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Kategorie: Neues Testament (Seite 3 von 18)

Hochzeitsmahl

(Hochzeitsmahl – ein Abschnitt aus dem Kapitel „Hochzeiten“ des Buchs „Kennst du das Land?“ von Ludwig Schneller. Seine Beobachtungen hat er im damaligen Palästina zwischen 1884 und 89 gemacht.)

Zweimal führt uns das Neue Testament zu einem Hochzeitsmahl. Das ist bei der Hochzeit in Kana und in dem Gleichnis von der königlichen Hochzeit.

Auf den Bildern, welche die Hochzeit in Kana (Jo 2,1) darstellen, finden wir gewöhnlich eine große Tischgesellschaft. Am hellen Tag sitzt sie um eine weißgedeckte Tafel mit Tellern, Messern und Gabeln herum. Braut und Bräutigam sitzen nebeneinander, während der Herr etwa den Ehrenplatz neben der Braut einnimmt. Das mag für eine abendländische Hochzeit eine ganz hübsche Anordnung sein, für das Morgenland aber passt sie nicht. Vor allem fand das Hochzeitsmahl, ein „Abendmahl“; nicht bei Tag, sondern am Abend statt. Ferner nahm die Braut an der Mahlzeit der Männer überhaupt nicht teil. Sie hielt sich abgesondert bei den Frauen, mit welchen sie auch aß. Dass der Bräutigam seine Braut während der eigentlichen Hochzeitsfeierlichkeiten noch gar nicht zu sehen bekam, da sie stets verschleiert ging, haben wir ja schon oben gesehen.

Das Hochzeitsmahl fand wie gewöhnlich im Haus des Mannes, nicht im Brauthaus, statt. Daher macht nachher der „Speisemeister“ dem Bräutigam Vorwürfe über die unrichtige Besorgung des Weins. Auch Maria mit ihrem Sohn, dem bisherigen Baumeister und nunmehrigen Lehrer samt seinen Jüngern war geladen. Wahrscheinlich war sie, die im Unterschied zu Josef aus Nazaret stammte, mit den Hochzeitleuten verwandt oder doch sehr nahe befreundet. Sonst hätte man sie nicht mehrere Stunden weit zur Hochzeit eingeladen.

Die Tür des Hauses war während der Hochzeitsfeier offen, das ganze Dorf konnte teilnehmen, jedermann war willkommen. Selbst der ärmste Bettler und Fremdling wird auch heute noch bei solcher Gelegenheit nie zurückgewiesen. Er darf freundlicher Aufnahme und Bewirtung sicher sein. So ist es denn eine bewegte Gesellschaft, welche wir auf der Hochzeit zu Kana treffen. Es ist nicht daran zu denken, dass sie, an orientalische Sitte gewöhnt, sich der festen und steifen Ordnung einer Tafelgesellschaft bequemte. Eine Tafel war überhaupt nicht im Haus. Dagegen waren Teppiche auf dem Boden ausgebreitet und Kissen darauf gelegt, so dass sich jedermann bequem niederlassen konnte.

Es ist überhaupt unwahrscheinlich, dass der größere Teil der Gesellschaft inwendig im Haus war. Denn die Häuser sind bei Hochzeitsfeiern gewöhnlich zu klein, um die Gäste zu fassen. Daher sitzen oder stehen die meisten im Hof oder auf einem nahen freien Platz umher. Ungezwungen gehen sie bald dahin, bald dorthin, um sich mit anderen zu unterhalten. Währenddessen tragen die bedienenden Anverwandten („die Diener“ Jo 2) allerlei Speisen und Getränke umher und bieten sie mit höflichen Gebärden an.

An einem besonderen Ort des Hofs standen wohl die Weiber, und die Jungfrauen mit den Ölfackeln stimmten frohe Hochzeitslieder an und tanzten den Reigen. Unter die Jubelrufe der Frauen, welche durch die Nacht schallten, mischten sich die Hochzeits- und Kriegslieder der Jünglinge und Männer, welche an der anderen Seite des Hofs für sich den Hochzeitsreigen aufführten. Hauptsächlich ältere Leute, welche sich die Äußerungen der Freude gerne in behaglicher Ruhe anhörten, saßen drin im Haus bei Lampenlicht auf den Teppichen.

In irgend einer Ecke standen dort große Tonkrüge. Auch heute noch wird in solchen der Wein aufbewahrt, oben mit einer kleinen Schicht Olivenöl luftdicht bedeckt. In Bechern wurde derselbe herumgereicht. Maria, welche als Nahestehende oder Verwandte sich mit um die Aufwartung kümmerte, bemerkte, dass dem Hochzeitsmahl der Wein ausging. Wie gewöhnlich, wenn sie Rats bedurfte, wandte sie sich an ihren Sohn, ihren bisherigen Ernährer und Versorger: „Sie haben nicht Wein!“ Jesus antwortete ihr: “ Weib! Was habe ich mit dir zu schaffen? Meine Stunde ist noch nicht hier.“ (Joh 2,4).

Man hat manchmal diese Antwort außerordentlich ernst, fast streng aufgefasst. Aber die Redensart „Was habe ich mit dir zu schaffen?“ oder wörtlich: „Was ist mir und dir?“ ist auch heute noch gebräuchlich, und auch heute kann nur die Betonung über den Sinn entscheiden. Auf Deutsch heißt dieselbe soviel als: „Was geht’s mich an!“ Dies kann ebenso in ernstem und mürrischen, wie in scherzhaftem Ton gesagt werden. Mir ist es nicht zweifelhaft, dass dies Wort damals im Mund des Herrn einen freundlichen humoristischen Klang hatte. Denn dass Jesus im Kreis der Fröhlichen, deren Freude er liebenswürdig teilte, ja durch ein so namhaftes Geschenk (500 Liter) wesentlich erhöhte, bei einem so unschuldigen Anlass gerade seine Mutter mit einem feierlichen, fast rauen Ernst abgewiesen hätte, ist nicht denkbar.

Vollends die Anrede „Weib!“ hat für orientalische Ohren gar nichts Unfreundliches oder Abweisendes. So reden heute noch bei den Fellachen die Männer ihre Mütter und Frauen in freundlichstem Ton an („já mára!“), und auch am Kreuz richtete der Herr dieselbe Anrede als letztes Wort der Liebe an seine Mutter: „Weib, siehe das ist dein Sohn!“ Wollen wir diese Anrede auf gut Deutsch ausdrücken, so werden wir statt „Weib!“ am richtigsten „Liebe Mutter!“ sagen. „Liebe Mutter! Was gehen mich deine Sorgen der Aufwartung und Bewirtung an!“ so etwa sagte freundlich lächelnd der Herr zu seiner Mutter. Und ernster werdend, fügte er hinzu: „Meine Stunde ist noch nicht gekommen“, ein Wort, welches Maria wahrscheinlich zunächst nicht verstand.

Sie war jedenfalls durch die Antwort von Jesus gänzlich befriedigt. Aus dem Ton derselben hatte sie entnommen, dass er ihr helfen wolle. Darum sagt sie sofort zuversichtlich zu den Aufwärtern: „Was er euch sagt, das tut!“ An ein Wunder hat sie dabei natürlich nicht gedacht, denn sie hatte noch nie ein Wunder von ihm gesehen. Sie war über dasselbe ebenso erstaunt wie die übrigen Hochzeitsgäste, welche nachher noch lange die Weinkrüge umstanden haben mögen, welche auf so seltsame Weise gefüllt worden waren.

Im Gleichnis von der königlichen Hochzeit führt uns der Herr jeweils zu einem Hochzeitsmahl in großem Stil. (Mt 22,2-14). Es ist heute noch allgemeine Sitte, dass nicht die Eltern der Braut noch der Bräutigam die Hochzeit besorgen, sondern der Vater des Bräutigams oder dessen Stellvertreter. Darum beginnt der Herr: „Das Himmelreich ist gleich einem König, der seinem Sohn Hochzeit machte.“ Je höher der Rang des Hochzeitgebers ist, desto mehr entspricht es seiner Würde, recht viele Gäste einzuladen. Ist nun schon bei Privatleuten das Fest ein möglichst offenes, woran fast jeder teilnehmen kann, wieviel mehr ist dies der Fall, wenn einmal ein König seinem Sohn Hochzeit macht!

Natürlich hält es jedermann für eine Ehre und Freude, eingeladen zu sein. Und niemand wird sich’s zweimal sagen lassen, zu kommen. Man lässt alles stehen und liegen, Familie, Äcker, Vieh, Hantierung und kommt zur Hochzeit. An Zeitverlust denkt der Orientale nicht, kennt er doch kaum den Begriff der kostbaren Zeit. Wer darauf angewiesen ist, sein täglich Brot im Schweiß seines Angesichts zu verdienen, der geht umso lieber, denn hier hat er ja die ganze Zeit zu essen und zu trinken umsonst.

Jener König im Gleichnis hat alles zum Festmahl gerüstet. Die Ochsen für das Festmahl sind geschlachtet, das Haus geräumig gemacht, die Höfe geschmückt. In großen Kesseln im Hof brodeln und kochen die Schlachttiere und harren der Gäste. Die Knechte gehen, wie es auch die heutige Sitte noch erfordert, die Gäste zu rufen. Aber wer sollte es denken? Sie wollen nicht. Das ist für einen Orientalen geradezu undenkbar. Auch der König kann es noch nicht glauben, es muss ein Missverständnis sein. Er sendet nochmals hin, aber sie wollen wieder nicht. Sie hören die Einladung an, als ging es nicht zur Hochzeit am Königshof, sondern zum Frondienst. Eine schwerere Beleidigung konnten sie nach morgenländischer Auffassung dem freigebigen Hochzeitgeber nicht antun. Aber um ihrer Grobheit noch die Krone aufzusetzen, greifen sie einige der Diener, welche doch nur die freundliche Einladung überbringen wollten, verhöhnen sie oder schlagen sie tot.

