern, während der Mensch mit aller Kraft darum kämpft, zu bleiben, wie er ist. Das Geheimnis der Sünde ist nicht, dass ein Mensch sich nicht ändern kann, sondern dass er sich nicht ändern will.

Die Gelehrten des Evolutionsglaubens lehren die Menschen, die unzähligen genialen Konstruktionen in der Natur seien alle durch Zufall von alleine entstanden. Und keiner lacht.

Die Staatsform der Demokratie hat zwei große Schwachstellen: Zum einen die Wähler, zum anderen die Gewählten. In Wahrheit ist es nur eine: die menschliche Natur.

Vor dem allmächtigen Gott ist man klein und bescheiden. In seinem Reich gibt es keinen Platz für aufgeblasene Wichtigtuer.

Die Weltlage könnte manchem humanistisch geprägten Mitchristen vielleicht doch noch die Augen öffnen für die Wahrheit: dass wir in einer feindlichen Welt leben.

Der einzige Ruhepol in dieser Welt ist Gott. Alles andere ist im Fluss und vergeht.

Der Gegensatz zur Kirchlichkeit ist Heiligkeit: die Reinigung von der Sünde, die ganze Übergabe an Gott und die stetige Verwandlung in das Wesen Gottes.

Wenn du auf die Frage, was Jesus dir bedeutet, nicht etwas antwortest wie „Einfach alles!“, hast du den Kern des Christseins nicht verstanden.

Wenn Menschen meinen, einen allmächtigen Gott unterstützen, schützen oder verteidigen zu müssen, ist das auch eine Art Gotteslästerung.

In Bezug auf das Reich Gottes kann man den sprichwörtlichen Hund nicht zum Jagen tragen. Ein Mensch will, oder er will nicht. Es ist seine Entscheidung.

Das Grundprinzip der „Auslegung„: Gottes Wort so lange und so weit auslegen, bis es dem Menschen passt.

Wenn Gott nicht ernst genommen und sein Wort nicht befolgt wird, dann wird der Lobpreis Gottes zu einer Lästerung.

Eine kirchliche Art der Gotteslästerung ist die: den lebendigen Gott und sein Wort zu einem Unterhaltungsprogramm zu machen.

Eines der vielen Dinge, die Gott von den Menschen unterscheidet, ist, dass er den Menschen voll und ganz Ernst nimmt.

Zum Verkünden seiner Botschaft hat Jesus Zeugen gesandt. Das Kennzeichen eines Zeugen ist die Verpflichtung zur Wahrheit. Wenn ein Unglaubwürdiger das Wort Gottes verkündet, ist er kein Zeuge. Und es ist nicht das Wort Gottes.

Das Bestreben des modernen Menschen ist, lange zu leben. Ewig zu leben – das interessiert ihn weniger.

Was der Mensch sät, das wird er ernten. Wenn er Aufregung und Empörung sät, wird er Aufregung und Empörung ernten. Wo bleiben die Friedensstifter?

Dein Gebet muss echt sein, deine Anbetung muss echt sein, deine Nachfolge von Jesus muss echt sein. Alles, was nicht echt ist, hat vor Gott keinen Wert.

Wenn ein Christ nicht das Sehnen hat, heimzugehen um beim Messias zu sein, was ist er dann für ein Christ?

Es ergibt ein falsches Bild, sich die Menschheit Gott gegenüber als Masse vorzustellen. Vor Gott ist jeder Mensch ein Einzelner – frei und verantwortlich.

Beim Blick auf die Entwicklung der Menschheit wäre Verzweiflung die angemessene Reaktion. Aber Verzweiflung ist in der humanistischen Welt nicht erlaubt – sie wird therapiert. Dabei könnte sie dem einen oder anderen vielleicht doch noch die Tür zu Gott öffnen.

Jesus sagt: „Wenn jemand Erster sein will, soll er letzter von allen und Diener von allen sein!“ Das klingt einfach, das geht leicht, da ist keiner im Weg.

Entweder ist die Selbstoffenbarung Gottes an die Menschen wahr, wie die Bibel sie berichtet, oder es weiß kein Mensch auf der Welt etwas Sicheres von Gott – eine grauenhafte Vorstellung.

Die Bestimmung des Menschen war, ein Ebenbild Gottes zu sein. Das hat er verloren. Deshalb heißt die Bestimmung jetzt, ein Ebenbild Gottes zu werden. Das ist Gottes Angebot in Jesus dem Messias.

Der größte Verlust des Menschen ist der Verlust des Ewigen. Damit kann er gut leben. Der Verlust von irdischen Dingen kann ihn aber zum Verzweifeln bringen. Dann braucht er psychologische Betreuung.

Über die Tatsache, dass er sterben muss, täuscht sich der Mensch damit hinweg, dass er jetzt noch nicht sterben muss. Intellektuell ist das eine schwache Leistung.