Durch dies Gleichnis zeigt der Herr, dass er ein königliches Reich habe, in dessen Festsall zur höchsten Freude eingeladen wird. Zugleich zeigt er aber auch, dass, so unbegreiflich und fast undenkbar es sein mag, die ehrende und gütige Einladung aufs schändlichste und empörendste zurückgewiesen wird. Drastischer und einleuchtender konnte der Herr seinen morgenländischen Zuhörern die Feindschaft der Juden gegenüber der göttlichen Freundlichkeit gar nicht zeichnen. Ich hatte das Glück vielen zugedacht, sagt der Herr zu seinen Knechten, aber sie waren’s nicht wert.

Darum schickt er sie nun auf die Straße, zum Hochzeitsmahl einzuladen, wen sie finden. Und sie brachten alles herein, Böse und Gute, und die Tische wurden alle voll. In dem geräumigen Saal des Königsschlosses war eine große Zahl der im Orient üblichen Tische aufgestellt. Um sie lagerten die Gäste auf Teppichen und Polstern, von welchen sie sich beim Eintritt des Königs zur Begrüßung erhoben. Selbstverständlich erwartet man von einem jeden Gast, zumal bei einer königlichen Hochzeit, dass er in einem anständigen, reinen Anzug komme.

Nur kommen die Männer nicht in schwarz, welches man im Abendland wunderlicherweise für die geeignete Farbe hält, um festliche Freude auszudrücken. Vielmehr kommen sie in den farbenreichen, faltigen, oft feingestickten und seidenen Trachten, welche uns im Orient überall so geschmackvoll entgegentreten. So mag denn auch jene im Königssaal versammelte Gesellschaft einen überaus malerischen Anblick gegeben haben.

Viele Reisende und Ausleger erzählen zu diesem Gleichnis, dass im Morgenland die Sitte herrsche, dass der Gastgeber jedem Gast ein Feierkleid schenkt. Und man hat daraus die biblische Anwendung gezogen, dass auch im Reich Christi das Kleid der Gerechtigkeit umsonst geschenkt wird. Nur schade, dass im Morgenland selbst von dieser für die Gäste so angenehmen Sitte nichts bekannt ist. Einen solchen Luxus könnte sich ja kein Mensch leisten. Erst recht jener König nicht, welcher unvermutet alles Volk hereinbringen ließ, das auf den Landstraßen aufzutreiben war.

Auch wäre es dann ganz unverständlich, wie der König, als er hereinkam, die Gäste zu besehen, einen finden konnte, der kein hochzeitliches Kleid anhatte. Im Gegenteil betont dieses Gleichnis, dass jeder Eingeladene natürlicherweise verpflichtet ist, zum Hochzeitsmahl in entsprechender festlicher Kleidung zu erscheinen. Wer das nicht will oder kann, soll wegbleiben, um nicht den Hausherrn und die Festgesellschaft durch seinen ungebührlichen Anzug zu beleidigen.

Man hat eingewendet, dass durch die Bestreitung jenes angeblichen Gebrauchs „die eigentliche Spitze“ des Gleichnisses verloren gehe. Aber in diesem Fall würde der Herr in jenem Gleichnis uns zwar vieles mitteilen, nur nicht „die eigentliche Spitze“ desselben. Er würde sie ja ganz mit Stillschweigen übergehen. … Die Spitze des Gleichnisses besteht vielmehr darin, dass der Herr jedem die Verpflichtung zum Bewusstsein bringen wollte, in einem hochzeitlichen Kleid zu erscheinen.

Die Frage, woher sich jener Mann dasselbe hätte verschaffen sollen, wird hier gar nicht berührt. das steht auf anderen Blättern des Evangeliums geschrieben. Wie so oft geht auch hier die Sache über das Gleichnis hinaus. Denn allerdings wird denen, welche ernstlich darum bitten, das Feierkleid für die himmlische Hochzeit durch freie göttliche Gnade geschenkt.

Die Freuden der Hochzeit hat der Herr überhaupt mit sichtlicher Vorliebe zum Gleichnis himmlischer Dinge gemacht. Wenn jemand zum Hochzeitsmahl geladen ist und bis tief in die Nacht ausbleibt, so müssen seine Knechte warten, bis er zurückkommt. So sollen auch wir „gleich sein den Menschen, die auf ihren Herrn warten, wenn er aufbrechen wird von der Hochzeit, auf dass, wenn er kommt und anklopfe, sie ihm bald auftun. Selig sind die Knechte, die der Herr, wenn er kommt, wachend findet.“

Ja, sein ganzes Verhältnis zu der zu erlösenden Menschheit, den Grund seiner Menschwerdung und seines bittersten Leidens, hat er in die holde Poesie und Innigkeit des fröhlichsten, seligsten, irdischen Verhältnisses gekleidet, das der bräutlichen Liebe. In welche Tiefen seines Herzens lässt es uns daher ahnend hineinblicken, wenn er sagt: „Darum ist das Himmelreich gleich einem König, der seinem Sohn Hochzeit machte!“ Menschen sind seine gefangene Braut, die er mit mächtiger, kein Hemmnis achtender Liebe aus dumpfem Kerker erlöst und heimführt ins lichte Vaterhaus, wo die „Hochzeit des Lammes“ bereitet ist. Von diesem Hochzeitsmahl ist die Rede, wenn es in Offb 19,7, vgl. 9, heißt „Selig sind, die zu dem Abendmahl des Lammes berufen sind“

Hochzeit

(Hochzeit – ein Abschnitt aus dem Kapitel „Hochzeiten“ in dem Buch „Kennst du das Land?“ von Ludwig Schneller. Er hat seine Beobachtungen in den Jahren 1884 bis 89 gemacht.)

Zunächst wird die Braut in das Dorf ihres Bräutigams abgeholt. Oft ist sie kaum acht oder neun Jahre alt. Das kleine Ding sitzt dann droben auf einem hohem Kamel oder einem Maultier. Sie trägt einen gezückten Krummsäbel aufrecht in der Hand, den sie kaum tragen kann, weil er so lang ist wie das ganze kleine Bräutchen. Von ihr selbst sieht man dabei gar nichts, denn sie ist von oben bis unten in Tücher und Schleier eingehüllt, so dass man nur ein Häufchen Glück oder Unglück unter den Tüchern auf dem mächtigen Sattel droben sitzen sieht.

Um das Reittier herum aber tanzt, springt, singt und lärmt eine frohe Menschenmenge. Sie heben eine Art rhythmisches Geschrei an, denn Gesang kann man den Höllenlärm nicht nennen. Greise, Männer, Frauen, Kinder jubeln und springen um sie her. Der Vorsänger, welcher zugleich Festredner bei der ganzen Hochzeit ist, ruft einige rhythmische Worte, worauf das ganze Volk mit Händeklatschen und anmutigen Pantomimen seine Antwort ebenso kurz zurückruft. Wendet sich der vorausgehende Festordner, der zugleich als Tanzmeister fungiert, um und wirft seinen Säbel auf die Erde, so macht der ganze Zug Halt. Niemand darf den Säbel überschreiten, sondern singend tanzen die Männer, während das Volk ihrem Zuruf ebenso antwortet.

Jedes dieser Augenblickskinder, vom bejahrten Greis bis zu den kleinen Kindern, welche kaum mittrippeln können, ist bei solcher Gelegenheit so ganz der Lust und Freude hingegeben, und ein so kindliches Vergnügen, das von keiner Wolke am Himmel weiß, strahlt aus ihren Gesichtern, dass man in solchen Augenblicken kaum denken kann, dass man ein über die Maßen unterdrücktes und geknechtetes Volk vor sich hat.

Der erwähnte Festordner und Vorsänger ist jedesmal der beste Freund und Kamerad des Bräutigams. Wie der Taufpate, so heißt auch er „sch’bín“, wodurch sein besonders enges Verhältnis zu Bräutigam augedrückt werden soll. Er ordnet das ganze Fest an, leitet alle Zeremonien und setzt seinen ganzen Stolz darein, seinem Freund ein möglichst schönes, herrliches Fest zu bereiten. Niemand scheint an dem Glück der Brautleute so innigen Anteil zu nehmen, wie er. Und wenn er seinen Freund bei den Hochzeitsgesängen fröhlich mitjubeln hört, so strahlt sein Gesicht vor Vergnügen. Er freut sich hoch über des Bräutigams Stimme. Ist aber einmal die Braut dem Bräutigam zugeführt, so tritt auch er, der bisher die hervorragendste Rolle beim Fest gespielt hat, naturgemäß in den Hintergrund und entfernt sich mit den übrigen Verwandten und Festgästen.

Mit diesem Festordner verglich sich Johannes der Täufer, als einmal seine Jünger ihm klagten, dass sich das Volk mehr und mehr von ihm ab- und Jesus zuwende. Da antwortete er: Wer die Braut hat, der ist der Bräutigam. Der Freund des Bräutugams aber steht und hört ihm zu und freut sich hoch über des Bräutigams Stimme. Diese meine Freude ist nun erfüllt. Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen.“ (Jo 3,29-30.)

Bevor aber der Bräutigam die Braut erhält, muss er auch den Verwandten der Braut seine Geschenke geben. Das ist eine alte Sitte, welche wir schon von der Geschichte des Elieser her kennen. Oft wird vorher noch stundenlang in der widerwärtigsten Weise gehandelt, damit man möglichst viel Geld von dem Bräutigam herausschlägt, bis endlich dem Bräutigam die Braut zugeführt wird und die eigentliche Hochzeit beginnt.

Schon bei diesem Zug hat die Braut ihren vollen Brautschmuck an. Für diesen hat der Bräutigam zu sorgen. Und es ist ein Hauptgegenstand der Verhandlungen vor der Hochzeit, wie viel der Bräutigam der Braut an Schmuck liefern muss. Dieser Schmuck hat abgesehen von Fingerringen und Spangen meist einen sehr handgreiflichen Geldwert. Besteht er doch zum größten Teil aus Gold- oder Silbermünzen, welche sämtlich durchlöchert (aber trotzdem gangbar) an einem starken Bindfaden perlenschnurartig aneinander gereiht sind. Die meisten dieser Münzen werden an die eigentümliche, feste Mütze angeheftet, so dass sie Stirn und Gesicht wie ein Kranz umrahmen. Ein weißes, oft wunderfein gesticktes Tuch wallt über Mütze und Goldschmuck malerisch herab. Andere dieser Münzen dienen als Halskette, die bis an die Brust herabreicht, während die Arme mit schweren Spangen geschmückt sind.

Dieser Schmuck ist der größte Schatz der jungen Frau. So schwer er auch auf dem Haupt lastet, nie wird ihn die Frau ohne große Not aus der Hand geben. Selbst bei Nacht während des Schlafs, selbst während der Krankheit legt sie die drückende Last nicht ab. Nur bei Tag, so namentlich während des Trauertanzes bei Sterbefällen, legt sie denselben an einem sicheren Ort nieder. Daher klagt Jeremia mit einem so zutreffenden Vergleich (2,32). „Vergisst doch eine Jungfrau ihres Schmucks nicht, noch eine Braut ihres Schleiers. Aber mein Volk vergisst meiner ewiglich!“

Die eigentliche Hochzeitsfestlichkeit beginnt erst nach Sonnenuntergang, welchem in Palästina die Nacht rasch zu folgen pflegt. Da wird die Frau eingeholt mit lautem Jubelruf und Lichterglanz, welcher die Häuser in der dunklen Nacht seltsam beleuchtet. Glückwunschrufe tönen durch die Nacht. Verwandte und befreundete Frauen führen die Braut in ihr neues Heim, wo alsdann der Bräutigam erwartet wird. Von seinen Freunden und Verwandten umringt, erscheint derselbe endlich. Die Weiber eilen ihm mit Fackeln und Windlichtern und frohen Zurufen entgegen und bringen ihn zu seiner Braut. Kann man sich über den Geldpunkt nicht einigen, dauert es auch heute noch oft bis Mitternacht, ehe dieser Augenblick eintritt.

Diesen Moment hat der Herr im Auge, wenn er uns von den fünf klugen und fünf törichten Jungfrauen erzählt. Er macht diese zu einem Gleichnis der Menschenkinder, welche allezeit wachen und auf den himmlischen Bräutigam warten sollen, die Lampen mit Öl gefüllt, damit sie nicht einst zu spät kommen und ausgeschlossen werden. (Mt 25,1.)

Ich habe diese Darstellung, welche mir von anderen Gegenden des Landes mitgeteilt wurde, zuerst gegeben, weil sie am meisten dem Gleichnis des Herrn entspricht. In Betlehem und dessen Umgegend findet sich diese Sitte nicht. Hier kommt am Abend, wenn die Sonne untergegangen und die Nacht hereingebrochen ist, eine Schar von Jungfrauen (nie verheiratete Frauen), sie tragen hohe Leuchter und fackeln in den Händen. es sind dies lange Stangen, um deren oberes Ende große, ganz mit Olivenöl gesättigte Lappen gewickelt sind. Diese brennenden Fackeln tragen sie in feierlichem Festzug bis zum Hochzeitshaus, wo sie mit den Fackeln allerlei Tänze und Reigen aufführen, bis dieselben erlöschen.

Dort dauert dann die Freude mit ihren Äußerungen eine Woche hindurch und lange in die Nacht hinein fort. Auch Simson hatte sieben Tage lang Hochzeit (Richt 14,12). Das ist in dieser Zeit ein Jubeln und Schallen durch die sternklaren Nächte! Oft können wir’s sehen und hören, wenn etwa in unserer Nachbarschaft einmal Hochzeit gefeiert wird. Fackelschein erhellt den Hof und die benachbarten Häuser. Pauken und Flöten erklingen über die Dächer und durch die Straßen der Stadt. Bald ziehen sie durch die Gassen, und in der Ferne verhallt nach und nach ihr Jauchzen. Bald ertönen ihre frohen Weisen in unmittelbarer Nähe aus dem Haus oder Hof der Hochzeit.

So sehr ist eine Hochzeit für den Orientalen der Inbegriff aller Freude, dass man dieselbe kurz „die Freude“ nennt. Die Hochzeitslieder sind dann „die Stimmen der Freude“. „Wie können die Hochzeitsleute Leid tragen, solange der Bräutigam bei ihnen ist!“ fragt der Herr (Mt 9,15). Zur Zeit der Blüte Jerusalems hallte und schallte dieser frohe Reigen wohl jede Nacht durch die Straßen und über die Dächer Jerusalems hin. „Die Stimme der Freude“ nahm kein Ende bei dem glücklichen Volk, Paukenschall, Harfenton und jauchzender Hochzeitsreigen.

Wie traurig musste es daher den Propheten vorkommen, als es nach der Wegführung der Juden nach Babel so totenstill in Jerusalems Gassen wurde. „Die Freude der Pauke feiert“, so klagen sie. „Das Jauchzen der Fröhlichen ist aus, und die Freude der Harfen hat ein Ende. Der Herr hat von den Städten Judas und auf den Gassen Jerusalems weggenommen das Geschrei der Freude und Wonne und die Stimme des Bräutigams und der Braut!“ (Jes 24,8, Jer 7,34).

Heirat

(Heirat – ein Teil des Kapitels „Hochzeiten“ aus dem Buch „Kennst du das Land?“ von Ludwig Schneller. Von 1884 bis 89 hat er seine Beobachtungen im damaligen Palästina gemacht.)

Die Hochzeit ist ein Fest ausgelassener Freude für alt und jung. Da bei den Muhammedanern die Vielweiberei herrscht, feiert ein Mann oft drei-, vier- oder fünfmal Hochzeit in seinem Leben. Indes haben die gewöhnlichen Leute selten mehr als eine oder zwei Frauen. Denn sie haben nicht die Mittel, mehrere zu ernähren. Die Berichte über die großen Harems passen nur auf eingeschränkte Kreise, denn es kommt selten vor, dass jemand mehr als vier Frauen hat. Man muss aber nicht denken, dass durch die Vielweiberei die Vermehrung des Volkes eine größere sei als bei den Christen. Im Gegenteil ist gerade die muhammedanische Bevölkerung in langsamer, aber stetiger Abnahme begriffen. Auch ist die Vielweiberei häufig die Ursache für die Verarmung eines Mannes. Anstatt eine erworbene Summe anzulegen, verwendet er sie meist zur Anschaffung einer neuen Frau, wodurch sowohl Hauswirtschaft als auch Hausfriede zu Grunde gehen.

Bei der Heirat fragt man bei den Muhammedanern das Mädchen niemals, ob sie N. N. als ihren Ehegemahl aus Gottes Hand hinnehmen wolle usw. Man verkauft sie eben an den, der am meisten Geld gibt. Nur mit der oben erwähnten Einschränkung, dass derjenige den Vorzug erhält, welcher aus der eigenen Sippe als Brautwerber auftritt. Aber auch der junge Mann hat meistens wenig zu sagen, wenn es sich um die Wahl seiner Braut handelt. Das besorgen lieber die Eltern oder deren Stellvertreter, ältere Brüder oder Onkel. Diese trauen sich in diesem Stück ein objektiveres und sichereres Urteil zu, als der heißspornige Jüngling oder Knabe, der doch nur nach Gesichtspunkten wählen würde, welche in ihren Augen höchst unwesentlich sind.

Zugleich wollen dieselben, weil sie die Heirat zustande bringen, auch ein Stück Geld bei der Partie verdienen. Auch Isaak dufte ja seine Braut nicht selbst wählen. Abraham legte dieses Geschäft vielmehr mit ruhige Gottvertrauen in die Hände seines treuen Knechtes Elieser. Die Braut hat noch viel weniger zu sagen. Das arme Mädchen muss sich eben kaufen und gewöhnlich noch einen höchst widerlichen Schacher mit sich treiben lassen.

Freilich scheint man im hohen Altertum noch edlere Sitten und Auffassungen gehabt zu haben. Rebekka z. B. wurde gefragt, ob sie mitziehen wolle, als Elieser seinen Auftrag dargetan hatte. (1 Mo 24,58.) Auch zahlte er keinen Preis für sie. Denn die herrlichen Geschenke, die er mitbrachte, gab er nicht ihren Eltern, sondern ihr selbst. Und sie, freudig gestimmt durch die großen und reichen Geschenke des freundlichen fremden Greises, noch mehr ermutigt und bewegt durch die Erzählung der wunderbaren Führung Gottes, die sie am Brunnen mit Elieser zusammengeführt hatte, antwortete mit einem fröhlichen Ja. Und so zog sie in die Ferne zu dem Mann ihrer Bestimmung.