Es gibt im Neuen Testament Briefe, die ausdrücklich an Heilige adressiert sind: 1.Korinther, 2.Korinther, Römer, Philipper, Kolosser und Epheser.

Für die Frage nach Gott seien die Theologen zuständig? Nein, dafür bist du zuständig. Und es ist deine Lebensaufgabe.

Jesus ist der Gesandte Gottes in dem Sinne, dass sich der unsichtbare Gott den Menschen in einer sichtbaren Gestalt offenbart hat. Wie man mit Jesus umgeht, geht man mit Gott um.

Die Wahrheit ist bei Gott. Je näher bei Gott, desto näher bei der Wahrheit. Je ferner von Gott, desto tiefer in Verwirrung, Irrtum und Lüge.

Der Mensch will, dass die Welt sich ändert. Gott will, dass der Mensch sich ändert. Die Welt zu ändern, ist unrealistisch. Den Menschen zu ändern, ist Gottes realistisches Angebot.

Der Mensch will den Weltfrieden, den kriegt er nicht. Jesus bietet ihm den Frieden mit Gott an, den will er nicht.

Gott dienen ist etwas anderes als meinen, Gott zu dienen. Ob du meinst, Gott zu dienen, entscheidest du selbst. Ob du Gott dienst, entscheidet Gott.

Das Gegenteil von Furcht ist in der Bibel nicht Mut, sondern Glaube. Jesus sagte ihnen: „Warum seid ihr furchtsam? Warum habt ihr keinen Glauben?“

Wer für Gott keine Bedeutung hat, hat überhaupt keine Bedeutung.

Der Glaube an Jesus ist kein Spiel, sondern Ernst. Er erfordert die ganze Hingabe des ganzen Menschen. Wie sagte man früher: Sei ganz sein, oder lass es ganz sein!

Die aktuelle Weltlage aus biblischer, das heißt realistischer Sicht: Die Einschläge kommen näher, die Schlinge zieht sich zu. Kopf hoch: Der Herr kommt bald.

Die aktuelle Weltlage aus evolutionstheoretischer Sicht: Eine hochentwickelte Säugetier-Spezies, die zufällig aus einer langen Reihe sinnloser Zufälle hervorgegangen ist, zerstört durch ihr artspezifisches Verhalten ihren natürlichen Lebensraum auf dem Planeten Erde, der durch eine noch viel längere Reihe sinnloser Zufälle entstanden ist. – Wie sagte doch Jesus: Euch geschehe nach eurem Glauben!

Es gibt keine überzeugenden Gründe dagegen, Gott in allen Dingen zu gehorchen.

Wer Gottes Reden hören will, der muss schweigen. Redende, quatschende, quasselnde Menschen können Gott nicht hören.

Im Reich Gottes gibt es erfahrene, reife, erwachsene Christen, aber keine Profis.

Wer Jesus nachfolgen will, muss zu Fuß gehen, nicht auf dem hohen Ross sitzen. Du musst absteigen und ein einfacher Christ werden.

Es gibt drei sichtbare Dinge in der Welt, durch die Gott sich bezeugt: Die Schöpfung, die Bibel und das Wirken des Heiligen Geistes in der Gemeinde. Kein Wunder, dass der Satan gerade diese drei zu verdunkeln sucht – durch die Evolutionstheorie, die Bibelkritik und das klerikale System.

Allegorische Auslegung ist die fromme Version der Bibelkritik. Sie bringt nicht die Aussage des Bibeltextes zum Ausdruck, sondern die fromme Sichtweise des frommen Auslegers. Für das Verständnis der Bibel ist sie wertlos.

Was ist der größte Betrug? Einem Menschen, der keine ewige Rettung hat, einzureden, er habe sie.

Die Grundsatzfrage in der Seelsorge ist die, ob der alte Mensch gepflegt oder getötet wird.

Leider meinen viele, die Kirche habe etwas mit Gott zu tun. Damit hat die Verwirrung schon begonnen.

Mach einen Christen zu einem Pastor, und er fängt an, eine Rolle zu spielen.

Die entscheidende Frage im Leben ist, wie es zwischen dir und Gott steht. Sie entscheidet über Zeit und Ewigkeit.

Was sich in deinem Herzen zwischen dir und Gott abspielt, das ist der Kern des wahren Christseins.

Die christliche Gemeinde ist eine Gemeinschaft von Menschen, in der keiner sich wichtig nimmt, keiner sich wichtig macht, keiner sich über den andern erhebt. Das ist das neutestamentliche Prinzip. Und obendrein sehr entspannend.

Alles, was von Gott kommt, kommt aus der Ruhe und aus der Kraft. In seinem Reich gibt es keine Hektik. In der Gegenwart Gottes bist du nicht in der Zeit, sondern in der Ewigkeit.