Aber so lieblich und fein in den Wegen Gottes ging man schon damals nicht mehr. Schon Rahel und Lea beklagten sich über ihren Vater: „Sind wir nicht wie Fremde (Sklaven) geachtet worden: denn er hat uns verkauft.“ (1 Mo 31,15.) Die ganze Art, wie sich Jakob seine Frauen erwirbt, ist übrigens echt orientalisch. Sie entspricht durchaus auch den heute noch unter den Fellachen geltenden Sitten, obschon inzwischen 3000 bis 4000 Jahre verstrichen sind. Dass Jakob die Tochter seines Onkels etwa umsonst bekommen sollte, dieser abenteuerliche Gedanke ist ihm sicher ebensowenig gekommen, wie irgend einem Palästinenser unserer Tage. Bezahlen muss man eine zu verheiratende Tochter, wenn nicht in Geld, so doch durch andere Leistungen. Vielfach auch durch ein anderes Mädchen, etwa eine Schwester des Bräutigams, welche dann einem Bruder der Braut zur Frau gegeben wird.

Diesen uralten Sitten begegnen wir nicht nur bei dem Stamm der Hebräer, sondern auch bei den früheren Bewohnern des Landes, den Kanaanitern (1 Mo 34,12). Ja selbst das hebräische Wort, welches schon im grauen Altertum diesen Kaufpreis oder die Morgengabe bezeichnete, mohar (1 Mo 34,12; 2 Mo 22,16; 1 Sam 18,25), hat sich bis zum heutigen Tag in derselben Bedeutung im Mund der Bevölkerung des Landes erhalten (mahhr). Diese Sitten scheinen sich in Israel niemals geändert zu haben. Jedenfalls aber dürfen wir annehmen, dass, je besser der sittliche Zustand des Volkes Israel in den verschiedenen Perioden war, die idealen Gesichtspunkte trotz Beibehaltung der alten, selbstverständlichen Formen die materiellen durchaus überwogen.

Heute freilich kommen in Palästina bei den Muhammedanern, auch bei den meisten Christen der alten Kirchen, bezüglich der Heirat lediglich materielle Rücksichten in Betracht. Die Zuneigung und Liebe der Braut darf kein Wörtlein mitsprechen, wenn die materiellen Anerbietungen nicht genehm sind. Man mag das Mädchen wohl auch fagen: Willst du mit diesem Manne ziehen? Aber sie dürfte sich nicht unterstehen, Nein zu sagen, wenn die Eltern die Heirat wünschen. Oder es würde ihr wenigstens nichts helfen.

Wer die Wahl hat, hat die Qual. Der Mensch soll nach orientalischen Begriffen das Verhältnis zu seinem Weib als ein gegebenes betrachten, nicht als ein gewähltes. Man sich ja auch seinen Vater und seine Mutter, Geschwister und Kinder nicht auswählen, sondern muss sie eben nehmen, wie man sie bekommt und an ihnen viel Freude und viel Herzeleid erleben kann. Die Eltern und Vormünder wählen nach ihrer bewährten Erfahrung, und probatum est*, die Ehen sind meist „glücklich“. Schon vom achten bis zehnten Jahr an lernen sich so manchmal die Kinder als Mann und Frau ansehen und behandeln. Und sie müssen daran ebenso gut lernen, wie Geschwister lernen müssen, sich miteinander zu vertragen und einander lieb zu haben.

Die Sage erzählt, dass auch Maria, die Mutter von Jesus, bei ihrer Verlobung erst fünfzehn Jahre alt gewesen ist. Und gewiss ist dies nicht unwahrscheinlich. Sehr wahrscheinlich haben wir uns dieselbe noch als eine ganz jugendliche Gestalt zu denken.

*es ist bewährt

Speisen

(Speisen – ein Kapitel aus dem Buch „Kennst du das Land?“ von Ludwig Schneller. Es beschreibt die Zeit zwischen 1884 und 89.)

Im Essen und Trinken ist das Landvolk in Palästina ungemein einfach. Ein Stück Brot und ein Trunk frisches Wasser ist im allgemeinen für jeden genug. Kann der Landmann sein Brot noch in etwas Öl eintauchen, so gilt dies schon als ein besonders guter Bissen. Auf großen Wüstenreisen nehmen die Beduinen gewöhnlich weiter nichts mit sich, als das nötige Brot und einen Schlauch Wasser. Doch schließt dies natürlich nicht aus, dass man in den Städten und bei besonderen Gelegenheiten einen größerer Luxus an Speisen entfaltet. Für uns kommen hier aber nur diejenigen Speisen in Betracht, welche uns an die Heilige Schrift und ihre Geschichte erinnern.

Die Früchte, die wir in der Bibel kennen lernen, bilden natürlich auch heute noch einen Teil der Speisen des Volkes. Das sind Linsen, Bohnen, Erbsen, Gurken, Melonen, Orangen, Datteln, Oliven und hauptsächlich Trauben. Die Trauben kann man vom Juli bis zum November im ganzen Land essen. In einem Land, in welchem die einzige Nahrung oft nur aus Brot besteht, ist natürlich der Weizen die wichtigste Frucht. In der Erntezeit dient derselbe auch ungemahlen zur Speise. Die vollen Ähren werden auf einem Kohlenfeuer gebraten, dann ausgerieben, die Körner, während man sie von einer Hand in die andere gleiten lässt, durch Blasen von der Spreu gereinigt und dann gegessen. …

Wie damals, so backt man auch heute noch in jeder ländlichen Haushaltung täglich nicht nur frisches Brot, sondern mahlt auch frisches Mehl. Dazu benutzt man immer noch die Handmühle, von welcher in der Bibel oft die Rede ist. Mit dem ersten Hahnenschrei, noch lange ehe der Morgen graut, muss die Frau aufstehen, um das nötige Mehl zu mahlen. Darum rühmen die Sprüche Salomos von der tugendsamen Hausfrau: „Gar früh steht sie auf, dass sie ihrem Haus Speise austeile; sie lässt ihr Licht die ganze Nacht nicht auslöschen.“ (Spr 31,15.18).

Freilich ist es eine ermüdende und und gar langweilige Arbeit. Darum mussten meist die Geringsten sie tun, bei den Armen die Frau selbst, deren Los überhaupt gewöhnlich ein Sklavenlos ist, bei Wohlhabenden die Magd oder das Kebsweib. Schon in Ägypten zu Moses Zeiten muss es so gewesen sein, denn er sagt: „Alle Erstgeburt in Ägyptenland soll sterben von dem ersten Sohn Pharaos bis zum ersten Sohn der Magd, die hinter der Mühle sitzt.“ (2 Mo 11,5). Es gehörte auch zu der Rache der Philister, dass sie Simson dazu verurteilten, in seinem Kerker die Handmühle zu drehen. Man versteht, welche Qual das dem kühnen Krieger gewesen sein muss, wenn man sich diese Heldengestalt denkt, im dunklen Gefängnis an zwei Ketten gefesselt und in trostloser Monotonie die Handmühle drehend.

Dass auch zu Christi Zeiten die Handmühlen im Gebrauch waren, geht aus seinen Worten Mt 24,41 hervor. „Zwei werden mahlen auf einer Mühle: eine wird angenommen, die andere wird verlassen werden.“

Diese Handmühle besteht aus zwei übereinander gelegten runden Mahlsteinen. Der obere dreht sich um die eigene Achse, welche in dem unteren befestigt ist. Durch die Öffnung, in welcher diese Achse steht, wird auch das Korn eingeschüttet und unten auf einem Tuch als Mehl aufgefangen. An dem Pflock, der im oberen Stein befestigt ist, wird dieser gedreht, sei es von einer oder zwei Personen, welche einander auf zwei Seiten dieser kunstlosen Mühle gegenübersitzen.

Übernachtet ein Reisender einmal in einem Dorf, so wird ihm sein süßer Schlaf meist in sehr unliebsamer Weise gestört oder geraubt. Denn schon von zwei Uhr früh an reibt’s im ganzen Dorf auf hundert Mühlen. Dafür ist aber auch sein Brot, das er am anderen Morgen bekommt, ganz frisch. Denn als er sich zur Ruhe legte, ist’s noch Weizen gewesen. Die Eingeborenen gewöhnen sich von Jugend auf an diesen Lärm, wie der deutsche Müller an das Klappern seiner Räder.

Eine andere der Speisen, von welchen in der Bibel die Rede ist, dürfte dem freundlichen Leser wohl auch interessant sein. Der Evangelist erzählt uns, dass Johannes der Täufer von Heuschrecken und wildem Honig gelebt habe. (Mt 3,4). Heuschrecken – hu! Wer diese langbeinigen Gesellen schon einmal beobachtet hat, wie sie in Wald und Wiese so unverschämt herumhüpfen können, den wird’s nicht sonderlich danach gelüsten, sie zu verspeisen. Und er wird ebensowenig begreifen, wie andere Leute so einen Heuschreckenbraten mit gutem Appetit verzehren können. Dennoch isst man sie auch heute noch im heiligen Land.

Der Verfasser hat das bei Gelegenheit von Heuschreckenstürmen, die übers Land kamen, selbst gesehen. Man konnte damals an Johannes den Täufer erinnert werden, welcher sich von Heuschrecken und wildem Honig nährte. Denn die Leute griffen die gefräßigen Gesellen und vertrieben ihnen alle Fresslust, indem sie dieselben selbst aßen. Nicht etwa nur, um sich an diesen zu rächen, sondern weil ihnen das Heusschreckenfleisch vorzüglich mundete.

Drüben jenseits des Jordans werden sie in große Säcke eingefüllt, Füße und Flügel werden ihnen heruntergerissen, die Eingeweide herausgenommen. Dann werden sie auf dem Dach gedörrt und eingesalzen und endlich gemahlen und zu Brot gebacken. Ob nun der Täufer in der Jordanau auch solches Heuschreckenbrot gegessen hat, kann der Verfasser natürlich nicht bestimmt sagen. Wahrscheinlich ist es aber. Denn wir können uns nicht vorstellen, dass derTäufer bei seinem gewaltigen Amt Zeit gefunden hat, jeden Tag auf die Heuschreckenjagd zu gehen. Auch wäre es sonst kaum möglich gewesen, dass er das ganze Jahr hindurch von dieser Speise lebte, was doch aus den Worten hervorzugehen scheint.

Bei uns in Jerusalem verzehrte man aber das Fleisch. Namentlich die Heuschreckenschenkel wurden als ein ganz besonderes saftiger Braten gepriesen. Es mag ja auch ein sehr zartes Fleisch sein, das sich in einem so feinen Organismus bildet. Auch hat der Verfasser einmal den Braten probiert und ein halbes Dutzend Heuschreckenschenkel verzehrt. Er muss aber aufrichtig gestehen, dass er in diesem Punkt sehr schlecht zu Johannes dem Täufer gepasst hätte …

Martin Luther

In meinem Buch „Die Gemeinde des Messias“ habe ich unter anderen auch Martin Luther zitiert. Ich stelle hier die von mir verwendeten Zitate einmal zusammen.

In der Schrift „Das Magnificat verdeutschet und ausgelegt“ von 1521 schreibt er:

„wie wohl in der schrifft / kein geistlich oberkeit noch gewalt ist / sondern nur dienstparkeit und unterkeit“ (Originalschreibweise).

In seiner Schrift „Von weltlicher Obrigkeit, wie weit man ihr Gehorsam schuldig sei“ von 1523 schreibt er:

„Unter den Christen soll und kann keine Obrigkeit sein. Sondern ein jeglicher ist zugleich dem anderen untertan, wie Paulus sagt Röm. 12: ‚Ein jeglicher soll den anderen für seinen Obersten halten’“ Und Petrus 1.Petr. 5: ‚Seid allesamt einander untertan!‘ Das will auch Christus Lk. 14: ‚Wenn du zur Hochzeit geladen wirst, so setze dich aller unterst an.‘ Es ist unter den Christen kein Oberster, denn nur Christus selber und allein. Und was kann da für Obrigkeit sein, wenn sie alle gleich sind und einerlei Recht, Macht, Gut und Ehre haben? Dazu keiner begehrt, des anderen Oberster zu sein, sondern jeglicher will des anderen Unterster sein? Könnte man doch, wo solche Leute sind, keine Obrigkeit aufrichten, auch wenn man‘s gerne tun wollte. Denn die Art und Natur leidet es nicht, einen Obersten zu haben, wenn keiner Oberster sein will noch kann.“

In seiner Schrift „Das Magnificat verdeutschet und ausgelegt” schreibt er:

„… wie wohl man jetzt leider das Wörtlein Gottes Dienst so in einen fremden Verstand und Brauch hat bracht, dass wer es hört, gar nichts an solche Werk denkt, sondern an den Glockenklang, an Stein und Holz der Kirchen, an das Rauchfass, an die Flammen der Lichter, an das Geplärre in den Kirchen, an das Gold, Seiden, Edelstein der Chorkappen und Messgewänder, an die Kelche und Monstranzen, an die Orgeln und Tafeln, an die Prozession und Kirchgang, und das Größest: An das Maulplappern und Pater-Noster-Stein-Zählen. Dahin ist Gottes Dienst leider kommen, davon er doch so gar nichts weiß …”

Wegen der Luther-Zitate habe ich unter der Rubrik „Rückblicke in die Geschichte“ dann auch ein ergänzendes Kapitel über ihn geschrieben:

Martin Luther (1483–1546)

Da ich in den vorderen Kapiteln dieses Buches Martin Luther zitiert habe, muss ich hier der Vollständigkeit halber sagen, dass er kein eindeutiger Zeuge der biblischen Wahrheit ist. Er war es ein paar Jahre lang, ist es aber nicht geblieben. In seinen Zeiten als Mönch war er auf ernsthafter Suche nach der Wahrheit. Und in einer göttlichen Erleuchtung fand er sie dann auch, als er erkannte, dass es die Gnade Gottes ist, die ihn rettet, wenn er an Jesus glaubt, der für seine Sünden gestorben ist. Allein durch die Gnade, allein durch den Glauben, allein durch Christus und allein durch die Heilige Schrift, das waren die Grundsätze, die er aufstellte. Auf dieser Grundlage konnte er eine Unzahl falscher Lehren und Praktiken der damaligen Kirche entlarven. Viele Menschen seiner Zeit erlebten das als sehr befreiend. Seine Schriften gingen wie ein Lauffeuer durchs Land und weit darüber hinaus.

Allerdings hatte er nie vor, die Kirche abzuschaffen. Das war für ihn ein unvorstellbarer Gedanke. Er glaubte an die Kirche, er wollte sie nur reformieren. Und so blieb er in seinem Herzen im System. Er setzte auf staatskirchliche Strukturen, das Pfarramt, die Kindertaufe, akademische Ausbildung und obrigkeitliche Zwangsmaßnahmen. Die Reformation, die als göttliches Werk begonnen hatte, wurde mit menschlichen Mitteln umgesetzt. Der neue Wein wurde in die alten Schläuche gefüllt.

Und Luther selbst entwickelte sich zu einer Art evangelischem Papst, der in theologischen und kirchlichen Dingen irgendwann alles alleine entschied und niemandem mehr Rechenschaft schuldig war. Am Ende hatte er nur noch Anhänger und Verehrer, aber keine Brüder mehr. Die Lutherverehrung mit ihren Gemälden und Denkmälern ist bis heute bekannt.

Den neutestamentlichen Gedanken einer Gemeinde von Gläubigen, den er einmal für kurze Zeit hatte, hat er leider schnell wieder verdrängt. Und alle, die eine solche Gemeinde propagierten und zu leben versuchten, wurden von ihm als „Schwärmer“ gebrandmarkt. So haben dann auch die lutherischen Kirchen bzw. Länder ihre Ketzer verfolgt; vielleicht im Schnitt etwas weniger brutal als die katholische Seite, aber auch hier gab es Märtyrer. Der Unterschied war, dass die Katholiken die Geschwister verbrannten, während die Lutherischen sie ersäuften.

Die Welt retten

Die Welt retten, das ist in unserer modernen Zeit ein aktuelles Thema. Die Welt ist bedroht durch den Klimawandel mit Hitzewellen, Flutkatastrophen, Artensterben, Eisschmelze und Anstieg des Meerespiegels. Doch eine Minderheit – geleitet vom humanistischen Bild des gutwilligen und vernünftigen Menschen – versucht, mit verschiedensten Mitteln die Entwicklung aufzuhalten. Von der Mehrheit erntet sie dafür Ablehnung, Verleumdung und Hass.

Die Mehrheit der Menschen pflegt nämlich keine ethische, sondern eine traditionelle und ästhetische Lebensweise. Alles soll am besten bleiben, wie es ist. Nicht, was richtig ist, zählt, sondern was praktisch, nützlich und angenehm ist. Und vor allem, was Spaß macht oder reich oder am besten beides. Und so beißen die Weltretter auf Granit.

Leider ist auch in christlichen Kreisen die Sicht verbreitet, ein jeder müsse mithelfen, die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Das ist eine wohlklingendere und weniger massive Umschreibung für „retten“. Und so werden von pseudochristlichen Moralaposteln mit einem neuen Gesetz den Menschen wieder einmal schwere Lasten aufgelegt. Wir kennen das ja schon von Jesus: „Sie binden Lasten zusammen, die schwer und nicht zu tragen sind, und legen sie den Menschen auf die Schultern; selbst wollen sie diese aber nicht mit ihrem Finger bewegen!“ (Mt 23,4)

(In den gleichen christlichen Kreisen bleibt man intern aber gerne ästhetisch dabei, praktisch und nützlich ein angenehmes „Gemeindeleben“ zu gestalten. Auch hier zählt nicht, was von Gott her richtig ist, sondern was man gewohnt ist und keine allzugroße Mühe macht. Siehe dazu mein Buch „Die Gemeinde des Messias“ …)

In der Bibel finden wir zwei Gebrauchsarten des Begriffs „Welt“. Einerseits ist damit die geschaffene Welt gemeint, die ursprünglich gute Schöpfung Gottes. In ihr und von ihr lebt der Mensch, und in ihr ist „nichts verwerflich, was mit Dank angenommen werden kann.“ (1 Tim 4,4). Diese Welt geht aber ihrem Ende entgegen, während sie sehnlich auf die Enthüllung der Söhne und Töchter Gottes wartet. (Röm 8,19). Dann geht es in eine neue Schöpfung hinein.