Wenn Gott konkurrenzlos wichtig ist in deinem Leben, wenn alles ihm untergeordnet ist, dann ist jegliches Tun und Handeln in deinem Leben Gottesdienst.

Wenn Gott Gott ist und kein Hampelmann, dann ist er das Zentrum der Welt, der Mittelpunkt des Lebens, das Ein und Alles. Jeder Versuch, etwas mit ihm auszuhandeln oder ihm etwas vorzumachen, ist dann eine Lästerung.

Jede Tendenz, neben Gott noch etwas anders wichtig zu nehmen, ist Götzendienst. Ihn ernst zu nehmen (zu fürchten), ist dagegen der Anfang der Weisheit und des Lebens.

Du musst dich entscheiden, ob du menschlich oder geistlich denken und handeln willst. Beides zusammen geht nicht.

Wenn manche wüssten, dass sie dem Verderben entgegengehen, hätten sie es vielleicht nicht so eilig.

Im Reich Gottes gehört Gott allein die Ehre, wird unter Menschen weder Ehre gegeben noch Ehre angenommen. Heilige kann man nicht verehren, sie nehmen keine Verehrung an. Wenn sie es doch tun, sind sie keine Heiligen.

Wenn Gott und du verschiedener Meinung sind, wer hat dann wohl Recht?

Die größte Gefahr im Christentum ist, es nur zu spielen.

Der Kern des Christentums ist die Freundschaft mit Gott.

Die Hauptkrankheit der „christlichen“ Lehrer- und Leiterschaft ist die: sich selbst wichtig nehmen und wichtig machen. Paulus nennt das „sich aufplustern“ und „meinen, etwas zu sein“. Geistlich gesehen ist da der Tod im Topf.

Das Problem der Bibeltreuen ist, dass sie nur bibeltreu sind, soweit es ihnen passt.

Du kannst dein Leben entweder von Gott oder von Menschen bestimmen lassen. Beides zusammen geht nicht.

Im Reich Gottes ist alles Einfachheit, Echtheit, Wahrheit, Klarheit, Reinheit, Durchsichtigkeit, Qualität und Kraft.

Wer die Wahrheit nicht verträgt, ist nicht geeignet für das Reich Gottes.

Wenn du Frieden willst, musst du ihn mit deinen Feinden schließen.

Du kannst nicht Jesus folgen, wenn du nicht bereit bist, dich abgrundtief in Frage stellen zu lassen.

Humor ist eine Gabe Gottes. Ich weiß nicht, wie man humorlos Christ sein kann.

Ein eigenartiges Gefühl: Leben in einer untergehenden Welt …

Zur modernen Theologie: Entweder sind die biblischen Autoren Lügner und Betrüger, oder ihre modernen Ausleger. Die Entscheidung darüber ist einfach.

Alles, was sich christlich nennt, aber nicht christlich ist, ist antichristlich.

Kernsätze zum Nachdenken sind nicht nur zum Nachdenken. Aus dem Denken kommt das Reden und das Handeln.

Hilarius, Lehrer, 4. Jahrhundert

Hilarius sagt:

„Da nach einem Gott und Herrn auch eine Taufe und ein Glaube sein sollte, so sind wir von dem einen Glauben abgefallen. Und indem wir mehrere Glaubensbekenntnisse haben, ist nun gar kein Glaube mehr übrig. … Indem wir uns nun um Worte zanken, nach Neuerungen fragen und von zweifelhaften Dingen ausgehen, über deren Urheber klagen, auch Parteien machen, schwerlich übereinstimmen können und einer den anderen verbannt und verflucht, so gehört fast keiner mehr Christo an. Denn wir werden von einem ungewissen Wind der Lehre herumgetrieben. Und wenn wir lehren, so machen wir nur Unruhe. Lassen wir uns von anderen lehren, so wissen wir nicht, woran wir sind.“

Dieses Zitat von Hilarius habe ich von Gottfried Arnold. Es entstammt seinem Hauptwerk „Unparteiische Kirchen- und Ketzerhistorie“, Ausgabe von Koehler & Amelang, Leipzig 1975.

Ein Abschnitt über das Leben von Gottfried Arnold ist auch in meinem Buch „Die Gemeinde des Messias“ zu finden.

Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf

Ein Gebet von Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf:

„Gib DICH mir und nimm mich dafür hin!

Mache, was du willst, in allen Sachen, die ich meine zu bedürfen,

die mir zum Vergnügen und Nutzen sein könnten –

gib sie mir oder gib sie mir nicht!

Gib nur DICH her!“

Aus „Herz und Herz vereint zusammen – Gebete des Grafen Zinzendorf“

J.F.Steinkopf-Verlag, Stuttgart, 1960

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