Zum anderen ist „Welt“ die Bezeichnung der Menschenwelt. Diese Art der Welt ist böse. Beherrscht vom Fürsten dieser Welt, dem Satan, leben hier Menschen, die der Sünde und dem Tod verfallen sind. Einst als Ebenbild Gottes erschaffen, ist nun „das Denken des menschlichen Herzens böse von Jugend auf“ (1 Mo 8,21). Und „wie durch einen einzelnen Menschen die Sünde in die Welt gekommen ist und durch die Sünde der Tod, so geht der Tod auch weiter zu allen Menschen, weil alle sich versündigen.“ (Röm 5,12). Und mit diesem „Tod“ ist im Neuen Testament nicht nur der irdische, sondern auch der ewige Tod gemeint.

Um diese „Welt“ zu retten, ist Jesus gekommen. Johannes der Täufer sagte über ihn: „Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt trägt!“ (Joh 1,29). Und Jesus selbst sagte: „Ich bin nicht gekommen, um die Welt zu richten, sondern um die Welt zu retten.“ (Joh 12,47.) Das zweite Mal kommt er dann zum Retten und zum Richten …

Doch nun kommt die Rätselfrage: Wenn Jesus von Gott gekommen ist, die Welt zu retten, die „Welt“ aber gar nicht gerettet wird, sondern verloren geht, wie passt das zusammen? Die Frage beantwortet sich, wenn wir erkennen, dass die „Welt“ vor Gott keine Menschenmasse ist, sondern aus den vielen einzelnen Menschen besteht. Vor Gott zählt nicht die „Welt“, sondern jeder einzelne Mensch. Und so bezieht sich die Rettung, die Jesus der Welt bringt, immer auf den einzelnen Menschen.

Jesus hat das klar zum Ausdruck gebracht: „Geht durch das enge Tor hinein! Denn breit ist das Tor und weiträumig der Weg, die ins Verderben führen, und viele sind es, die da hineingehen. Wie eng ist das Tor und wie beengt der Weg, die ins Leben führen, und wenige sind es, die sie finden.“ (Mt 7,13-14). Jesus kennt sogar das Zahlenverhältnis: Wenige werden gerettet, viele gehen verloren. Natürlich darf man fragen: Wie kann das sein?

Dass Gott dem Menschen ein Angebot macht, ihn aber nicht dazu zwingt, ist eine Auswirkung seiner Liebe. Denn Liebe zwingt nicht, Liebe gibt frei. Gerade die Liebe ist es, die dieses freie Angebot der Rettung macht. „Auf diese Weise liebt Gott nämlich die Welt: Er hat den einziggeborenen Sohn gegeben, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.“ (Joh 3,16). Der Glaube ist das Mittel, mit dem der Mensch die ihm in Liebe angebotene Rettung ergreift. Es sind natürlich Gottes Bedingungen, unter denen das alles stattfindet. „Auf diese Weise liebt Gott die Welt …“

Und dass die Ignoranz gegenüber dieser Liebe den Zorn Gottes erweckt, ist wiederum verständlich.

Der Herr

Der Herr, das ist die Übersetzung des griechischen Wortes „Kýrios“. Als sprachliche Definition von „Kyrios“ könnte man sagen: Es ist ein Entscheider, der die Macht hat, seine Entscheidungen um- und durchzusetzen.

Mit gutem Grund wurde „Kyrios“ in der griechischen Übersetzung des Alten Testaments und im griechischen Judentum überhaupt als Übersetzung des hebräischen Gottesnamens JHWH gebraucht. Der Name JHWH bedeutet „Er ist“ oder (wahrscheinlicher) „Er lässt sein“. Der Name ist der Inbegriff für die Existenz, die Vollmacht und die Souveränität Gottes. Dieser Inhalt wird im Griechischen tatsächlich am besten mit „Kyrios“ bzw. „Herr“ wiedergegeben. So bezeichneten auch die heidnischen Griechen ihre Götter als „Herren“, und bei den Römern war es ein Titel des göttlichen Kaisers.

Auf der menschlichen Ebene war ein „Herr“ der absolute Besitzer und Gebieter seiner Sklaven. In einer Nebenbedeutung wurde das Wort aber auch als eine respektvolle Anrede gebraucht an jemanden, der bedeutender und höher geachtet war als man selbst. Ein Sklave hatte seinen Herrn, dem er Gehorsam schuldig war. Neben diesem gab es aber auch andere „Herren“, denen er zwar nicht gehorchen, ihnen aber ebenfalls mit Achtung und Respekt begegnen musste. Hierin hat die respektvolle Anrede sicherlich ihre Wurzel.

Im Neuen Testament begegnet uns das Wort in seinen verschiedenen Facetten. Von Anfang an ist es die Bezeichnung bzw. der Name Gottes. Auch die von Gott insprierten griechischen Schriften des Neuen Testaments haben also „Kyrios“ bzw. „Herr“ als Namen Gottes gebraucht. Der Priester Zacharias und seine Frau Elisabet „waren beide gerecht vor Gott und gingen tadellos ihren Weg in allen Geboten und Grundsätzen des Herrn“ (Lk 1,6). Und so begegnen uns auch das Tempelhaus des Herrn, ein Engel des Herrn, das Gesetz des Herrn usw.

Aber auch als Bezeichnung des Messias taucht es schon sehr früh auf. So sagt Elisabet zu der sie besuchenden Maria: „Wie komme ich dazu, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt?“ (Lk 1,43). Ganz eindeutig ist es in der Botschaft, die ein Engel des Herrn den Hirten auf dem Feld bei Betlehem bringt. „Für euch ist heute der Retter geboren, der Messias und Herr ist, in der Stadt Davids.“ (Lk 2,11).

Auch als respektvolle Anrede an einen Höhergestellten wird es gegenüber Jesus gebraucht. So sagte z. B. Petrus nach dem wunderbaren Fischfang: „Geh weg von mir: Ich bin ein sündiger Mann, Herr!“ (Lk 5,8). Oder die Samariterin am Jakobsbrunnen: „Herr, du hast nichts zum Schöpfen und der Brunnen ist tief. Woher hast du denn das lebendige Wasser?“ (Joh 4,11).

Das Verhältnis zwischen Sklaven und Herren hat Jesus oft als Beispiel oder Vergleich für geistliche Wahrheiten herangezogen. So z. B. in der Bergpredigt, als er sagte: „Niemand kann zwei Herren als Sklave dienen. Denn entweder wäre ihm der eine gleichgültig und er liebte den anderen, oder er hielte sich an den einen und verachtete den anderen. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon!“ (Mt 6,24).

Die Bezeichnung „Herr“ in ihrer eigentlichen Bedeutung hat Jesus für sich selbst in Anspruch genommen. „Was ruft ihr mich ‚Herr, Herr!‚ und tut nicht, was ich sage? Nicht jeder, der mir sagt ‚Herr, Herr!‘, wird in das Königreich der Himmel hineingehen, sondern wer den Willen meines Vaters in den Himmeln tut.“ (Mt 7,21 / Lk 6,46). Seine Autorität hat Jesus nicht aus sich selbst, sondern von seinem Vater in den Himmeln. Und er bestätigt es gegenüber seinen Jüngern. „Ihr nennt mich ‚der Lehrer‘ und ‚der Herr‚, und ihr sagt es richtigerweise, denn ich bin es.“ (Joh 13,13).

Besonders Lukas nennt Jesus in seinem Bericht ganz unbefangen oft so, z. B. in der Geschichte über die Witwe aus Nain, die ihren Sohn verloren hatte. „Als der Herr sie sah, war er tief bewegt wegen ihr und sagte ihr: ‚Weine nicht!'“ (Lk 7,13). Auch Johannes nennt ihn so, z. B. im Anschluss an die Speisung der 5000. „Aber von Tiberias kamen andere Boote nahe an den Platz, wo sie das Brot gegessen hatten, nachdem der Herr gedankt hatte.“ (Joh 6,23).

Die Bezeichnung von Jesus als „Herr“ wirft auch ein Licht auf die Stelle in Joh 15,15. „Ich nenne euch nicht mehr ‚Sklaven‘, denn der Sklave weiß nicht, was sein Herr tut. Euch nenne ich ‚Freunde‘, denn alles, was ich von meinem Vater gehört habe, habe ich euch wissen lassen.“ Warum sollte Jesus seine Jünger überhaupt „Sklaven“ nennen? Weil er ihr „Herr“ ist. Aber nun sind sie doch keine Sklaven für ihn, sondern seine Freunde, auch wenn er ihr Herr bleibt. Dieses Verhältnis drückt sich auch in dem aus, was Maria von Magdala am leeren Grab von Jesus sagte. „Man hat meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wo man ihn hingelegt hat.“ (Joh 20,13). So spricht keine Sklavin, sondern eine Freundin, trotzdem ist er ihr Herr.

Nach der Auferstehung ist es dann ganz offenbar. So nennt ihn Thomas: „Mein Herr und mein Gott!“ (Jo 20,28). Fortan wird Jesus verkündigt als Messias und Herr. Das wird zum Lebenselement der Gemeinde. Jesus ist der Herr, dem sie dienen und den sie bekennen. Und am Ende werden es alle bekennen müssen:

„Deshalb erhöhte Gott ihn auch über alles und schenkte ihm den Namen, der über jedem Namen ist, damit im Namen von Jesus jedes Knie sich beugen soll, von Himmlischen und Irdischen und Unterirdischen, und jede Zunge eingestehen soll: ‚Herr ist Jesus der Messias‘, zur Ehre Gottes des Vaters.“ (Phil 2,9-11). Der Name, den Gott ihm geschenkt hat, ist „Herr“ – Gottes eigener Name.

Die Ernte

(Die Ernte – ein Abschnitt aus dem Kapitel „Land und Feld“ aus dem Buch „Kennst du das Land?“ von Ludwig Schneller. Beschrieben wird die Zeit um 1884 bis 89.)

Die Ernte ist eine fröhliche Arbeit, wenn sie nicht durch das Ausbleiben des Früh- oder Spätregens fast vernichtet ist. Da zieht alles hinaus aufs Feld, um die Gaben der Erde einzuheimsen. Da man die Früchte zur bestimmten Zeit hereinholen muss und die Kräfte in der eigenen Familie nicht ausreichen, so muss man dazu oft Tagelöhner zu Hilfe nehmen. Am Markt oder am Tor stehen dann müßige Arbeiter genug, welche warten, bis jemand sie um den festgesetzten Lohn dingt. Es wäre ein trauriger Anblick, wenn eine Menge solcher Arbeiter lässig dastünde, während draußen die Ernte aus Mangel an Arbeitskräften zu Grunde gehen müsste.

Solche Trauer hat unser Herr empfunden im Hinblick auf die große Ernte, die in die Scheunen des himmlischen Vaters eingebracht werden soll. Dort heißt es: „Da er das Volk sah, jammerte ihn desselben. Denn sie waren verschmachtet und zerstreut wie Schafe, die keinen Hirten haben. Da sprach er zu seinen Jüngern: Die Ernte ist groß, aber wenige sind der Arbeiter. Darum bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte sende.“ (Mt 9,36.) Und auch jene Lohnarbeiter, welche müßig auf dem Markt stehen, dienen dem Herrn zum Gleichnis für die, welche er vom Markt des Lebens hinwegruft zur Arbeit an seiner großen Ernte. (Mt 20,1.)

Hinter der Reihe der Schnitter sieht man gewöhnlich arme Leute in einiger Entfernung den Schnittern nachgehen. Es sind meist Frauen und Kinder, welche Ähren lesen. Wer dächte dabei nicht an jene liebliche Geschichte aus grauer Vorzeit, als die treue Moabitin Rut auf den Feldern von Betlehem Ähren auflas und sich den ganzen Tag keine Ruhe gönnte, wie ihr der Aufseher der Schnitter nachrühmte! Barmherzige Leute lassen wohl auch einmal „zwischen den Garben“ lesen, wie dies Boas der Rut erlaubte. Freilich mag es selten vorkommen, dass einer in seiner Freundlichkeit so weit geht wie Boas, welcher seinen Knaben ausdrücklich gebot, sie sollte auch von dem Haufen liegen lassen, damit es Rut auflese. (Rut 2,15.)

Ist die Ernte geschnitten, so wird dieselbe auf die Tenne gebracht. Die Tennen befinden sich meist auf großen, flachen Felsplatten, welche von einer kleinen Mauer umgeben sind. Dort werden die aufgelösten Garben in ziemlich hoher Schicht auf der Tenne ausgebreitet und dann gedroschen. Das geht aber etwas anders zu als im deutschen Vaterland. Hier schwingen Hans und Kunz und meist auch Grete den Dreschflegel durch die Luft und schlagen drauf los, als wollten sie alles kurz und klein hauen, was ihnen vor den Strich kommt. Und nachher sind sie so hungrig und durstig, dass ihr Appetit sprichwörtlich geworden ist. Bei uns im Morgenland geht es dabei viel gemütlicher zu. Einige Ochsen und Kühe werden den ganzen Tag hindurch über die ausgebreiteten Garben im Kreis herumgetrieben, bis alles kleingetreten ist.

Das Alte Testament hatte die freundliche Bestimmung, dass man dem Ochsen, der da drischt, das Maul nicht verbinden solle. (5 Mo 25,4.) Diese Regel beobachtet man auch heute noch. Die Tiere dürfen während ihrer Arbeit von der Ernte fressen, wenn sie Eigentum des Dreschers sind. Dem fremden, nur für die Arbeit gemieteten Vieh wird aber das Maul verbunden.

Während die Feldfrucht auf der Tenne liegt, bleibt der Eigentümer Tag und Nacht auf der Tenne. So auch Boas. Wer diese Vorsichtsmaßregel außer Acht ließe, würde wohl bald nichts mehr zu dreschen haben. Es ist nicht nur Diebstahl, vor dem man sich zu fürchten hat. Zuweilen ist es auch das Feuer, welches Feinde des Eigentümers nicht selten in seine Tenne legen. Als ich einmal kurz nach der Ernte bei Nacht von Betlehem nach Jerusalem ritt. sah ich plötzlich den östlichen Horizont jenseits des Toten Meeres erhellt. Eine blutrote Flamme, rasch wachsend, leuchtete herüber. Das Feuer war wohl acht bis zehn Meilen weit entfernt. Aber es schien, als brenne ein ganzer Berg, so wild und unheimlich loderte die Flamme. Später erfuhr ich, dass dort eine große, mit reicher Fruchtmenge angefüllte Tenne angesteckt worden sei.

Die Tennen sind schöne und hochgelegene Orte, über deren Platte der Wind hinfahren und die Spreu forttreiben kann. Eine solche Tenne war einst der herrliche Platz, auf dem sich später der mächtige Bau des Salomonischen Tempels erhob. Ehemals war es die Tenne Arafnas.

Sind die Halme und Ähren gehörig zertreten, so wird alles wieder auf einen Haufen gebracht und dann geworfelt. In Deutschland tut das jetzt die Dreschmaschine alles auf einmal. Im heiligen Land aber warten die Leute die Winde Gottes ab, die müssen ihnen helfen, den Weizen von der Spreu zu sondern. Wenn ein Wind weht, wirft man Weizen und Stroh (welches auch klein getreten ist) mit einer Schaufel in die Höhe. Dann fällt der schwere Weizen zur Erde, während der Wind die Spreu bis an das andere Ende der Tenne trägt. Also, sagt der erste Psalm, sind die Gottlosen wie Spreu, die der Wind verstreut, drum bleiben die Gottlosen nicht im Gericht. (Ps 1,4.) –

Ist diese Sichtung geschehen, so fegt man die Tenne und den Weizen trägt man heim in die Scheune. Den besseren Teil des Strohs, der ganz klein und fein geworden ist, nimmt man als Viehfutter mit, den geringeren Teil dagegen benutzt man zur Feuerung. Eine solche Sichtung durch den, welcher nach ihm kommen sollte, verkündigte Johannes der Täufer, als sich die Stadt Jerusalem und das ganze jüdische Land an den Ufern des Jordan um ihn gesammelt hatte. Er stellte ihn als einen Drescher dar, der Spreu und Weizen von einander scheidet: “ Er hat seine Worfschaufel in seiner Hand, er wird seine Tenne fegen und den Weizen in seine Scheune sammeln, aber die Spreu wird er verbrennen mit ewigem Feuer.“ (Mt 2,12.)

Eine Schwierigkeit an dem Neuen Testament

(Eine Schwierigkeit an dem Neuen Testament – ein Artikel von Sören Kierkegaard. Aus seiner Zeitschrift „Der Augenblick“, Ausgabe vom 4. Juni 1855)

In dem Neuen Testament sind alle Verhältnisse, alle Proportionen im Großen angelegt.

Das Wahre ist ideal dargestellt; andererseits gehen auch die Irrtümer, die Ausschreitungen ins Große: es wird vor Heuchelei gewarnt, vor allerlei Irrlehre, vor Werkheiligkeit usw. usw.

Aber seltsam genug, das Neue Testament nimmt absolut keine Rücksicht auf das, was in dieser Welt leider nur in allzu großer Masse vorhanden ist, auf das, was den Inhalt dieser Welt bildet: auf die Salbaderei, die Jämmerlichkeit, die Mittelmäßigkeit, das Geschwätz und Gewäsch, das Christentumsspiel, die allgemeine Phrasenhaftigkeit usw.

Hieraus entsteht nun die Schwierigkeit, dass man mit Hilfe des Neuen Testaments fast unmöglich das wirkliche Leben anfassen kann, die wirkliche Welt, in der wir leben, in der auf einen qualifizierten Heuchler immer 100.000 Schwätzer kommen, auf einen qualifizierten Ketzer immer 100.000 Silbenstecher.

Das Neue Testament scheint hohe Vorstellungen davon zu hegen, was es heißt, ein Mensch zu sein. Auf der einen Seite hält es das Ideal vor. Und wenn es die Verkehrtheit schildert, so sieht man wieder, dass es von der menschlichen Existenz eine hohe Vorstellung hat. Aber das Geschwätz, die Kleinlichkeit, die Mittelmäßigkeit erhalten nie ihren Treff.

Dessen hat sich die Faselei seit undenklicher Zeit bedient, um sich als die wahre christliche Rechtgläubigkeit festzusetzen – und das gab diese unübersehbaren Bataillone von Christen. Diese, wenn auch nicht durch Geist, so doch durch die Zahl mächtige Rechtgläubigkeit macht es sich zunutze, dass man sie in Wahrheit – und damit hat sie wirklich Recht – nicht der Heuchelei, der Irrlehre usw. beschuldigen kann. Denn weil man dies nicht kann, ergo ist sie die wahre christliche Rechtgläubigkeit.

Das macht sich auch ganz gut. Überall nämlich hat das Höchste und das Niedrigste eine gewisse flüchtige Ähnlichkeit miteinander. Dieses ist wie jenes nicht das, was dem Höchsten etwas nahe steht. Oder beide sind nicht das, was zwischen dem Hohen und dem Niederen vermittelt. So hat es eine gewisse Ähnlichkeit miteinander, über und unter aller Kritik zu sein. Dies gilt nicht von der Rechtgläubigkeit jener Massen und der Geistlichen, die von jenen in Masse leben. Sie ähnelt dem wahren Evangelium insofern, als sie unleugbar nicht Irrlehre, Ketzerei ist.

Übrigens gleicht sie dem wahren Christentum noch weniger als irgendwelche Ketzerei und Irrlehre. Die Sache verhält sich so: So hoch das wahre Christentum über aller Ketzerei, allen Irrtümern und Verirrungen steht, so tief liegt das Geschwätz unter den Ketzereien, Irrtümern und Verirrungen. Aber, wie gesagt, die Schwierigkeit an dem Neuen Testament ist diese: dass es, für das Ideal gegen Geister kämpfend, nie speziell dieses ungeheure Korpus aufs Korn nimmt, das in der „Christenheit“ beständig die wahre christliche Rechtgläubigkeit repräsentiert, deren christlicher Ernst darin seinen Ausdruck findet, dass „Wahrheitszeugen“ – welch satirischer Selbstwiderspruch! – in dieser Welt Karriere und Glück machen, indem sie sonntags schildern, wie die Wahrheit in dieser Welt leiden muss.

Darauf muss man wohl achten. Und wenn man darauf achtet, so wird man sehen, dass das Neue Testament doch Recht hat, dass doch alles so kommt, wie das Neue Testament es vorausgesagt hat. Mitten in diesen ungeheuren Völkern von „Christen“, in diesem Gewimmel von „Christen“ leben hie und da einige Einzelne, ein Einzelner. Für ihn ist der Weg schmal – vgl. das Neue Testament. Er wird von allen gehasst – vgl. das Neue Testament. Ihn totzuschlagen gilt für einen Dienst gegen Gott – vgl. das Neue Testament. Es ist doch ein kurioses Buch, dieses neue Testament; es bekommt doch Recht. Denn dieser Einzelne, diese Einzelnen – ja die waren die Christen.

Feldbau

(Feldbau – ein Abschnitt aus dem Kapitel „Land und Feld“ des Buchs „Kennst du das Land?“ von Ludwig Schneider. Beschrieben wird die Zeit um 1884-89.)

Auch auf dem Gebiet vom eigentlichen Feldbau begegnen wir zahlreichen biblischen Spuren. Der Herr Jesus hat in seinen Reden Himmel und Erde durchsucht, um Gleichnisse für sein ewiges Gottesreich zu finden. Da er nach unserer Annahme in Nazaret selbst Landbau betrieben hat, bot sich ihm Feld und Feldbau zu diesem Zweck besonders leicht dar. In jedem Zug seiner Reden, welche hierher gehören, erkennen wir das heutige Land wieder. Nur nicht in dem, was er über die Fruchtbarkeit sagt. Auch heute noch findet der Ackersmann bei seiner Aussaat, wie auch aus dem schon oben Mitgeteilten hervorgeht, viererlei Ackerfeld: Weg, steiniges, dorniges und gutes Land. (Mt 13,3-8).

Sobald der Herbst eingetreten ist, sieht man beim Feldbau über alle Felder, die überhaupt gebaut werden, den Pflug gehen. Einen Räderpflug mit breiter Pflugschar wie in Deutschland kann man in diesem steinigen Boden nicht brauchen. Denn oft genug befinden sich Felsen oder mächtige Steine im Feld, über die man den Pflug rasch hinwegheben muss. Derselbe besteht daher nur aus einer ziemlich schmalen, aber starken Pflugschar. Daran dient eine Stange nach oben dem Pflüger als Handgriff, und eine Stange nach vorwärts bildet die Deichsel.

Wegen der vielen Felsen und Steine im Ackerfeld oder wegen der Weinstöcke und Bäumchen, über welche hinweggeackert wird, muss der Pflüger stets genau auf Pflug und Furche schauen, wenn er nicht mehr schaden als nützen soll. Vielleicht hat der Herr in Nazaret einst selbst geackert oder doch Pflüger angestellt. Einer der niemals mit Pflügen zu tun gehabt hat, würde wohl kaum das Gleichnis gewählt haben: „Wer seine Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt zum Reich Gottes.“ (Lk 9,62).

Zur Zeit Christi scheinen böse Leute ihre Feinde dadurch geärgert zu haben, dass sie ihnen nach der Aussaat Unkraut auf ihr Weizenfeld streuten. Dies Unkraut, eine Lolchart, lolium tumulentum, wächst heute noch in Menge unter dem Weizen. Es bildet dem Weizen ähnliche Körner und wird als Hühnerfutter verkauft. Heute geben die Leute ihrem Hass auf noch boshaftere Weise Ausdruck. Wenn sich jemand oft 10 bis 20 Jahre lang geplagt hat, um einen schönen Baumgarten zu bekommen, und hat seine Bäumchen groß gezogen und hat seine Lust daran, so kommt oft über Nacht, wenn er schläft, sein Feind und haut ihm alle um. Und wenn der Besitzer am Morgen hinauskommt und sieht, wie ihn nur noch die abgehauenen, blutenden Stümpfe traurig anstarren und möchte weinen vor Schmerz und Zorn, dann ist sein erster Gedanke: „Das hat der Feind getan!“ (Mt 13,28).

Das Gesetz Moses, das in seinen Bestimmungen so viel Freundlichkeit auch gegen Tiere zeigt, verbot den Israeliten, verschiedenartige Tiere an den Pflug zu spannen. Denn natürlich muste der schwächere Teil gewöhnlich darunter leiden. So human sind die heutigen Palästinenser nicht. Man sieht häufig ein Pferd und einen Esel, ja sogar ein Kamel mit einem Esel oder einer Kuh an einen Pflug gespannt. Und es sieht halb kläglich, halb possierlich aus, wenn so ein ungleiches Brüderpaar voraus und der Fellache im Hemd und mit seinem Ochselstachel hinterher läuft. Ja, der Verfasser hat sogar einmal gesehen, dass einer seinen Esel und sein Weib an den Pflug gespannt hatte. Das sah freilich traurig genug aus und ist sehr bezeichnend für die Stellung der Frau im Orient.

Man treibt die Tiere beim Pflügen mit einer 2 bis 3 Meter langen Stange, an deren Ende sich ein eiserner Stachel befindet. Dumme Tiere, die sich noch nicht recht ins Joch fügen wollen, schlagen bisweilen nach hinten aus. Und es geschieht dann oft, dass sie mit ihrem Fuß gerade in den spitzen Stachel hineinschlagen und sich schmerzlich verwunden. Da sie ins Joch eingespannt sind, merken sie bald, dass dies Ausschlagen nur ein ohnmächtiger Versuch ist, sich gegen den Pflüger zu wehren.

Darauf spielte der Herr Jesus an, als er dem Paulus auf der Straße nach Damaskus erschien. Er sagte zu ihm: “ Es wird dir schwer werden, wider den Stachel zu löcken.“ Damit scheint ihm der Herr sagen zu wollen: „Du gehst eigentlich schon in meinem Joch. All den Wüten ist ein ohnmächtiges Bemühen, dich mir zu entziehen, bis du deinen Willen gebrochen und dich in meine Wege gefügt hast.“ (Apg 9,5).

Das Pflügen findet gewöhnlich sofort nach dem ersten Frühregen statt. Und mit dem Sprießen der Blumen und Gräser treibt auch die junge Saat kräftig hervor. Sie bedeckt das Land mit saftigem Grün. Mit Wonne schweift dann das Auge über die schönen Fluren, welche dasselbe so lange kahl und dürr gesehen hat. Doch diese Pracht verschwindet schnell wie eine Morgenwolke, der heiße Sommer brennt sie hinweg. Und bald ist’s nur noch wie ein Traum, dass das Land so herrlich war. Nun kommt die Feldfrucht schnell zur Reife. Schon im April und Mai wird geerntet. In seinem Gleichnis sagt der Herr: „Auf dem guten Land trug etliches hundertfältig, etliches sechzigfältig, etliches dreißigfältig.“ (Mt 13,8).

Heute ist der Ertrag beim Feldbau nicht mehr so reich. An besonders gut gedüngten, fetten Stellen kommen wohl auch jetzt noch Beispiele einer enormen Frichtbarkeit vor. Im Garten des syrischen Waisenhauses in Jerusalem hat einmal ein Gerstenkorn eine große Zahl von Ähren emporgetrieben, welche aus dem einen Korn 200 bis 300 zur Reife brachten. Im allgemeinen aber muss man sich mit einem 4- bis 13-fachen Ertrag zufriedengeben.

Andere Gewächse bringe ja viel mehr Frucht. Darin zeichnet sich besonders das Senfkorn aus, welches das kleinste unter den Samen ist. Und doch erzeugt es einen Strauch in Mannshöhe, welcher vieltausendfältige Früchte trägt. Und die Vögel des Himmels suchen Schatten unter ihm. Daher nimmt der Herr auch dies Körnlein zum Gleichnis für die Ausbreitung seines Reiches über die Welt. Denn wie ein kleines Samenkorn wurde es in den Boden Palästinas gelegt und schien sterben zu wollen, als der Herr am Kreuz hing. Jetzt aber ist’s ein mächtiger Baum geworden, der seine Schatten über den ganzen Erdkreis hin ausbreitet (Mt 13,31.32).

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